Endstation Meer? Das Plastikmüll – Projekt

an Plastikmüll verendeter Vogel (Foto: Anke Zander)
 
Wie lange bleibt der Abfall (Foto: Anke Zander)
Das Museum für Kunst und Gewerbe hatte eine Ausstellung über das Thema „Endstation Meer, das Plastikmüll – Projekt“. Der Fokus richtete sich auf die Hintergründe und die Folgen der Design- und Produktionsgesellschaft, die negativen Seiten vom Massenkonsum und der vermeintlich endlos Verfügbarkeit der Dinge. Das Museum zeigte die Internationale Wanderausstellung die von Museum für Gestaltung, in Zürich konzipiert wurde. Diese Ausstellung ist im Anschluss in Finnland und Dänemark zusehen.
Ein Material für die Ewigkeit – Plastik. Das erdölbasierte Material ist seit Anfang des 20. Jahrhunderts in unsere Konsumwelt nicht mehr weg zu denken. Es ist Preiswert, hat eine einfache Verarbeitung und nimmt fast jede gewünschte Eigenschaft an. Weltweit werden heute 8000 Kilogramm pro Sekunde hergestellt. Was passiert mit dem Plastikprodukt nach dem Ende seines Lebenszyklus? Und wie schnell ist das Ende da?

Wie kommt der Müll in unsere Meere?

Jedes Jahr gelangen mehr als 6,4 Millionen Tonnen Abfall in die Ozeane. Dies ist ungefähr eine ausgebreitete Fläche, die anderthalb mal so groß ist wie Deutschland. 80 Prozent dieser Abfälle stammen aus den Flüssen, die vorher in den Binnenländern verschmutzt wurden. Obwohl es verboten ist, kippen auch heute noch viele Schiffe ihre Abfälle direkt ins Meer oder vereinzelt auch in die Flüsse. Natürlich gelangen auch durch Naturkatastrophen, wie zum Beispiel der Tsunami der im Jahr 2011 die japanische Küste überschwemmt hatte, viel Müll in die Meere. Dadurch gibt es keinen Quadratkilometer Meerwasser mehr, der frei von Plastikteilen ist. Meist sind es so kleine Teilchen, das man sie mit dem bloßen Auge nicht erkennen kann. 15 Prozent des Abfalls strandet irgendwann an den Küsten, weitere 15 Prozent treiben auf der Oberfläche und der Hauptteil des Mülls sinkt auf den Meeresboden. Dort zersetzt sich das Plastik in immer kleinere Stücke, da es nicht biologisch abbaubar ist. Zum Schluss sind die Plastikteile so von Hitze, Druck und UV-Strahlen zersetzt worden, dass die Meeresbewohner und Vögel es mit ihrer Nahrung verwechseln. Sie sterben durch Verhungern mit vollem Magen, ersticken oder inneren Verletzungen. Mikroplastik wird von Planktonfressende Organismen mit ihrem natürlichen Futter aufgenommen. Dem nördlichen Pazifik wurden Wasserproben entnommen, das Ergebnis der Untersuchung war, das stellenweise 46-mal mehr Plastik als Plankton in der oberen Meerwasserschicht vorkommt. Es befindet sich schon so viel Abfall in den Meeren, dass es sich in den oberflächlichen Meeresströmungen sammeln und dort Jahrzehnte herum treiben. Davon gibt es fünf, so genannte Müllstrudel auf der Welt. In der Mitte der Strudel sammelt sich besonders viel Plastik, da dort die stillen Zonen sind. Am Strand von Hawaii haben freiwillige Helfer vier Tage lang 4,6 Tonnen Müll als Schwemmgut gesammelt. Der Müll wurde dann in der Mitte der Ausstellung als eine “Installation“ ausgestellt. Einige Dinge sehen fremd aus, vieles ist uns aber vertraut, es sind Alltagsgegenstände, die auch wir täglich benutzen. Ausgeblichen vom langem Treiben im Salzwasser. Auch in unseren Regionen strandet Plastikmüll. Ein großer Anteil davon, der in Deutschland und anderen Anrainerstaaten der Nord-und Ostsee entsteht, gelangt in unsere Meere und sinkt auf den Meeresboden. Deswegen sind schätzungsweise schon 600.000 Kubikmeter Abfall in der Nordsee enthalten, der über Jahrzehnte zusammen gekommen ist. Und es kommen jedes Jahr 20.000 Tonnen dazu. In der Ostsee sieht es ähnlich aus. Bis heute ist es noch nicht absehbar, wie sich die Aufnahme von Plastikteilchen, Mikroplastikteilchen über die Nahrung auf die verschiedenen Stufen der Nahrungskette auswirkt. Kunststoffe enthalten teilweise gefährliche Zusatzstoffe, außerdem reichern sich gewisse Schadstoffe auf dem Plastik an. Mit Konsequenzen für unsere Gesundheit, denn am Ende finden wir den “Müll“ auf unseren Tellern wieder. Außerdem kann Plastik auch bei unserem täglichen Gebrauch schädlich sein. Da wir täglich mit Plastikgegenständen in Berührung kommen gefährdet es unsere Gesundheit, weil einige bedenkliche Zusatzstoffe enthalten sind, wie z.B. Weichmacher und Bisphenol A.

Plastik: Der schnelle Konsum

1960 wurde die Plastiktüte eingeführt das Symbol der Konsumgesellschaft. In der Welt werden ca. 600 Milliarden Plastiktüten hergestellt, das entspricht ca. 20.000 pro Sekunde. Die Tüten werden oft nur einmal verwendet. In Frankreich, Indien und China sind Plastiktüten inzwischen generell oder die leichte Version verboten. Ein starker Kontrast zwischen der Kurzlebigkeit des Produkts und der Langlebigkeit der Verpackung von „Take Away Behälter“ stehen in keinem guten Verhältnis zu einander. Die Plastikprodukte können natürlich auch wieder recycelt werden, was aber in manchen Fällen etwas schwierig ist, da es dabei oft zur Vermischung anderer Stoffe kommt. Das dabei heraus kommende Produkt hat dann nur noch eine verminderte Qualität und kann dann nur noch für minderwertige Produkte, wie z.B. Parkbänke oder Verkehrssäulen verwendet werden. Irgendwann muss man das Plastikprodukt doch entsorgt werden. Es gibt aber auch eine Alternative für das Plastik: Produkte aus Naturmaterialien. Biokunststoffe die rasch abbaubar sind. Biokunststoffe werden aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt, was auch dazu führt das sie biologisch Abbaubar sind.
Eine Bildergeschichte “Polymeer“ erzählt von Alexander Klobouk, beschreibt die apokalyptische Utopie eines überschwemmten Europas im Jahr 2043. Die Pole sind geschmolzen, Holland steht unter Wasser, Schweizer Berge werden zum letzten Zufluchtsort. Der Plastikmüll der überall in den Meeren treibt wird unsere letzte Rettung, da die Schweizer Berge zu wenig Platz bieten. Es kommen riesige Plastik-Magnete und ziehen den Plastikmüll an einer Stelle zusammen, daraus wird eine bewohnbare Insel. Diese Bildergeschichte bietet einen düster-vergnüglichen Ausblick in unsere Zukunft.

Text: Anke Zander für Landfrauen aktuell 50
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