Jäger werden: Jagdschulen und Abendkurse machen es möglich

Um als Jäger in Deutschland jagen gehen zu dürfen, braucht es einiges an bürokratischem Aufwand (z.B. ein polizeiliches Führungszeugnis). Als erstes ist für die Erlangung des Jagdscheines eine Jagdscheinprüfung abzulegen. Die Jagdscheinprüfung setzt sich aus mehreren kleinen Prüfungen zusammen. Welche Bestandteile das sind, ist allerdings von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Der Jagdschüler kann den Jagdschein in jedem Bundesland ablegen und ist nicht an seinen Wohnort gebunden. Grundsätzlich darf mit der Erlangung der Jägerprüfung in allen Bundesländern der Bundesrepublik gejagt werden, sobald der Versicherungsschutz besteht und der Jagdschein auf dem Amt gelöst wurde. Der Jagdschein wird in der Regel für drei Jahre oder für ein Jahr ausgestellt.

Was ist der Unterschied zwischen einem Jagdabendkurs und der Jagdschule?

Deutschlandweit gibt es viele Jagdschulen und Jagdscheinkurse, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, Jagdschüler auf die Prüfung vorzubereiten. Die Jagdscheinkurse werden in der Regel von den jeweiligen Kreisjägerschaften einmal im Jahr angeboten und sind Kurse, die über mehrere Monate zwei bis dreimal wöchentlich angeboten werden. Bei den Jagdschulen wird versucht, die Länge der Kurse deutlich zu komprimieren und so das notwendige Wissen und die Fähigkeiten in einem Blockseminar zu vermitteln. Dieses Seminar geht meist über mehrere Wochen. In beiden angeboten Systemen wird der Jagdschüler auf die Schießprüfung, die schriftliche Prüfung und die mündliche Prüfung vorbereitet. In einigen Bundesländern ist auch noch eine praktische Prüfung, der „Reviergang“, notwendig. Bei der Schießprüfung werden die Schießleistungen des Jagdschülers mit Büchse und Flinte abgerufen. Auch hier sind unterschiedliche Leistungen in den einzelnen Bundesländern festgelegt.

Ob auf Tontauben oder auf den Kipphasen geschossen wird, regelt die jeweilige Prüfungsordnung. Bei dem Büchsenschuss ist es ähnlich - ob „nur“ auf die Rehbockscheibe auf 100 Meter geschossen wird oder zusätzlich noch auf den laufenden Keiler. Wer die Schießprüfung nicht besteht, kann diese sofort oder auch einen Tag später wiederholen. Wenn er erneut durchfällt, wird der Jagdschüler von den weiteren Prüfungen ausgeschlossen. Im schriftlichen Prüfungsteil werden die Fächer: Jagdrecht, Wildbiologie, Waffenkunde, jagdliches Brauchtum, Wildverwertung, Naturschutz, Wildkrankheiten, Hege, Jagdbetrieb und Jagdhunde geprüft. Wer hier nicht besteht, ist nicht mehr zu „retten“ und muss es im nächsten Kurs wieder versuchen, wobei die bereits bestandene Schießprüfung nicht angerechnet wird. Wer zu der mündlichen Prüfung zugelassen wird, hat die schriftliche Prüfung bestanden. In der mündlichen Prüfung werden alle Themen noch einmal durchgenommen. Wer diese Prüfung auch besteht, hat die gesamte Jagdprüfung bestanden.

Für welchen Kurs oder für welche Methode sollte sich der jeweilige Jagdschüler oder Prüfling entscheiden?

Das sollte er vor allem von zwei Faktoren abhängig machen. Erstens: Was für ein Lerntyp ist der jeweilige Prüfling? Ist es besser alles schnell und geballt in kurzer Zeit in den Kopf zu bekommen oder braucht der Schüler viel Zeit, um viel Stoff zu lernen. Zweitens: Wie viel Zeit hat er? Wie sieht sein Leben im Beruf und oder mit der Familie aus? Es geht um das Ziel: den Jagdschein zu bestehen. Das ist eine große Aufgabe und Herausforderung, die mit beiden unterschiedlichen Methoden Erfolg verspricht. Unter den beiden Systemen herrscht eine gesunde Konkurrenz, so dass der eine dem anderen die Vor- und Nachteile des jeweiligen Systems aufzählen kann. Es spielt keine Rolle für die Erlangung, denn ein bestandener Jagdschein ist ein bestandener Jagdschein.

Eine dritte Möglichkeit gibt es auch noch: Sich selber alles beizubringen – ohne Kurs und ohne Lehrer. Das machen fast keine Prüflinge, da der Stoff zu umfangreich ist. Wenn sie sich dazu entschließen den Jagdschein machen zu wollen, finden sie auf der Internetseite https://www.werjagtwas.de viele Jagdschulen und Kreisjägerschaften, die sie anrufen oder anschreiben können und sich so weiter über Kurse zu informieren. Informationen über die Prüfungsordnung der Bundesländer finden sie auf den Internetauftritten der Ministerien.
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