Die Alte Holstenstraße im neuen Kleid?

Hamburg: Bergedorf | Nun, nachdem der Bahnhofsvorplatz im großen langwierigen Prozess be(ver)pflastert worden ist und ebenso die Lohbrügger Bahnhofsseite zur sterilen Fläche gesteinigt, soll die Alte Holstenstraße vom Marktkauf bis zum Lohbrügger Markt dem in nichts nachstehen.
Die Planung für die Umgestaltung im Frühjahr und Sommer 2013 sieht eine totale Neubepflasterung vor, von der sich die anliegenden Grundeigentümer mehr Belebung und Attraktivität a la Sachsentor versprechen. Am 9. August stellte der Planungsausschuss die Vorgaben für eine Neugestaltung den Anliegern sowie interessierten Bürgern vor. Leider konnte ich als betroffener Bewohner nicht daran teilnehmen, sonst hätte ich meine Bedenken äußern wollen.
Das heutige Erscheinungsbild unserer Meile hat für mich durchaus Charme, bedingt auch durch die üppig blühenden Pflanzgefäße und wenn diese, wie es bisher geschieht, gepflegt werden, als beschauliche Hingucker. Es könnten ruhig ein paar mehr davon sein. Die vereinzelten Bäume zwar flächenmäßig schlecht positioniert, benötigen in Abständen einen Verjüngungsschnitt und verleihen dem granitgrauen Pflaster Auflockerung.
Das Entree in die Alten Holstenstraße wird besonders hervorgehoben durch kleine Pflastersteine, die mosaikartig angelegt, den Zugang nach Lohbrügge eröffnen. Dieses Mosaikbild zu entfernen halte ich für sehr fragwürdig, zumal es nicht den Charakter ursprünglicher Kopfsteine entspricht.
Wenn man wie der Grundeigentümer Herr Korthase seinen Wohnsitz im vornehm-bedächtigen Blankenese einnimmt, lassen sich Vorstellungswünsche für bauliche Änderungen allzu arglos ins rechte Feld rücken, ohne auf langfristige negative Folgen zu achten.
Wer wird sich wenn Schnee und Eis die Straße behindern, für eine gerechte Räumung zuständig fühlen? Bisher sahen sich weder Eigentümer, Pächter oder Bezirksbehörde in die Pflicht genommen. Wie sollte das zukünftig geregelt sein, wenn die Flächenwege noch auslandender gestaltet wären. Übrigens gilt dies gleichermaßen für den Bahnhofsvorplatz sowie für den Platz auf der Lohbrügger Bahnhofsseite.
Erfreulich ist, dass die Behörde ein Budget von über 1 Millionen Euro für die geplante Sanierung zur Verfügung gestellt hat. Nur allein bauliche Veränderungen können eine Fußgängerzone nicht beleben. Die Grundeigentümer als Strippenzieher für eine sinn-und nutzvolle Pachtvergabe könnten erheblich für die Attraktivität beitragen und ich appelliere an deren Verantwortung für die Bereicherung des Straßenbildes. Hier wurde in der Vergangenheit, teils wohl aus Profigier, wenig Fingerspitzengefühl gezeigt (Tür an Tür für Backstuben!).
Mein Vorschlag wäre: Die verfügbaren Finanzmittel in den Bergedorfer Hafen zu investieren. Der Serrahn als Mittelpunkt Bergedorfs bedarf vordergründig einer längst verdienten Neugestaltung mit modernen Anliegerstationen für die Schifffahrt. Hier könnte die Bezirksbehörde auch ohne Verhandlungen zahlreicher Eigentümer agieren.
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