So seh ich das: Nun soll die Oma ran

Großelternzeit – im Grunde eine schöne Idee: Bis zu drei Jahre, so sieht es der Gesetzentwurf von Familienministerin Kristina Schröder vor, sollen die Großeltern aus dem Beruf aussteigen und sich der Erziehung der Enkel widmen können. Dabei sollen sie – wie beim Elterngeld – einen Rechtsanspruch auf befristete berufliche Freistellung mit Kündigungsschutz und Rückkehrrecht auf den alten Arbeitsplatz erhalten. Lohnersatz oder Beihilfen gibt es während der Auszeit nicht. So weit der Gesetzentwurf.

Für die, die es sich leisten können, weil sie nicht wirklich auf ihr Gehalt angewie- sen sind, mag das eine nette Alternative zur Erwerbstätigkeit sein. Für alle anderen bleibt es nur eine schöne Idee.

Berufstätige Eltern müssen sich fragen: Ist sie das nun, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, auf die sie so lange gewartet haben?

Mit Sicherheit nicht. Während Oma und Opa auf der Basis eines Gesetzes ein- gebunden werden sollen, bleiben die längst überfälligen Kita-Plätze wieder auf der Strecke. Ganz zu schweigen von der der gut organisierten, vernünftig gestalteten Ganztagsschule, wie es sie in anderen Ländern seit langem gibt.
Großeltern, die in der Nähe ihrer Enkel wohnen, kümmern sich meist eh schon mit um die Kleinen. Das ist auch gut so, denn davon haben alle etwas – Enkel, Eltern und Großeltern.

Doch die „Großelternzeit“, die die Familienministerin plant, kann ein funktio- nierendes, hochwertiges staatliches Betreuungssystem nicht ersetzen, in dem alle Kinder und Jugendlichen gut aufgehoben sind.
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