So seh ich das: Sich nicht immer klein machen

Sich nicht immer klein machen

Ich war endlich mal wieder beim Friseur: Die alte, vom Winter geplagte Mähne musste ab! Und ich genoss die Verwöhnkur sehr. Einer lieben Freundin fiel das natürlich sofort auf, und sie machte mir ein Kompliment zu meinen Haaren. Ich sagte daraufhin: „Ach, das war doch nur ein Haarschnitt.“ Sie entgegnete direkt: „Nimm ruhig mal ein Kompliment an, du musst das nicht immer abtun!“ Ich stutzte – und gab ihr Recht.
Das ist nicht nur bei mir so, und ich bemerke, wie mächtig Sprache sein kann: Sehr häufig sind deutsche Redewendungen eher verneinend, wie etwa „Das macht doch nichts.“ Oder „Das war doch gar nichts“, „Das war doch eine Kleinigkeit“, „Warum eigentlich nicht?“, „Willst du nicht mal eine Pause machen?“, „Ja, aber…“, „Gar nicht schlecht“ – die Liste ließe sich noch erweitern.
Viele neigen dazu, sich durch die Wortwahl eher klein zu machen, als die eigene Person oder auch Leistung positiv bestätigen zu lassen. Mir ist aufgefallen: Ich benutze zu häufig negative Formulierungen oder unnötige Füllwörter. Das will ich jetzt ändern und mich einfach klarer und wertschätzender ausdrücken. Denn die negativen Worte bergen versteckte Zweifel, und die wiederum rauben Kraft.
Also, ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Friseurbesuch, und dann werde ich meiner Freundin einfach sagen: „Vielen Dank! Dein Kompliment tut mir gut!“
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