Aufmacher: Bergedorfer Sternwarte hat Potential

Die Bergedorfer Sternwarte hat in diesem Jahr gleich doppelten Grund zur Freude: Zum einen feiert sie in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen und sie kommt auf die Vorschlagsliste für ein Unesco-Weltkulturerbe. Was noch fehlt, ist Geld für eine dringend benötigte Sanierung des Großen Refraktors.


Deutschland hat insgesamt 37 Welterbe-Stätten. Darunter der Kölner Dom und die Hansestadt Lübeck mit dem Holstentor. Nur Hamburg hatte bisher nichts vorzuweisen. Das soll sich ändern. Neben der Sternwarte schickt die Hamburger Kulturbehörde auch den Jüdischen Friedhof in Altona ins Rennen. „Wir glauben aber, dass die Chancen für die Bergedorfer Sternwarte gut sind, weil auf der Vorschlagsliste zum Weltkulturerbe nur sehr wenige Sternwarten stehen“, sagte Hamburger Kultur-Staatsrat Nikolas Hill. Seit 1912 wird in der Bergedorfer Sternwarte auf dem Gojenberg im Bereich der Astronomie und Astrophysik geforscht. Hier untersuchte man u. a. die Sternverteilungen in der Milchstraße, unternahm Forschungen zur Einsteinschen Relativitätstheorie. Die Mitarbeiter der Universität Hamburg nutzen bis heute noch Instrumente aus der Anfangszeit, aber auch Hightech-Geräte. „Durch die Nominierung ändert sich für unsere wissenschaftliche Arbeit nichts“, betont Sternwarten-Direktor Peter Hauschildt. „Wir haben hier eine sehr gute Symbiose zwischen der top-aktuellen astronomischen Forschung in der Weltspitze und dem Denkmal „Sternwarte“ mit den historischen Geräten. Immerhin steht hier das drittgrößte Teleskop Deutschlands. Wir hoffen natürlich, dass durch die Nominierung Wege gefunden werden, um alle Gebäude der Sternwarte zu erhalten.“ Als Rarität gilt die prächtige Bibliothek mit ihren rund 70?000 Büchern. Vor allem aber ist das Jugendstil-Ensemble trotz der beiden Weltkriege fast vollständig im Erscheinungsbild erhalten – ein wichtiger Pluspunkt für die Bewerbung zum Welterbe. Eine weitere Attraktion ist der Große Refraktor. Wenn das Sternwartenteam zum beliebten „Tag der offenen Tür“ lädt, bilden sich regelmäßig lange Schlangen von Besuchern, die sich mit der eingebauten Hebebühne, 4,5m aufwärts zu einem der größten Refraktoren Deutschlands befördern lassen und einen Blick in die Sterne wagen. In diesem Jahr war das leider nicht möglich, da der betagte Refraktor inzwischen sanierungsbedürftig ist. Circa eine Million Euro könnte die Kuppelsanierung kosten. Geld das jetzt aus den Sanierungsfonds 2020 der Finanzbehörde fließen könnte, fordert Bergedorfs CDU-Abgeordneter Dennis Gladiator. Er trifft sich am 16. August mit dem Bundesbeauftragten für Kultur Bernd Neumann auf dem Gojenberg.
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