Bei Radio ZuSa gibt’s Zucker und Salz auf die Ohren

Studiobesuch in Lüneburg: „Von Z bis A = Radio ZuSa“. Volontärin Juliane Bergmann (27, li.) und Schülerpraktikantin Ann-Christin Schott (15) kündigen die Veranstaltungstipps an. Der Radiosender ZuSa bringt seit 15 Jahren unterhaltsames Programm ohne Werbung, zum anderen Infos aus der Region Nordostniedersachsen rund um Uelzen und Lüneburg, gestaltet von Bürgern, Gruppen, Vereinen und Verbänden. Aus dem zweiten Sendestudio in Uelzen geht morgens von 6 bis 10 Uhr die Sendung „Extrawach“ on Air.
Lüneburg/Uelzen. Beim Karottenschälen stelle ich das alte Küchenradio an. Die aktuellen Charthits laufen wieder mal rauf und runter, ich höre kaum noch hin. Auf der Suche nach informativen Nachrichten bleibe ich hängen: Plötzlich ertönt „Lust for Life“ von Iggy Pop, ein Lieblingslied aus alten Zeiten. Lange nicht gehört, denke ich, also drehe ich lauter.
Es ist Donnerstagabend kurz vor Acht, und ich habe die Sendung „No Charts“ eingeschaltet und dabei zufällig einen mir noch unbekannten Radiosender gefunden: „Von Z bis A – Radio ZuSa“. Der Sender bleibt eingestellt während des Essens, die Musik gefällt mir, gerade auch, weil ich vieles nicht kenne.
Zum Frühstück schalte ich wieder ein und höre die Lokalnachrichten aus der Region Uelzen und Lüneburg um halb Acht in der Morgensendung „Extrawach“. Anschließend ein französischer Popsong und ein paar Lieder, von denen ich nur „Low“ von Coldplay kenne. Dann folgt ein kurzer Hörkrimi namens „Die Malteser Uhl“, der auch noch in Uelzen spielt. Jetzt erst fällt mir auf, dass ich gar keine Werbung höre.

„Wir wollen anders sein!"

„Radio ZuSa“ ist nichtkommerziell, unabhängig und überparteilich. Es ist ein regionales Bürgerradio für Heide, Elbmarsch und Wendland. In den Sendestudios in Uelzen und Lüneburg geht’s anders zu – „100 Prozent anders“, wie die „Zusarianer“ sagen. Vor allen Dingen bieten sie neben einer festen Redaktion auch Bürgerradio. Das heißt: Einzelne, Gruppen und Verbände aus der Region gehen on Air mit Musik und Themen, die sie bewegen. Regelmäßig mit einer eigenen Sendung oder auch mal als freie Moderatoren und Nachrichtensprecher. „Bürgerradio steht für kunterbunten Hörgenuss“ so das Motto.

Was bedeutet „ZuSa“ eigentlich?

Das „Zu“ steht für Zucker und damit für Uelzen und seine Zuckerfabrik, während „Sa“ für Salz steht und damit auf die historische Salzstadt Lüneburg sowie die Salzstöcke im Wendland anspielt. Die Musikformate heißen „Rapresent“, „Can Guru“ oder „Schwarzfunk“, bei „Fit und Gesund“ etwa dreht sich alles rund ums Wohlbefinden. Vor zwei Jahren gründete sich zum Beispiel eine Radio-Projektgruppe namens „W.i.R.“, das bedeutet „Werkstatt für behinderte Menschen im Radio“. Hier sind keine Inhalte vorgegeben, es entwickeln sich unterschiedliche Wünsche und Vorstellungen.
Dabei ist ZuSa nicht alternativ, nur weil sie selbstverständlich etwa auch beim Castor-Transport in Gorleben live vor Ort berichten. Denn sowohl die feste Redaktion als auch die Bürgerfunker befragen beide Seiten – die der Demonstranten und die der Polizei, um den Hörern eine möglichst breite Berichterstattung zu bieten.

Einfach mal reinhören, auch online: www.zusa.de.
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