Mord an der Bille - Tatort Bergedorf: Heimatkrimi boomt!

Es geschieht überall: Ein Wohltorfer findet im Wald die Leiche eines jungen Mannes. In Boberg wird eine junge Frau am See gefunden – tot. Weitere Mörder treiben in Bergedorf ihr Unwesen, aber auch in Geesthacht, in Ratzeburg und Lüneburg gehen schauerliche Dinge vor. Es ist die blutige Seite eines Heimat-Booms. Der schlägt sich nicht nur in den vielen ländlich inspirierten Hochglanzmagazinen nieder. Er hat auch die Regional-Krimis auf dem Gewissen.

Autoren sprechen die Sprache der Leser

Dass die Schauergeschichten, die vor der Haustür spielen, Hochkonjunktur haben, merkt Birgit Hofmann von der Buchhandlung in der Alten Holstenstraße. Autoren wie Boris Meyn, Irene Stratenwerth, Simone Buchholz, Petra Oelker, Cornelius Hartz und wie sie alle heißen – sie verkaufen sich gut. „Die Leser kennen die Orte, die Autoren sprechen eine Sprache, die sie kennen“, sagt Hofmann.

Lokalkolorit wichtiger als die Geschichte

Dass es derzeit ein großes Bedürfnis nach Heimat gibt, bestätigt Ulrike Kirschner aus der Sachsentor-Buchhandlung. „Wenn der Leser auf Orte trifft, die er kennt, erhöht das die Spannung. Das Lokalkolorit ist für viele wichtiger
als die Geschichte oder der Erzählstil.“ Da spielt es auch keine Rolle, wenn es sich nicht immer um große Literatur handelt.

Regionalkrimis hoch im Kurs

Wer auf der Internetseite des Emons Verlags nach den Autoren sucht, muss sich erstmal auf einer Landkarte durch die Regionen klicken und nach den Schauplätzen des Verbrechens fahnden. Und davon gibt es viele. Allein 2013 hat der Kölner Ver- lag 100 Regional-Krimis verlegt. Eine Welle, die vor fast 20 Jahren begann und nun eine Art Höhepunkt erreicht hat. Auch andere Verlage wie Gmeiner, Rowohlt, Dumont, Diogenes und Piper verlegen regionale Krimis. Allein rund 200 spielen sich in der Gegend rund um Hamburg und die Elbe ab.

Gegentrend zur Globalisierung

„Krimis stehen allgemein sehr hoch im Kurs“, sagt Dominic Hettgen vom Emons Verlag. „Umso mehr, wenn sich das Verbrechen vor der eigenen Haustür abspielt. Was nahe ist, geht einem auch näher. Das ist ein Gegentrend zur Globalisierung.“
Vor etwa 20 Jahren war noch alles anders. „Dann holten Autoren wie Henning Mankell das Genre „Krimi“ aus der Ecke der Trivialliteratur“, sagt Priska Schaller von der Buchhandlung Bücherwurm in Wentorf. Auch für die Regionalkrimis war damit der Weg geebnet.

Erfolgreichster Autor des Emons Verlags im Norden ist derzeit noch Hannes Nygaard mit seinen „Hinterm Deich“-Krimis. Einen echten Kult-Autor gibt es an der Bille bisher zwar nicht. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Der Heimat-Boom ist jedenfalls mit Sicherheit noch lange nicht vorbei.

Autoren und ihre Lesungen:

Die Autorin Rena Larf liest am 23. Februar 2014 aus ihrem Bergedorf-Krimi „Mord zwischen Bille und Serrahn“ (Books on Demand) im Begegnungscentrum Haus im Park in Bergedorf, Gräpelweg 8. Am 4. April laden Rena Larf und das Ristorante Oscar (Bergedorf, Am Güterbahnhof 5) ein zum "Mörderischen Menü".
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