Fahrräder aus Wentorf für Afrika

Für seine Wentorfer Fahrrad-Sammelstelle sucht Schröder einen Raum, in dem er die Räder bis zum Weitertransport lagern kann.
 
Der Wentorfer Hans-Henning Schröder bei der Planung seines Projekts am eigenen Gartentisch. Er möchte Menschen in Afrika mit Fahrrädern aus seiner Region zu mehr Mobilität verhelfen und dazu beitragen, dass sie einen Weg aus der Armut finden.

Schon seit längerem weiß Hans-Henning Schröder, dass er etwas tun möchte, um Menschen zu helfen. Er wusste nur noch nicht genau, wie und was. Auf einem Flohmarkt traf er einen Schwarzafrikaner, der mechanische Schreibmaschinen kaufte. "So etwas ähnliches schwebte mir auch vor. Da ich von dem Kontinent fasziniert bin, lag der Fokus meiner Suche auf Afrika", erzählt der 52-jährige Lebensmittelchemiker aus Wentorf. "Jetzt hat er "sein" Projekt gefunden: Hans-Henning Schröder sammelt künftig in Wentorf und Umgebung Fahrräder für Afrika.

Fahrräder, Ersatzteile und Werkzeuge werden nach Afrika verschifft

"Fahrräder für Afrika e.V.", so heißt das Projekt, das Johannes Wolf 2010 im sächsischen Oschatz gegründet hat. "Auf einer Geschäftsreise lernte ich den Sachsen kennen", sagt Schröder. Der erzählte ihm von seinem Verein, der Fahrräder, Ersatzteile und Werkzeuge sammelt, die nach Afrika verschifft werden.

Hilfe zur Selbsthilfe

In Südafrika, Namibia und Sambia gibt es bereits sogenannte "Bicycle Empowerment Centres" (BECs), die von dem gemeinnützigen Verein aus Deutschland mit Material versorgt werden und in denen Einheimische als Fahrradmechaniker arbeiten. Der Verein möchte vor Ort tragfähige wirtschaftliche Strukturen schaffen, um langfristig Mobilität und Know-how vor Ort zu etablieren. Durch Spendengelder wird daher nicht nur der Transport der Fahrräder finanziert, sondern auch die Ausbildung von Einheimischen zu Fahrradmechanikern.

Weg aus der Armut

"In unserer Region gab es bisher keine Sammelstelle für Afrika", sagt Schröder. "Das soll sich nun ändern."
Das Fahrrad hält er für ein sehr geeignetes Verkehrsmittel für viele Menschen in Afrika, um den Weg zur Schule oder zur Arbeit zurückzulegen. "60 Prozent der Bevölkerung hat keinen Zugriff auf motorisierte Transportmittel. Viele machen jeden Tag lange Fußmärsche zur Schule oder zur Arbeit. Da Afrika bisher keine eigene industrielle Fertigung von Fahrrädern hat, ist es auf den Import der Verkehrsmittel angewiesen. Die Fahrt mit dem Fahrrad kostet nichts, ist umweltfreundlich und kann dazu beitragen, dass die Menschen mobiler werden. Dadurch können sie leichter einen Zugang zu Bildung, medizinischer Versorgung, Nahrung und Beschäftigung und damit einen Weg aus der Armut finden."

Robuste Räder eignen sich am besten

Viele Afrikaner, auch Krankenschwestern auf Krankenbesuchen, sind bereits auf Fahrrädern aus verschiedenen Teilen Deutschlands unterwegs. Demnächst könnten auch welche aus der Wentorfer Region dabei sein. Falls genügend Räder zusammenkommen. Wer ein funktionsfähiges Fahrrad besitzt, das er nicht mehr benötigt, kann es bei Hans-Henning Schröder abgeben. Der demontiert die gesammelten Räder für den Transport, verpackt sie und schickt sie zur zentralen Sammelstelle nach Sachsen. "Am besten sind robuste und geländetaugliche Fahrräder wie Mountainbikes oder Tourenräder", sagt Schröder. "Rennräder sind wegen der schmalen Reifen in Afrika nicht besonders geeignet."

Spenden und ein Raum gesucht

Bevor der Wentorfer mit seiner Arbeit richtig beginnen und eine Sammelstelle einrichten kann, benötigt er aber noch einen Raum, in dem er rund 20 Fahrräder kurzzeitig lagern kann. Wer einen Raum zur Verfügung stellen kann oder für das Projekt spenden möchte, kann Hans-Henning Schröder einfach unter hhs.wentorf@gmail.com eine E-Mail schicken oder ihn unter 0175-1223901 anrufen.






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2 Kommentare
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Ingo Seddig aus Bergedorf | 03.08.2013 | 20:28  
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Franziska Klotz aus Bergedorf | 09.08.2013 | 13:15  
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