Heidi bloggt aus Bergedorf Süd

"Mein Bergedorf, mein Stadtteil, meine Gegend... mein Zuhause, mein Blog" - Heidrun Schumacher (50) hat vor zwei Jahren mit dem Bloggen begonnen. Bei "Heidi vom Lande" geht es vor allem um aktuelle Infos von ihrem "Kiez".
 
Heidrun Schumacher auf ihrem Balkon.
 
In ihrer Sparte "Rund ums Buch" stellt "Heidi vom Lande" neue Krimis und Thriller vor.

Heidrun Schumacher ist keine Journalistin im eigentlichen Sinn. Doch mehrmals die Woche veröffentlicht sie Texte, die viele Menschen lesen – im Internet. Wer wissen will, was im Stadtteil so läuft, wo die nächsten Partys oder die besten Konzerte sind, oder in welchen Geschäften es die coolsten Schnäppchen gibt, kann das im Netz nachlesen: Auf Heidi Schumachers Bergedorf-Blog.

Von Katern, Mode und Kosmetik

In locker-unbefangenem Ton plaudert die 50-Jährige aus Bremerhaven, die seit 22 Jahren in Hamburg wohnt, auf der Internet-Seite http://heidivomlande.blog.de über sich, über ihren Kater, Mode und Kosmetik, ihre monatliche „Douglas-Box“ – und, vor allem: über ihren Stadtteil. Nicht die großen philosophischen, politischen, kulturellen oder wirtschaftlichen Themen sind es, die sie bewegen, und es ist nicht die weite Welt. Es sind die aktuellen Infos über Veranstaltungen und Events – die Welt vor ihrer Haustür. Heidrun Schumacher bloggt für ihre Nachbarschaft.

Plaudereien in der Nachbarschaft

Vom Balkon ihrer Wohnung in der Bleichertwiete in Bergedorf-Süd blickt Heidrun Schumacher weit über die Dächer der Stadt. „Ich finde es herrlich, hier zu wohnen. Wir haben im Viertel alles, was man braucht. Es ist klein und überschaubar, und wir haben eine gute Nachbarschaft.“ Die ist so gut, dass sie sich mit etlichen Bewohnern von Bergedorf-Süd sogar eine eigene Whats-App-Gruppe zugelegt haben, über die sie sich bei schönem Wetter auf Zuruf irgendwo draußen treffen. „Herrlich“, findet es Heidi Schumacher, „es sich vor der eigenen Haustür so richtig gemütlich zu machen.“ Und genau darum geht es ihr mit ihrem Bergedorf-Blog.

In Bergedorf ist es auch cool

Dabei war sie zunächst skeptisch, als sie vor elf Jahren in den östlichen Stadtteil zog. „Ich wohnte in Altona auf dem Kiez und fand das richtig cool. Doch dann lernte ich einen Vierländer kennen, meinen Mann, und wir zogen nach Bergedorf.“
Inzwischen hat sie sich „total gut eingelebt, hier gibt es so viel Grün, mit dem Fahrrad kommt man überall schnell hin und die City ist gut zu erreichen.“

Von der Bibliothekarin zur Bloggerin

Über eine Bekannte, die einen Blog in Sachen „Deko“ betrieb, kam sie im Februar 2011 zum Bloggen. Für Heidi Schumacher eine Art Initialzündung. „Kultur, Bücher, Internet und Webseitengestaltung – das war schon immer so meins.“ Als Verwaltungsangestellte hatte sie bereits viel Erfahrung mit dem PC in Hamburger EDV-Unternehmen gesammelt. Über den zweiten Bildungsweg studierte sie an der Hochschule für angewandte Wissenschaften im Fachbereich Bibliothek und Information. Ihre Diplomarbeit schrieb sie zum Thema „benutzerfreundlicher Web-Auftritt“. „Ich muss mich manchmal wundern, wie schlecht so manche Homepage ist“, sagt die Expertin in Sachen Computer und Internet, die sich auch mit HTML-Programmierung und Bildbearbeitung auskennt.

Heidi vom Lande kennt sich aus

Kein Wunder also, dass die Gestaltung ihrer eigenen Seite, die sie bei www.blog.de erstellte, ihr leicht fiel. Ein Titel war schnell gefunden: Heidi vom Lande. „Denn da komme ich ja her.“ Dazu ein Banner in Moosgrün, auf dem ein paar Gummistiefel, eine Milchkanne und ein Kuhmaul abgebildet sind. Und eine übersichtliche, benutzerfreundliche Gestaltung.

Der Blog kommt richtig gut an

Neben ihren Bergedorfer Themen stellt Heidrun Schumacher, die eigentlich schon immer vorhatte, mal ein Buch zu schreiben, auch Bücher vor. Dafür hat sie sich bei BloggDeinBuch beworben, bekommt nun Neuerscheinungen zugeschickt, die sie vorstellt. „Das kommt mir als Diplom-Bibliothekarin natürlich sehr gelegen.“ Nicht nur Freundinnen und die Nachbarschaft freuen sich über ihre Buchtipps – sie verschaffen ihr auch Blog-Besucher weit über Bergedorf hinaus.
Überhaupt kommt der Bergedorfer Blog „Heidi vom Lande“ richtig gut an. „Anfangs hatte ich nur wenige Besucher, aber über die mittlerweile zwei Jahre komme ich immerhin auf 37000 Besucher und 65000 Seitenaufrufe.

Traum vom Schreiben erfüllt

Mit ihrem Blog hat sich für Heidrun Schumacher der Traum vom Schreiben erfüllt. Geld verdienen möchte sie damit nicht. „Es soll reines Hobby bleiben“, sagt sie. Zwar sind bereits Firmen auf sie zu gekommen mit der Anfrage, ob sie für sie Werbung gegen Verkaufsprovision einsetzen würde. Heidrun Schumacher hat abgewunken.
„Das Bloggen soll weiterhin Spaß machen und keine Verpflichtung werden.“ Schließlich sitzt sie als Büroangestellte schon den ganzen Tag am Computer. Da möchte sie nach Feierabend auch mal abschalten können. Auch wenn sie weiß: „Laut Statistikrechner ist der Blog bereits rund 20000 Euro wert.“

Gemütlichkeit vor der eigenen Haustür

Erst vor kurzem hat ein Lifestyle-Magazin aus München über den Blog aus der Bleichertwiete berichtet. Im Mai hat „Heidi vom Lande“ den Best Blog Award 2013 erhalten. Und manche Bergedorfer Geschäftsleute legen ihren Kunden schon gewohnheitsmäßig Heidrun Schumachers Flyer mit in die Einkaufstüte. Darauf ist die Bergedorfer Bloggerin besonders stolz. Denn wie gesagt: Es geht ihr vor allem ums Umfeld. Es sich vor der eigenen Haustür gemütlich zu machen – das ist es, was für „Heidi vom Lande“ am allermeisten zählt.

Einträge am laufenden Band: Bloggen ist „in“

Das Wort „Blog“ setzt sich zusammen aus den Begriffen „Web“ („Netz“) und „Log“ („Logbuch) und bezeichnet eine Publikation im Internet. Dabei handelt es sich in den meisten Fällen um eine Art im Internet geführtes Tagebuch oder Journal.
Der „Blogger“, also der Autor, schreibt („postet“) darin seine Gedanken oder andere Einträge. Der „Blog“ ist also keine Netzzeitung, sondern wie eine fortlaufende Liste von Einträgen, die für jeden im Internet frei zugänglich ist. Blogs gibt es seit den 1990er-Jahren und mittlerweile zu fast jedem erdenklichen Thema. Nur die wenigsten Blogger verdienen mit ihrem Weblog Geld.
Wie viele Blogs es in Deutschland momentan gibt, ist schwer zu sagen. Experten gehen von vielleicht 1,7 Millionen aus. Darunter sind auch Blogs, die für einige Wochen oder Monate ruhen, aber noch auffindbar sind.
Es gibt zwei Kategorien von Weblogs. Die einen werden von einem meist kommerziellen Anbieter betrieben und beliebigen Nutzern nach einfacher Registrierung zur Verfügung gestellt. Diese Software ist bereits so ausgereift, dass es nicht weiter schwierig ist, sogar ganz ohne HTML-Kenntnisse einen Blog zu beginnen.
Die anderen werden vom jeweiligen Inhaber auf einem individuellen Server oder Webspace meist unter eigener Domain betrieben. Für den Betrieb eines individuellen Weblogs auf eigenem Webspace benötigt man eine entsprechende Weblog-Software und zumindest rudimentäre Kenntnisse in HTML und der jeweils verwendeten Servertechnik.
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