Immer wenn es Nacht wird: Tagsüber betreut Andreas Darm Jugendliche in Lauenburg, nachts veranstaltet er Parties, weit über die Elbstadt hinaus

Lauenburger Urgesteine unter sich: Andreas Darm (51, li.) organisiert für sein Leben gern Parties. Nächstes Projekt ist die Lauenburger Kultur- und Kneipennacht – zusammen mit dem Musiker und Gastwirt Sönke Ellerbrock (re.). Fotos: Klotz (3)
 
Musik machen liegt den beiden Lauenburgern im Blut.
Man trifft ihn überall, wo es etwas zu Feiern gibt. Geht es nach Andreas Darm (51), dann ist das Leben viel zu kurz, um alles auszukosten. „Nur einen Beruf haben – das könnte ich nicht“, sagt der Sozialarbeiter und sechsfache Vater mit der ju- gendlichen Ausstrahlung, der tagsüber im Lauenburger Jugendzentrum an der Reeperbahn wirkt.

Doch wenn es Nacht wird in Lauenburg – und weit über die Elbstadt hinaus – dann geht Andreas Darm noch ganz anderen Beschäftigungen nach. Dann ist er zum Beispiel Stimmungsmacher, Partykanone, Moderator, DJ, Musiker, Schauspieler und Organisator von Kulturevents. Und das war schon immer so.

Andreas Darm wurde als letztes von acht Kindern in Lauenburg geboren. Sein Va- ter, ein Werftarbeiter, kam aus Pommern, seine Mutter eine Lauenburgerin. „Wir hatten eine tolle Jugend hier“, schwärmt er noch heute. Als Schulsprecher lernte Darm das Organisieren. „Aber auch als Kinder einer großen Familie. Mein Vater brachte vom Wochenlohn eine Tafel Schokolade mit nach Hause – für alle. Mich für andere einzusetzen wurde mir bei so vielen Geschwistern in die Wiege gelegt. Das hat mich geprägt.“

Schnell stellte er die ersten Veranstaltungen auf die Beine – Schulfeste, Jugenddiscos, Beat-Abende und vieles mehr. Und er fing das Schauspielern an. Schon mit sieben Jahren. Bei jedem Film, der in der Lauenburger Altstadt gedreht wurde – damals eine beliebte Kulisse – war er dabei. Mal als Statist, mal als Kleindarsteller. „Ich stand schon mit Walter Richter, Götz George, Heinz Hönig, Heiner Lauterbach, Jan Josef Liefers und Wolfgang Stumph vor der Kamera“, er- zählt Darm, dem das so viel Spaß macht, dass er sich auch heute noch gern für Film- Drehs und Werbespots buchen lässt. „Aber ich mache längst nicht mehr alles, son- dern suche mir aus den Ange-boten etwas heraus“, sagt er. „Ich möchte langsam ruhiger werden.“

Die Zeiten, als er durch die Großdiscos im norddeutschen Raum tingelte und Plat- ten auflegte, sind vorbei. Doch Großveranstaltungen sind nach wie vor sein Ding. Zum Beispiel, wenn bei Stadtfesten 5000 Leute auf sein Kommando die Arme hoch reißen. Oder wenn er das Sommerfest der Landesregierung in Berlin moderiert und Frau Merkelund Herr Trittin die Tanzfläche betreten.

Bei so viel Tuchfühlung mit Prominenz – Andreas Darm ist immer bodenständig ge- blieben. Deshalb ist er seiner Heimatstadt als Ideengeber und Organisator nie untreu geworden. Seit einem Jahr hat er in Lauenburg eine Vollzeitstelle als Sozialarbeiter. Zehn Stunden davon setzt er aber für die Kultur ein. Deshalb plant Andreas Darm jetzt schon sein nächstes großes Kulturevent: die Kultur- und Kneipennacht am 23. Februar. Dann können die Besucher mit einem Ticket alle Veran- staltungen besuchen – Konzerte, Lesungen und mehr. Zusammen mit dem Musiker und Gastwirt Sönke Ellerbrock treibt er seine Idee voran.

„Lauenburg hat viel Potenzial als Touristenstadt“, sagt Darm. „Wir haben die Altstadt und das Schlossgelände. Und mit diesem Pfund sollten wir wuchern. Denn Lauenburg ist weitaus besser als sein Ruf.“ Und das hat Andreas Darm auch weiterhin vor. Schließlich ist er ein „echter Lauenburger Jung.“
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