Nachbarschaftshelfer gesucht

Auf gute Nachbarschaft: Die Quartiersmanager wollen auf ältere Menschen zugehen und ihre Hilfe anbieten. Foto: epr
Damit ältere Bürger länger in ihrer Wohnung bleiben können, sucht Bergedorf gute Nachbarn als „Quartiersbotschafter“. Hamburg ist mit diesem Projekt bundesweit Vorreiter. Die Unterstützung für Senioren wird auch durch das Bundesministerium gefördert. Interessenten können sich jetzt anmelden.

Es sind die leisen Töne, auf die Quartiersbotschafter achten sollen. Das Ächzen, wenn die 86-jährige Frau L. die schweren Einkaufstaschen in den 3. Stock schleppt. Das Ausbleiben von Herrn B., den man gar nicht mehr mit seinem Dackel auf der Straße trifft und das Klagen von Frau W., die sich vor ihrem nächsten Behördengang mit der ganzen Formularflut fürchtet.
„Wir wollen Quartiersbotschafter in Hamburg einrichten, die auf ältere Menschen im Stadtteil zugehen und sich nach deren Sorgen und Nöten erkundigen“, sagt Christa Allmers, Vorsitzende der vor zehn Jahren gegründeten Freiwilligen-Agentur Bergedorf (FAB). Die FAB sitzt monatlich am Runden Tisch mit der Hamburger Behörde zusammen. Aus der Senatsbroschüre „Wohnen im Alter“, dem Awo-Projekt „Augen auf!“ und dem persönlichen Engagement von Christa Allmers ist das Pilotprojekt entstanden: „Wir suchen Leute für das Bergedorfer Kerngebiet und Bergedorf-West, vielleicht können wir das Projekt sogar auf Lohbrügge ausweiten, wenn wir pro Standort etwa drei engagierte Menschen finden“, so Allmers. „Quartiersbotschafter“ sollten vier bis sechs Stunden pro Woche Zeit haben, bekommen einen kleinen Obolus von 50 Euro, einen offiziellen Ausweis vom Verein „Seniorenbüro Hamburg“ und ein Handy. „Wünschenswert wäre, wenn die Quartiersbotschafter im Stadtteil wohnen und so automatisch Kontakte zu ihren Nachbarn und den Menschen im Stadtteil knüpfen, gezielt Ältere ansprechen“, so Allmers. Außerdem kennen „einheimische“ Quartiersbotschafter Partner im Stadtteil wie Begegnungsstätten, Hausmeister und Nachbarschaftstreffs.
Sie bekommen zudem einen fünftägigen Vorbereitungskursus und für das Quartier eine Fibel, in der viele Tipps zu finden sind: Wo gibt es einen Pflegestützpunkt, wo eine Diabetiker-Sprechstunde, einen Migrantenverein oder einen Apotheken-Fahrdienst? Wie hilft mir die Wohnungsgesellschaft, eine Dusche seniorengerecht unzubauen? Kontaktfreudig, vertrauensvoll und verantwortungsbewusst sollten die neuen Nachbarschafts-Helfer sein – oder wie es Christa Allmers sagt „Mit Herz und Verstand“ arbeiten – denn die FAB erwartet regelmäßig einen Bericht. Wer sich mit einem polizeilichen Führungszeugnis als „Quartiersbotschafter“ bewerben möchte, kann sich bereits jetzt bei der FAB im Lichtwarkhaus, Holzhude 1 melden, deren Büro dienstags bis freitags von 12.30 bis 15 Uhr besetzt ist, Telefon 040/ 7210 4640.
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