Neujahrsempfang in Bergedorf 2016

Die Königin der Texte, Charlene Wolff, vom TextLabor Bergedorf vor dem Rathaus
 
Der Spiegelsaal im Rathaus ist gut gefüllt
Hamburg: Rathaus Bergedorf | Vielerorts ist der alljährliche Neujahrsempfang eine Institution. In Hamburg-Bergedorf auch, und so gehört es zu meinen Aufgaben als Vertreterin des TextLabors, dieses dort zu vertreten, denn es hat sich seit nunmehr fast 5 Jahren ebenfalls zu einem festen Bestandteil des Bergedorfer Kulturlebens entwickelt.

An jedem ersten Mittwoch im Monat treffen sich dort (im Hinterraum der Kulturkneipe BeLaMi in der Holtenklinker Straße) Literatur- und Musikinteressierte und bestreiten ihre gemütlichen Kulturabende. Schade, dass das TextLabor als Teil der Bergedorfer Kultur noch nicht so weit ins Rampenlicht gerückt ist, dass man uns gebeten hätte als Kulturvertreter auch ein paar Worte beim Neujahrsempfang zu sagen.

Der Neujahrsempfang fand dieses Jahr wieder im alten Bergedorfer Rathaus statt, nachdem er letztes Jahr ins Haus im Park ausweichen musste. Der Spiegelsaal ist natürlich eine wunderschöne Kulisse. Redner waren Frau Tillmann vom Bürgerverein und Herr Dornquast vom Ortsamt. Die Bergedorfer Liedertafel lieferte mit ihrem Gesang den musikalischen Rahmen, und später kamen wie jedes Jahr die Sternsinger.

In den Reden ging es um die Entwicklung des Stadtteils Bergedorf und zu einem großen Anteil auch um die vielen Flüchtlinge. Nur seltsam, dass kein einziger von ihnen anwesend war. Eigentlich ein Fehler in der Organisation. Aber wer geht überhaupt zu so einem Neujahrsempfang? Ich würde sagen, es sind nur spezielle Bevölkerungsschichten, und das Durchschnittsalter dürfte auch ziemlich hoch gewesen sein. Das war in anderen Jahren aber genauso. So manches Gesicht hatte ich schon bei einem der letzten Empfänge gesehen, und manch einer sprach mich an, er kenne mich. Wenn eine Königin nicht zu sehen wäre, wäre das auch nicht im Sinne ihres Amtes. Schließlich soll sie repräsentieren, und ich glaube, das habe ich ganz gut gemacht.

Weshalb geht man eigentlich zum Neujahrsempfang? Wenn man Mitglied im Bürgerverein ist, trifft man eine Menge Mitstreiter. Wer ist im Bürgerverein und was ist seine Aufgabe? Ich vermute, es sind vor allem alte Leute, die dort Mitglied sind. Warum, das weiß ich nicht. Immerhin geht es um den Stadtteil, in dem wir leben. Sollten junge Leute daran kein Interesse haben?

Oder kommen die Besucher nur, weil es dort nach den Reden und dem Gesang kostenlos Sekt gibt? Ich glaube nicht. Auch wenn die Reden eher eine Bilanz sind, ein Rückblick, geben sie doch einen Einblick, wie sich Bergedorf entwickelt hat und wo es hingehen soll. Auch wenn es Bürgerentscheide gibt oder Abstimmungen im Internet, ist doch ein Zwischenstand ganz interessant.
Es wurde gesagt, die Altersgruppe 18-35 fände Bergedorf als Wohnort unattraktiv. Woraus man das schließt, wurde nicht gesagt. Es könnte sein, dass wohnen hier zu teuer ist. Aber wenn Bergedorf wie geplant weiter wächst, werden die öffentlichen Verkehrsmittel immer mehr zum Nadelöhr, und dann wird es immer schwieriger, in Bergedorf zu wohnen, aber andernorts zu arbeiten und umgekehrt. Preisgünstiger Wohnraum ist in ganz Hamburg Mangelware. Das merkt auch die Politik inzwischen. Vielleicht ein Lichtblick.
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1 Kommentar
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jenengbingung jenengbingung aus Woltersdorf | 15.03.2016 | 09:41  
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