Gar nicht honigsüß: Diabetes auf dem Vormarsch

Gerade Kinder müssen an eine vernünftige Ernährung herangeführt werden: Die Zunahme von Diabeteserkrankungen wird u.a. auf den vermehrten Konsum von Junk-Food und die allgemein nachlassende körperliche Bewegung zurückgeführt.
Weltweit 246 Millionen Menschen, davon etwa 6 Millionen in Deutschland, sind Diabetiker. Weitere Millionen werden in den nächsten Jahren hinzukommen.

„Diabetes mellitus“ ist eine der häufigsten Stoffwechselerkrankungen in den westlichen Industrienationen. Warum? Tatsächlicher Zustand und mögliche Ursachen. Die Entwicklung der Krankheit, die übersetzt „honigsüßer Durchfluss“ heißt, ist deutlich und alarmierend: Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben jährlich weltweit rund 3,2 Millionen Menschen an den Folgen einer Diabeteserkrankung. Der Diabetes mellitus fordert mittlerweile genauso viele Opfer wie HIV (AIDS).
Man spricht beim Typ 2 Diabetes nicht mehr nur von „Altersdiabetes“ (ca. 90 Prozent aller Diabetesfälle, meist ab 60 Jahre), zunehmend sind auch jüngere Menschen im Alter zwischen 30 und 40 Jahren betroffen und ebenso wächst die Kinder-Risikogruppe. Nach aktuellen Schätzungen sind in Deutschland zwischen 10.000 bis 15.000 Kinder und Jugendliche im Alter von 0 bis 14 Jahren (Leitlinie Kinderdiabetologie 2009) von der Zuckerkrankheit (sowohl Typ 1 als auch Typ 2) betroffen.
Die deutliche Zunahme des Übergewichts bei Jugendlichen bewirkt schon bei den jungen Patienten gleichzeitig erhöhte Blutdruckwerte und eine erhebliche Fettstoffwechselstörung. Besonders oft tritt der Typ 2 Diabetes nach dem Einsetzen der Pubertät auf, hier verläuft die Entwicklung sehr schleichend und wird so erst spät bemerkt: Viele Betroffene wissen noch nichts von ihrer Krankheit. Das Risiko, an Diabetes zu erkranken, wird durch mangelnde Bewegung, falsche Ernährung (mit Fastfood) und damit einhergehendem Übergewicht, viel (Freizeit-)Stress, wenig Schlaf und Zigarettenkonsum verstärkt. Hinzu kommt der Faktor Vererbung, der auf 30 bis 50 Prozent der Kinder von erkrankten Diabetikern zutrifft.
„Man muss erkennen, dass kleine Schritte das Wichtigste sind“, sagt Dr. Jens Kröger, Internist und Diabetologe aus Bergedorf (www.diabeteszentrum-hamburg-ost.de). „Jeden Tag eine halbe Stunde Bewegung, das kann schon Treppensteigen statt Fahrstuhlfahren und ein kleiner Spaziergang sein.“ Jeder Einzelne sollte sich darüber bewusst sein, dass er allein für seine körperliche Gesundheit verantwortlich ist und eventuell etwas an seinem Verhalten ändern muss. Denkbare Auswirkungen des Diabetes wie Schäden an Gefäßen des Herzens und Gehirns, Herz-Kreislauf-Komplikationen, Sehstörungen oder gar Erblindung sowie Nierenversagen führen zu einer verminderten Lebenserwartung. Viele wissenschaftliche Studien belegen, dass regelmäßige Bewegung das Risiko für Typ 2 Diabetes und Diabetes-Folgeerkrankungen deutlich senken kann.

Der 6. Bergedorfer Diabetestag mit Vorträgen, Infoständen und Messungen ist für den 24. September im Haus im Park, Gräpelweg 8 geplant:

Diabeteserkrankungen nehmen alarmierend zu
Prognosen gehen davon aus, dass mehr als 10 Prozent der Europäer (rund 66 Millionen Erwachsene) im Alter zwischen 20 und 79 Jahren bis zum Jahr 2030 an Diabetes erkrankt sein werden. Einst eine Alterskrankheit, ist Diabetes inzwischen in allen Altersgruppen häufig, insbesondere bei den 30- bis 40-Jährigen sowie Kindern und Jugendlichen ist ein deutlicher Anstieg insbesondere des sogenannten Erwachsenendiabetes (Typ 2) zu verzeichnen. Die progressive Entwicklung eines Diabetes Typ 2 vollzieht sich meistens über mehrere Jahre hinweg und kann asymptomatisch verlaufen. Studien schätzen, dass auf einen diagnostizierten Diabetesfall mindestens ein Fall mit einem erhöhten Gefährdungspotential kommt. Dies würde allein in Bergedorf an die 10.000 Menschen betreffen. Glücklicherweise können Menschen mit einem hohen Erkrankungsrisiko (Kinder von Eltern mit Erwachsenendiabetes haben ein Risiko von 30 bis 50 Prozent) die Erkrankung verhindern oder zumindest verzögern.
Dafür bedarf es nur relativ „kleiner“ Veränderungen in der Lebensweise etwa durch gesündere Ernährung, Steigerung der körperlichen Aktivität und Aufrechterhaltung eines gesunden Gewichtes. „Selbst ein Weg von 1000 Meilen beginnt mit einem Schritt“ lautet der einleitende Vortrag des Diabetologen Dr. med. Jens Kröger auf dem 6. Bergedorfer Diabetestag am Sonnabend, 24. September, von 13 bis 17 Uhr im Haus im Park.

Im Anschluss daran besteht für Betroffene und ihre Angehörigen die Gelegenheit, sich über verschiedene Möglichkeiten hinsichtlich der Prävention und neuer Therapiemöglichkeiten beim bereits eingetretenen Diabetes zu informieren. Verschiedene ärztlich geleitete Expertenrunden beschäftigen sich mit dem Thema Diabetes und seiner Folgeerkrankungen.
Neben Industrieausstellungen besteht für Besucher die Möglichkeit, die Blutzucker-, Cholesterin- und HBA 1 c-Werte sowie den Blutdruck von Fachkräften bestimmen zu lassen, um ein Abbild ihres individuellen Herz-Kreislaufrisikos zu erhalten. Zum Abschluss der Veranstaltung kann beim kabarettistischen Fitnessprogramm „Rund und Gesund“ von Helga Siebert nochmal herzhaft gelacht werden. Der Diabetestag ist eine Kooperation des Bergedorfer Gesundheitsamts, des Hauses im Park, KISS, dem Zentrum für Diabetologie und dem Deutschen Diabetiker Bund.

Zum 6. Bergedorfer Diabetestag im Haus im Park, Gräpelweg 8 am 24.September sind alle Betroffenen und Interessierten herzlich eingeladen, der Eintritt ist frei.

Weitere Infos zum Thema Diabetes online auf www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.