Was ist eine vorausgefüllte Steuererklärung?

Es handelt sich hier um ein Serviceangebot, das kostenlos von der Steuerverwaltung bereitgestellt wird. Es soll jedem Bürger das Erstellen der Steuererklärung erleichtern. Dieses Angebot einer vorausgefüllten Steuererklärung gibt es seit dem Jahr 2012. Genutzt werden kann das Angebot seit Anfang 2014.

Die Belege zur eigenen Person stehen aber erst dann zur Verfügung, wenn Sie bereits bei der Steuerverwaltung angekommen sind. Das bedeutet, dass es eine zeitliche Verschiebung geben kann, da der Arbeitgeber bis zum 28. Februar die Möglichkeit hat, die Belege einzureichen.

Einige Daten zur Person werden durch die Steuererklärung, die vorausgefüllt ist, schon bereitgestellt:

- Lohnbescheinigungen vom Arbeitgeber, bereits übermittelt
- Krankenkassenbeiträge und Pflegeversicherungsbeiträge
- Rentenleistungen
- Freiwillige Rentenleistungen, Riester Rente, als Versorgungsaufwendungen
- Seit 2014 auch Lohnersatzleistungen

Welche Vorteile bietet die vorausgefüllte Steuererklärung?

Wer hat die vorausgefüllte Steuererklärung nutzt, hat den Vorteil, dass er seine Daten nicht mehr einzeln eingeben muss, da sie bereits im Formular stehen. Das beugt Fehler bei der Erfassung vor. Allerdings müssen die Daten noch überprüft und ergänzt werden.

Außerdem gibt es einige Zusatzfunktionen, wie bei kommerziellen Steuerprogrammen, die mit Hilfen durch die komplette Steuererklärung führen.
Bereits vor der Abgabe, wird unverbindlich die Steuer berechnet, sodass ersichtlich wird, ob es eine Erstattung oder Nachzahlung geben wird und wenn in welcher Höhe.

Außerdem findet schon vor der Übermittlung eine Plausibilitätsprüfung statt, sodass sich Fragen, die vom Finanzamt gestellt werden könnten, verringern.
Daten, die noch eingetragen werden müssen, werden automatisch in das richtige Feld der Einkommensteuererklärung geschrieben. Somit werden Fehler bei den Eintragungen vermieden.

Besteht damit die Verpflichtung zur Einkommenssteuererklärung?

Die freiwillige Nutzung der vorausgefüllten Einkommenssteuererklärung bedeutet nicht automatisch, dass die Abgabe der Steuererklärung Pflicht ist. Es gelten weiterhin die bestehenden Regelungen.

Wie kann die ausgefüllte Steuererklärung genutzt werden?

Für die Nutzung der vorausgefüllten Steuererklärung ist es notwendig, die eigenen Belegdaten abzurufen. Dafür ist eine Registrierung mit Identifikationsnummer notwendig, die im ElsterOnline-Portal durchgeführt werden muss.

Eine bereits bestehende Anmeldung im Elster Online Portal mit der Steuernummer, reicht nicht aus um Belege abrufen zu können.
Es ist eine erneute Anmeldung erforderlich.

Nach erfolgreicher Anmeldung stehen die Daten dann einen Tag später zum Abruf zur Verfügung. Dies kann 24 Stunden und 7 Tage die Woche getan werden.

Wie soll mit den Belägen verfahren werden?

Die Belege können nach Anmeldung eingesehen werden und auch verändert werden. Es können also die eigenen Daten in der Einkommensteuererklärung übernommen werden. Diese können gelöscht oder geändert werden, selbst wenn sie aus Belägen übernommen wurden.

Die Erstellung der Einkommensteuererklärung muss nicht zwangsläufig mit dem Elster Formular im ElsterOnline-Portal erstellt werden, sondern kann auch mit einer anderen Software, wie Beispielsweise auf von Terra angefertigt werden.
Es besteht die Verpflichtung, die Einkommenssteuererklärung auf Richtigkeit sowie Vollständigkeit zu überprüfen.

Wenn von der Krankenversicherung, der Rentenversicherung oder vom Arbeitgeber falsche Daten übermittelt wurden, müssen diese auch bei dem zuständigen Übermittler korrigiert werden. Das Finanzamt kann das nicht übernehmen.

Woher kommt die Identifikationsnummer?

Diese wurde bereits 2010 vom Bundeszentralamt für Steuern mitgeteilt und steht auf dem Einkommenssteuerbescheid ganz oben links.
Falls diese verloren gegangen ist, kann sie erneut beim Bundeszentralamt für Steuern angefordert werden.

Bild: pixabay.com - CC0 Public Domain
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