Die Jeans erobert Deutschland in den 50er Jahren

Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs war sie in Deutschland nahezu unbekannt: die Jeans. Erstmals fiel sie dadurch auf, dass sie von amerikanischen Soldaten der Besatzungsmacht getragen wurden. Durch die Stationierung der Soldaten nach 1945 in Westdeutschland baute sich nach und nach eine Verbindung zu der von Krieg, Elend und Verzicht geprägten deutschen Jugend zur Jeanshose auf.

Freiheit und eine bessere Welt

Auf einmal eröffneten sich für eben jene Jugendliche ganz neue Welten. Wer kannte bis dahin schon Musikrichtungen wie Rock 'n' Roll oder Jazz, beziehungsweise kam in den Genuss von Schokolade oder gar Kaugummi. Kein Wunder also, dass auch neue Haarschnitte und die Jeanshosen wahre Begeisterung hervorriefen. Die älteren Generationen sahen den neuen Kleidungsstil der Jugend nicht allzu euphorisch. Schließlich handelte es sich hierbei um eine rein praktische, rustikale Arbeiterhose, die auch in Amerika bis zur Mitte der 50'er Jahre als solche galt.

Die Rebellion aus dem Westen

Wer Jeanshosen kannte, hatte sie meist in alten amerikanischen Filmen vom Wilden Westen gesehen, wo sie ein fester Bestandteil von Cowboy-Outfits waren. Für die Anhänger der SED stellten sie rebellische Vorbilder dar, die alles andere als geduldet wurden. Nach und nach überflutete die amerikanische Jugendkultur mit dem, aufgrund seiner Machart auch als Niethose bezeichnete, Kleidungsstück immer mehr auch die deutsche Bewegung der Jugendlichen. So grenzte man sich zunehmend von der zuvor vorherrschenden Vaterlandspflicht der älteren Generationen ab. Rebellische Filmhelden, wie Marlon Brando in "Die Wilden" oder James Dean in "Denn sie wissen nicht, was sie tun", dienten hierbei als Rollenvorbilder. Heranwachsende in der DDR hatten es allerdings schwer, diesen Idolen nachzueifern. Zeitweise war das Tragen der sogenannten Texashosen auf öffentlichen Veranstaltungen und in der Schule komplett verboten.

Die Jeanshose auf dem Vormarsch

Gegen Erwartung aller ließ sich die Texas- oder Nietenhose jedoch nicht verdrängen und selbst in Ostdeutschland wurde mit der Zeit eine jeansähnliche Hose produziert. Ab den 70'er Jahren gehörte das Kleidungsstück dann endlich den meisten deutschen Kleiderschränken an und erhielt auch von älteren Generationen mehr Akzeptanz. Seit dem entwickeln sich Jahr für Jahr verschiedenste Abwandlungen der einstigen Arbeitshose, sodass sie mittlerweile auch in höchsten Kreisen gern getragen wird.

Quellenverweis: Der Text wurde recherchiert von JeansWelt
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