Hamburger Hafen: Deutschlands wirtschaftliches Tor zur Welt

Der Hamburger Hafen blickt auf eine weitreichende Geschichte zurück und wird auch gemeinhin als "Deutschlands Tor zur Welt" bezeichnet. Und das völlig zu Recht, denn immerhin ist der offene Tidehafen an der Unterelbe der größte Seehafen in der Bundesrepublik sowie der drittgrößte Hafen Europas. Aus diesem Grund ist der Hamburger Hafen insbesondere für die internationalen Wirtschaftsbeziehungen eine äußerst wichtigste Schnittstelle.

Wie sieht die historische Geschichte des Hamburger Hafens aus?

Die Geschichte des Hamburger Hafens geht bis in das 9. Jahrhundert und auf einen Anladeplatz an einem Mündungsarm der Bille zurück, der den historischen Ursprung des heutigen Hafens darstellt. Im Laufe der Zeit wurde der Anladeplatz durch einen Alsterhafen ergänzt, welcher bis in das 16. Jahrhundert für den Umschlag von Waren genutzt wurde. Im 19. Jahrhundert dehnte sich der Hafenkomplex mit zahlreichen Hafenbecken an die Elbe aus, sowie anschließend flussabwärts zum nach Westen vorgelagerten Welthafen. Seit den 1970er Jahren ist der Hafen vor allem durch den Verkehr von Containerschiffen und einen stark automatisierten Umschlag geprägt. Auch in der Moderne wandelt der Hamburger Hafen kontinuierlich sein Gesicht. So wird zum Beispiel seit 2004 kontinuierlich auf dem Gebiet zwischen Kehrwieder und den großen Elbbrücken mit der sogenannten HafenCity ein neuer Stadtteil aufgebaut, der insbesondere Wohn-, Arbeits- und Freizeitzwecken dienen soll.

Warum ist der Hamburger Hafen in der heutigen Zeit so wichtig und wie funktioniert der Güterumschlag?

Die Stadt Hamburg ist mit ihrem Seehafen äußerst wichtig für den internationalen Warenverkehr, da hier ein Großteil der deutschen Im- und Exportgeschäfte durchgeführt wird. Der Güterumschlag findet dabei zu zwei Dritteln im Stückgut und zu einem Drittel im Massengut statt, wobei rund 98 % des Stückgutes in Containern umgeschlagen wird. Rund 33 Prozent des Umschlages betrifft dabei den Transshipment-Bereich, womit die Verlagerungen von See- auf Feederschiffe zum Weitertransport gemeint sind. Wie wichtig Container für den internationalen Warenverkehr in der Gegenwart geworden sind, zeigt unter anderem die Tatsache, dass sich der Containerumschlag zwischen den Jahren 2000 und 2015 von 45,3 Millionen Tonnen auf 90,6 Millionen Tonnen verdoppelt hat.

Welche Güter werden besonders häufig umgeschlagen und welche Unternehmen profitieren davon?

Wie bereits erwähnt, besteht der Hauptteil der Umschlagmasse aus Stückgut, das sich aktuell unter anderem aus Maschinen, Anlagen, chemischen Erzeugnissen, Holzprodukten, Werkstoffen und Fahrzeugen zusammensetzt. Der Anteil an Massengut besteht hauptsächlich aus Rohstoffen wie beispielsweise Öl, Kohle oder Erzen. Weiterhin bilden auch Baustoffe, Getreide und Düngemittel einen signifikanten Teil des umgeschlagenen Massengutes. Aber auch Obst und andere Lebensmittel aus weit entfernten Ländern sind ein wichtiger Bestandteil der Lieferungen. Insbesondere Anbieter für Stahlcontainern sowie Logistikunternehmen profitieren dabei von der Entwicklung, da die große Umschlagmenge bei ihnen - ebenso wie bei den Reedereien - regelmäßig für volle Auftragsbücher sorgt.

Wie sieht die Zukunft des Hamburger Hafens aus?

Die Zukunft des Hamburger Hafens hält derzeit große Herausforderungen für die Stadt bereit, welche direkt mit dem Umschlag von Massengütern zusammenhängen. So ist es aktuell für viele Massengutfrachter nicht möglich vollbeladen bis an die Kaimauern heranzufahren, da der viele Schlick im Hafenbecken und der Elbe hier eine Hürde darstellt. Für die wirtschaftlichen Zentren der Hamburger Bezirke, wie beispielsweise Hamburg-Bergedorf, bedeutet dieser Umstand große Kopfschmerzen, denn vielen Firmen kommt der fehlende Tiefgang teuer zu stehen. So müssen schwere Frachter oft noch an anderen Häfen teuer umgeladen werden, was manchen Unternehmen laut eigener Aussage Kosten von bis zu einer Millionen Euro am Tag beschert. Auch in Bezug auf die Einfahrt moderner Containerriesen in das Hafenbecken bewegt sich der Hamburger Hafen derzeit am Limit, da diese nur mit großem Aufwand die Elbe hinauf manövriert werden können. Die geplante Vertiefung der Elbe muss nach dem aktuellen Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes erneut überarbeitet und damit verlegt werden, was nun erneut viel Zeit und Geld kosten wird.

Das Fazit

Der Hamburger Hafen ist bereits seit Jahrhunderten einer der wichtigsten Umschlagplätze für die internationale Wirtschaft in Deutschland und auch heute noch von fundamentaler Bedeutung für die Bundesrepublik. Statistiken zeigen allerdings, dass die Umschlagquote in den letzten Jahren leicht rückläufig ist und somit akuter Handlungsbedarf besteht, um zukünftig nicht den Anschluss zu Konkurrenzhäfen wie beispielsweise Rotterdam zu verlieren.
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