Der Kultursommer am Kanal, ein Resumee aus Sicht einer Geesthachterin

Um es vorweg zu nehmen. Ich mag Kunst und Kultur und ich besuche auch gerne derartige Veranstaltungen. Neben Beruf und Familie bleibt dafür nicht immer so viel Zeit, wie ich gerne hätte, aber das betrifft auch andere Lebensbereiche.

Immer mal wieder nehme ich im Sommer auf meinem Weg zur Arbeit einige wenige, allgemein gehaltene Werbeplakate für den "Kultursommer am Kanal" wahr. Ich registriere sie nur am Rande, denn sie hängen immer an der stark befahrenen B5 und ich habe dort leichte Schwierigkeiten mit der Schnellerfassung der Schrift. Zum Anderen fühlte ich mich von dem Hinweis auf den Kultusommer am Kanal bisher nicht besonders angesprochen. Denn es ist jedem Geesthachter klar, dass Geesthacht zwar an der Elbe, aber nicht am Kanal liegt!!!

Politisch und kulturell Interessierte wissen, dass der Kreis 2006 seine kulturelle Förderung komplett einer Stiftung überlassen hat mit dem Auftrag, etwas "Schönes für die Kreisbürger daraus zu machen!"
Seit dieser "Mittelumverteilung" in die Stiftung Kreis-Herzogtum Lauenburg habe ich mich schon manchmal gefragt, ob Geesthacht überhaupt als kreiszugehörig wahrgenommen wird? In den vergangenen Jahren gab es nämlich keinerlei ernsthafte, für uns Bürger wahrnehmbare Bemühungen, den Kultursommer nach Geesthacht zu bringen. Ganz im Gegenteil.

Und an genau dem Punkt fange ich an, mich über die Äußerungen des
Programmgestalters des Kultursommers, Herr Scharfenstein, zu ärgern. Er lässt nämlich als Resumee in der Lauenburger Landeszeitung vom 23.Juli 2011 nachdenklich verlauten: (...) obwohl Geesthacht die größte Stadt im Kreis ist, scheint sie in puncto Kultur ein schwieriges Pflaster zu sein (...)

Ich kann dazu nur sagen: Wenn von den rund 80 Veranstaltungen der Stiftung nur 4 in Geesthacht stattfinden, drängt sich einem nicht gerade der Eindruck auf, Geesthacht sei von der "Kanalmuse" geküsst. Ich will der Frage nicht weiter nachgehen, ob Geesthacht ein schwieriges Pflaster für Kultur ist oder ob wir einfach etwas lieblos behandelt werden. Bei Internetrecherchen zum Kultusommer 2006-2010 fällt jedenfalls auf, dass Geesthacht gar keine Rolle spielt. Für 2011 habe ich jedoch im Nachhinein genau vier Veranstaltungen des Kultursommers in Geesthacht gefunden:

Eine Fotoausstellung im Krankenhaus im Zugang zur Psychiatrie,
eine Fotoausstellung am Krümmeler Wasserturm,
ein Konzert mit "improvisierter Musik" in der Christuskirche
und ein Konzert "Musikalische Begegnung im Park" im Wald in Grünhof.

Die musikalische Begegnung im Park hätte mich sehr interessiert. Vielleicht hätte ich dort ja im Anschluss an das Konzert auch jemanden von der Stiftung Kreis Herzogtum Lauenburg getroffen, um mit ihm mal über die Kulturmittelverteilung im Kreis zu diskutieren. Auch Geesthachter sollten eine Chance bekommen, kulturbegeisterte, heimatverbundene Kreisanhänger zu werden, in einer Gemeinschaft verbunden mit Mölln, Siebeneichen, Ratzeburg und Lauenburg. Wir sind nicht als Kulturbanausen geboren. -Ehrlich nicht.
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4 Kommentare
Kim Nadine Meyer aus Geesthacht | 27.07.2011 | 10:28  
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Kathrin Wagner-Bockey aus Geesthacht | 27.07.2011 | 14:28  
Kim Nadine Meyer aus Geesthacht | 02.08.2011 | 12:25  
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Rainer Peeck aus Geesthacht | 23.08.2011 | 10:41  
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