Fährhaus Ziehl hat neuen Besitzer

Rainer und Christel Dittmar übergeben den Schlüssel zum Fährhaus an Martin Al Amiry (vorn rechts) und Sadegh Saeed Nejad.
Geesthacht: Fährhaus Ziehl | Das Fährhaus Ziehl war immer ein Familienbetrieb. Eine Tradition, die auch Christel und Rainer Dittmar aufrechterhielten, als sie den Gasthof vor 37 Jahren von dem Ehepaar Wimmer übernahmen.
Bis noch vor wenigen Tagen stand Christel Dittmar, im Alter von 70 Jahren, zuweilen bis 2 Uhr in der Nacht hinter dem Tresen, zapft Bier und gibt Essen aus. Gruppen wie die Bridge-Freunde oder der Blindentreff haben ihre Spielnachmittage und Stammtische im Fährhaus.
Doch jetzt erlebt die urige Wirtschaft eine Zeitenwende. Denn Dittmars haben sich zum 1. Juni in den Ruhestand verabschiedet und einen Käufer für das Fährhaus gefunden. Martin Al Amiry leitet zwei Hotels, eines in Glinde und eines in Groß Borstel. "Wir möchten unsere kleine Hotelkette erweitern, haben gerade ein Haus in Harburg gekauft und nun auch das Fährhaus hier in Geesthacht", sagt Al Amiry. So wird derzeit aus dem Fährhaus Ziehl ein Hotel Entrée. Doch Martin Al Amiry möchte alle Stammgäste und Geesthachter beruhigen: "Wir wollen zunächst nichts verändern, erst mal das Haus und die Geesthachter kennenlernen." Im Laufe der Zeit soll es modernisiert werden. Die gewohnte deutsche Küche soll aber erhalten bleiben, allenfalls die Speisekarte erweitert werden, so der gebürtige Iraker. Auch die Angestellten werden vorerst übernommen.
Al Amiry kennt das Hotelgewerbe von der Pike auf. "Meine Familie hat zwei Hotels im Irak", erzählt der Geschäftsmann, der 1996 nach Deutschland kam und hier inzwischen heimisch geworden ist. Die Lage des Fährhauses an der Elbe und die Stadt Geesthacht hätten ihn gleich überzeugt.
Christel und Rainer Dittmar freuen sich jetzt auf ihren Ruhestand. "Ich möchte viel Sport machen. Langeweile wird mit Sicherheit nicht aufkommen", sagt die 70-Jährige, die aber auch zugibt, mit "ein bisschen Wehmut" zu gehen. "Wir haben einen Sohn, der in der Schweiz lebt, und eine Tochter, die in Chile wohnt. Beide wollen wir besuchen", sagt Rainer Dittmar. Das Ehepaar hat selbst lange im Ausland gelebt.
Beide lernten sich in der Schweiz kennen, später leitete Rainer Dittmar Hotels in England. Doch als die drei Kinder in die Schule mussten, entschieden sich Christel und Rainer Dittmar, nach Deutschland zurückzukehren und in Geesthacht sesshaft zu werden. Bis heute leben sie nur 200 Meter vom Fährhaus entfernt. "Wenn also Not am Mann ist, sind wir nicht weit weg", sagt Rainer Dittmar schmunzelnd. Doch seine Frau Christel winkt ab: "Herr Al Amiry wird das schon machen."
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jenengbingung jenengbingung aus Woltersdorf | 16.03.2016 | 12:51  
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