Kinderuniversität der Krümmeler Alfred-Nobel-Tage 2013

Begrüßung durch Dr. Rainer Döhl-Oelze (Foto: Götz Fischer)
 
Gespannte Erwartung (Foto: Götz Fischer)
Anlässlich der Kinderuniversität im Rahmen der Krümmeler Alfred-Nobel-Tage, begrüßte der Hausherr des GITZ, Herr Dr. Rainer Döhl-Oelze, 300 Schülerinnen und Schüler aus elf 4. Klassen der Geesthachter Grundschulen zu einer Vorlesung mit Frau Prof. Dr. Meike Piepenbring von der Goethe-Universität in Frankfurt.
Wirkt das Thema „Die wunderbare Welt der Pilze“ im ersten Moment wenig aufregend, so merkten die Schülerinnen und Schüler bald, daß es außer den bekannten Speisepilzen, die essbar sind (z. B. Champignon) und den lebensgefährlichen Pilzen (Grüner Knollenblätterpilz) noch viele, ganz andere Verteter dieser Gruppe von Lebewesen gibt.
Interessant schon mal, daß Pilze mit den Tieren gemeinsame Vorfahren haben und nicht mit den Pflanzen verwandt sind.
Kaum zu glauben, welche Dimensionen ein Pilz insgesamt einnehmen kann. Wir kennen üblicherweise nur die Fruchtkörper. Der größte Teil des Pilzes, das Mycel, lebt aber im Boden, kann sich über eine Fläche von 15 ha erstrecken, ist bis zu 1500 Jahre alt und insgesamt ca. 10 to schwer (Beispiel aus Nordamerika).
Ganz wichtig in der Pflanzenwelt ist die Verbindung von Pilzen und Baumwurzeln, die sich gegenseitig nutzen (Symbiose) in dem die Pilze Stickstoff und Phosphor aus dem Wasser im Boden den Baumwurzeln zur Verfügung stellen und die Bäume den Pilzen den aus der Photosynthese gewonnenen Zucker geben können.

Dann führte die Reihe von Beispielen, die Frau Prof. Piepenbring vorführte, zu einigen bizarren Vertetern, die als Parasiten leben - Pilze, die Spinnen und Ameisen angreifen und darin leben.
Der Pilz Cordyceps, der Ameisen dazu veranlasst, daß sie an Zweigen nach oben klettern, sich dort festbeißen, so daß von dort aus die Sporen des Pilzes besser verbreitet werden. Ein echter „Zombie“!
Einige iiihs und ooohs zeigten, wie emotional die Schüler auf die packenden Beispiele reagierten.
Auch beim Bild der Puppenkernkeule, die aus toten Schmetterlingslarven herauswächst und die Fruchtkörper über den Boden hinausschiebt.
Wunderschön das Beispiel der Blattschneiderameisen, die nicht nur Teile von Blättern transportieren, sondern auch mal einen Teil einer hübschen Blüte in ihren Bau tragen um dort Pilze zu züchten von denen sie sich ernähren.
Weitere Pilze, die es schaffen, sich mit Hilfe von 30 Milliarden Sporen zu verbreiten bis zu dem auch bei uns bekannten Hallimasch, der im Dunklen ein leichtes Leuchten erkennen läßt.
Pilze haben viele Verteter, die dem Menschen nützlich sein können bei der Herstellung und Verfeinerung von Lebensmittel wie z. B. Brot backen (Hefen) Käse (Schimmelpilze) und vor allem die segensreiche Aufdeckung der Heilwirkung der Penicilline aus Schimmelpilzen, für die es 1925 den Nobelpreis gab.
Weitere Beispiele waren die zerstörerische Arbeit von Pilzen in Häusern, wo das Balkenwerk, die Böden und Wände und auch die Kleider in den Schränken bei entsprechender Feuchtigkeit angegriffen werden.
Wie weit Pilze auch bei der Zersetzung von Kunststoffen und Giftstoffen in der Umwelt beteiligt sind, ist ein wichtiges Forschungsziel!
Zunehmend wichtig ist die Beteiligung von Pilzen bei der Gewinnung von Bioenergie in Form von Alkohol.

Unbekannt war auch den anwesenden Mitgliedern des Förderkreises, daß es noch weitere 2 „Nobelpreisträger“ unter den Pilzen gibt. Damit hatte Frau Prof. Piepenbring den Bezug zu Alfred Nobel und dem Krümmel, dem Ort an dem das Dynamit erfunden wurde, hergestellt.
Schon während der Vorlesung hatten die Schülerinnen und Schüler viele interessante Fragen und hätten am Ende sicher noch lange weiter gefragt. Zur Frage, ob Pilze Augen haben, konnte Frau Prof. Piepenbring berichten, daß es einen Pilz gibt, der an seiner Basis ein „Auge“ besitzt, mit dem er den Lichteinfall erkennen kann und damit den Auswurf seiner Sporen ins Licht koordiniert.
Nach diesem interessanten Vortrag werden alle Besucher die Pilze mit ganz anderen Augen betrachten!
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