Linoldrucke in Geesthacht

Linolschnitt:Olaf Jendert, Druck: Schüler der Oberstadtschule Geesthacht
Geesthacht: Oberstadtschule | /heute Bertha-von-Suttner-Schule

In den 70er Jahren quälte ich mich mit Linolschnitt im Kunstunterricht herum. Stumpfe Werkzeuge, angetrocknetet Farbe und keine Umsetzung zum Drucken. Nie wieder Linolschnitt? Nach langjähriger Zeit als Drucker in der Industrie wollte ich diese historische Technik noch einmal für mich und andere Interessenten entdecken.

1860 wurde das Linoleum von dem Engländer Walton als Bodenbelag entwickelt. Zum Ende des Jahrhunderts ging man dazu über, dieses Material auch für die Herstellung von Hochdruckformen zu verwenden. Es eignet sich weniger für feine Linienstrukturen als für große Flächen. Verhältnismäßig viel Farbe und ein starker Druck mit weichem Gegendruck ist die Bedingung für einen glatten Ausdruck. Für die Bearbeitung des Werkstoffes wird Linolschnittwerkzeug benötigt. Ich verwende jedoch Holzschnitteisen. Durch die scheinbar leichte Bearbeitung waren Linolplatten im Schulunterricht und für junge Grafiker ein beliebtes Material. Große Künstler wie Ben Shan, Henri Matisse und Pablo Picasso hatten sich mit dieser Technik beschäftigt und sehenswerte Kunstobjekte erzielt.
2010 gab es ein Druckprojekt in der Oberstadtschule (heute Bertha von Suttner Schule). Die Schule stellte einen Klassenraum in der zu der Zeit nicht genutzten "Baracke" zur Verfügung. Eine alte Druckpresse mit Holzunterbau wurde mit den Schülern zerlegt, gereinigt, gefettet und wieder gangbar gemacht. Sie druckten mit vorher gefertigten Schnitten auf verschiedenen Materialien wie Papier, Stoff und Folien. Zur praktischen Verwendung ergaben sich Mappen, Karten, Taschen und T-Shirts.Blog:druckvonoben
Aus Platzmangel musste die Druckpresse nach ca. einem Jahr wieder abgebaut werden. Weitere Druckprojekte gab es in der Förderschule Geesthacht Lithographie und Steindruck sowie an der Schule Zollenspieker. Es wäre zu wünschen, wenn sich für die Pressen in Geesthacht oder Umgebung Platz finden würde, damit die alten Drucktechniken nicht in Vergessenheit geraten.
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