Von der Sammelleidenschaft gepackt

Otto Antl bewahrt die bunten Anhänger gut sortiert in grauen Sammelboxen auf.
Geesthacht. "Wer einmal anfängt, bleibt dabei", meint Otto Antl und spricht von seiner Sammelleidenschaft. In über 15 Jahren hat er etwa 10.000 Brustanhänger gesammelt.

Schon an der Eingangspforte des von rosa Rhododendren gesäumten Hauses merkt der Besucher: Hier wohnt ein Mensch mit Humor und Spaß an Skurrilitäten. Das gelbe Schild, das zur Vorsicht vor dem Hund mahnt, ist eigentlich nicht ungewöhnlich – doch hier steht der Spruch nicht auf Deutsch, sondern auf Polnisch. Ein Urlaubsmitbringsel, wie der Hausbesitzer später erzählt. Nähert man sich der Eingangstür, ertönt plötzlich ein anerkennender Pfiff, der Frauen einst die Röte ins Gesicht trieb. Bei genauerem Umsehen findet sich aber kein junger Mann auf Brautschau, sondern ein Plastikhase mit Bewegungsmelder.

Im Haus von Otto Antl angekommen, gibt es viel zu bestaunen. Die letzten Lampen der Stuttgarter Eisenbahn hängen zum Beispiel im Vorraum, dessen Deckenverzierung einst den Fußboden eines Schlosses bildete.

Doch der eigentliche Stolz von Hausbesitzer Otto Antl befindet sich auf drei mal drei Metern im ersten Stock des Einfamilienhauses. Fein säuberlich aufgereiht in unzähligen grauen Sammelboxen, die sich an den Zimmerwänden türmen. 10000 Brustanhänger von Militär, Polizei und Feuerwehr hat Otto Antl zusammengetragen. Mal sind die Metallplättchen auf Leder aufwendig verziert mit Reliefoberfläche, mal glatt und schlicht. Besonders stolz ist Antl auf einen Anhänger von der Soldatenwallfahrt nach Lourdes, mit einer hübsch gearbeiteten Maria darauf.

Angefangen hat die Sammelleidenschaft von Otto Antl bei der Bundeswehr, wo der 73-Jährige in den letzten 15 Jahren seines Berufslebens tätig war. „Ich habe beim Jägerbataillon 66 in Wentorf in der Kleiderkammer gearbeitet. Eines Tages kam mein Feldwebel mit einem Tablett mit 30 aussortierten Brustanhängern an. Das waren meine ersten. Und wer einmal mit dem Sammeln anfängt, bleibt dabei.“ Heute haben die Anhänger ein eigenes Zimmer, werden akribisch im Computer aufgelistet.

Via Internet findet der Sammler Gleichgesinnte, mit denen er tauscht, und Händler, bei denen er außergewöhnliche Stücke bekommt. So liegen Brustanhänger von der albanischen paramilitärischen Organisation UÇK genauso in den Sammelboxen wie Anhänger der Bayerischen Grenzpolizei oder der „Soko Dagobert“, eine Sonderkommission der Kripo – der Anhänger zeigt Dagobert Duck. Zwischen 2,50 und 50 Euro sind die Lieblinge von Antl je nach Auflage Wert.

Etwa zwei Stunden am Tag, verbringt der Rentner mit sortieren, listen und bei der Internetrecherche. Sehr zum Leidwesen seiner Frau Karin. Doch weil sie ein ähnliches Hobby hat, akzeptiert die 71-Jährige das Interesse ihres Mannes: Sie sammelt Eulenfiguren. Etwa 500 Stück stehen im gesamten Haus verteilt.
Wer die Leidenschaft für Brustanhänger von Otto Antl teilt und mit ihm tauschen möchte, kann sich telefonisch unter (04152) 72632 melden oder via E-Mail: otto.antl@ freenet.de.
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jenengbingung jenengbingung aus Woltersdorf | 16.03.2016 | 12:54  
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