Zwei Zeitzeugen der Geesthachter Kriegsgeschichte verstorben

Blandine C. Pont
Zwei Zeitzeugen der Geesthachter Kriegsgeschichte verstorben

In nahem zeitlichen Abstand starben die Geesthachter Zeitzeugen Blandine C. Pont und Hans Ebert.

Beide hatten ihre Kindheit, ihre Jugend und ihr Arbeitsleben in Geesthacht verbracht.
Aber nicht nur ihre Erinnerungen an die Zeit des Zweiten Weltkriegs und die Jahre danach waren immer wieder Anlass für Zeitzeugengespräche mit dem Förderkreis Industriemuseum Geesthacht, in Schulen und in Medien. Blandine Pont und Hans Ebert hinterlassen auch private Sammlungen mit Objekten aus der Zeit der Krümmeler Sprengstofffabrik, deren Objekte bereits in verschiedenen Ausstellungen zu sehen waren.
Ihre Lebensgeschichten hätten verschiedener nicht sein können.
Blandine C. Pont wurde als Tochter des Direktors der Krümmeler Dynamitfabrik,
Dr. Grieshammer, geboren und ging nach England.
Hans Ebert wurde in der Werkstatt der Krümmeler Sprengstofffabrik zum Elektriker ausgebildet und arbeitete dort bis zum Kriegsende.
Beide Zeitzeugen gehörten zu dem kleinen Personenkreis, der sich auf dem Gelände und in den Beziehungen der Menschen untereinander gut auskannten.
Pont durch ihre Verbindung zum Vater, den sie in den Betrieb begleiten durfte;
Ebert aus beruflichen Gründen, waren die Elektriker doch diejenigen, die an allen Gebäuden tätig werden mussten.
Neben Unglücksfällen und Einzelheiten der Kriegsproduktion im Nationalsozialismus, konnten die beiden Zeitzeugen sich auch zur lange diskutierten Frage nach der Situation der Zwangsarbeiter äußern.
Sie ergänzten mit ihren Geschichten aus dem Alltag zahlreiche Forschungsarbeiten. Damit die menschliche Seite und viele Gesichtspunkte der Lokalgeschichte während des Nationalsozialismus zu vermitteln, war ihnen sehr wichtig.

"Mit Blandine Pont und Hans Ebert verlieren wir zwei engagierte Mitglieder.", sagt Ulrike Neidhöfer vom Förderkreis Industriegeschichte Geesthacht. "Wir hoffen, dass die Sammlungen der Stadt erhalten bleiben."
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