SPD-Geesthacht erteilt der Überplanung des Gebietes Finkenweg Nord eine klare Absage

Geesthacht: Rathaus | Rede in der Ratsversammlung am 08.11.2013,


Warum wir einen Bebauungsplan für Finkenweg Nord zum jetzigen Zeitpunkt ablehnen!

(...)Ich möchte aber die Gelegenheit nutzen, für die SPD- Fraktion zu erklären, warum wir weiteren Planungen im Bereich Finkenweg Nord zurzeit eine klare Absage erteilen. Wer sich intensiver mit der Frage befasst, stößt schnell auf umfangreiches, statistisches Datenmaterial und einige sehr beachtenswerte Abhandlungen zu Thema städtebauliche Entwicklung und demographischer Wandel. Meine Recherchen beziehen sich insbesondere auf Erhebungen und Analysen der Bertelsmannstiftung.

Grunddaten zur Bevölkerungsentwicklung:

Deutschlands Bevölkerung wird abnehmen. Sie wird älter und es wird weniger junge Menschen geben. Heute leben in der Bundesrepublik 80 Mill. Menschen,
2050 werden es nur noch 76,2 Mill. Menschen sein.

Auch für Geesthacht wird langfristig prognostiziert, dass es zu Schrumpfungsprozessen kommen wird. Sie fallen im Osten der Republik deutlich mehr ins Gewicht, werden aber auch für uns spürbar werden.

Zusätzlich ändert sich zwangsläufig die Alterszusammensetzung der Bevöl-kerung in Geesthacht. Momentan sind 36 Prozent der Geesthachter älter als 65 Jahre, 2030 werden es 56 Prozent sein. -Mehr als die Hälfte!
Es ist heute schon so, dass viele Geesthachter Ehepaare, deren Kinder aus dem Haus sind, in Einzelhäusern leben. Und dass diese Paare gerne ihre Häuser verkaufen würden, um näher an der Innenstadt eine Wohnung zu beziehen. Sie finden aber keine!

In sechs Schritten zu einer verantwortungsvollen und nachhaltigen städtebaulichen Planung:

Es gibt sehr ausdifferenzierte Empfehlungen für Kommunen unserer Größe. Was also empfehlen die Gelehrten für eine Mittelstädtische Kommune wie Geesthacht?

1. Stichwort: Wohnungsmarktbeobachtungssystem-
Genaue und zeitnahe Analyse des Wohnungsmarktes
2. Stichwort: Flächenkataster
Systematische Erfassung von vorhandenen und städtisch zu entwickelnden Bauflächen.
3. Stichwort: Alterskataster
Wie ist die Altersstruktur in einzelnen Bebauungsgebieten/ Stadtteilen?
4. Stichwort: Modernisierung der Innenstädte
Der Wohnraum im innerstädtischen Raum muss kontinuierlich aufgewertet werden durch Modernisierung und Anpassung an die Bedürfnisse der Bewohner
5. Stichwort: Innenstadtverdichtung
Möglichst wenig Ausweitung an den städtischen Rand. Bei der Schaffung von Überangeboten droht Wertverlust für die Bestandsbebauung und damit eine Verödung des Stadtkerns.
6. Stichwort: Folgekostenminimierung
Neue Baugebiete sollten an vorhandenen Infrastrukturen angebunden werden, um diese mitzunutzen. Das minimiert Folgekosten wie Buslinieneinrichtung, Kindergärten, Feuerwehr.

Ziele der SPD-Fraktion in den kommenden Jahren:

Grob umrissen ist unser Plan für die kommenden Jahre: Erst Punkt 1-5 in Angriff nehmen. Dann über eine Flächenausweitung eventuell nachdenken, wenn belastbare Zahlen dies erfordern. Das sehen wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht.

Praktische Folgerungen für das Gebiet Finkenweg Nord

Folgende Punkte sprechen aus unserer Sicht ganz klar gegen ein Baugebiet Finkenweg Nord:
1. Durch die Randlage wird die Errichtung einer neuen Infrastruktur extrem teuer (Feuerwehr, Kindergarten, Buslinie)
2. Die zukünftige Umgehungsstraße würde unmittelbar an den Häusern entlang führen.
3. Es gibt Überlegungen der Stadt, das Gewerbegebiet Mercatorstraße auszuweiten, das verringert die Attraktivität weiterer Wohnbebauung.
4. Wir haben mit der qualitativ guten Entwicklung des Hafenrandes, von Besenhorst und am Buntenskamp genug zu tun.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.