SPD will Neubau des "Seniorenzentrums Katzberg" an anderer Stelle- Warum es die bessere Löung ist!

  Geesthacht: Seniorenzentrum am Katzberg | Wir haben mit dem "Seniorenzentrum Katzberg" eine Anlage, die Mitte der 60er Jahre gebaut wurde. Das Gebäude selbst ist weder energetisch optimierbar noch genügt es von der Raumaufteilung her den heutigen Ansprüchen der Senioren. Auch hochengagierte Mitarbeiter können das Bedürfnis beispielsweise nach Einzelzimmern nicht aufwiegen. Dies bedeutet zwangsläufig, dass die Belegungszahlen nicht so gut sind, dass das Seniorenheim wirtschaftlich arbeiten kann.

Wenn man diese Grundvoraussetzungen betrachtet, muss man sich die Frage stellen, wer als Käufer in Betracht kommen könnte und welches Ziel ein potentieller Käufer haben würde. Gewinnmaximierung auf wessen Kosten?
Fakt ist, dass aufgrund des demografischen Wandels ein ungeheurer Bedarf an Pflegeplätzen da ist und zukünftig weiter entstehen wird. Dafür sind aber clevere Konzepte gefordert. Wohngruppen, ambulante und stationäre Pflege und nicht zuletzt Demenzbetreuung auf einem Gelände, stellen ein durchaus wirtschaftliches Modell dar. Zur Umsetzung einer solchen Herausforderung bedarf es folgender Faktoren:

1. fachkompetenter Beratung beispielsweise durch das Kuratorium deutscher Altenhilfe,
2. die vergleichende Betrachtung von Erfolgsmodellen
3. und ein konstruktives Arbeits- und Beratungsklima im Entstehungsprozess.

Deshalb irritieren uns die harschen Äußerungen von Herrn Demirhan (Grüne) etwas, der auf der fraktionsübergreifenden Präsentation des Immotech-Gutachtens leider nicht anwesend war. Dort wurden nämlich auch Prognosen dazu abgegeben, ob ein anderer Betreiber unter den örtlichen Rahmenbedingungen dieses Heim rentabel betreiben könnte. Diese Möglichkeit wurde eindeutig verneint!!! Bei einem Neubau, der ca. 10 Millionen Euro kosten würde, sähe die Lage schon anders aus,

Sehr wohl ist die Frage zulässig, ob Seniorenpflege eine kommunale Aufgabe ist. Diese Frage kommt aber mindestens 30 Jahre zu spät. Aus heutiger Sicht hätten wir wohl kein Seniorenzentrum gebaut. Jetzt haben wir es aber und das schon seit mehreren Jahrzehnten. Und damit haben wir auch kommunale Mitarbeiter und Mitabeiterinnen. Für diese Mitarbeiter tragen wir als Stadt eine Verantwortung, der wir gerecht werden müssen und wollen. Würden wir das Seniorenheim "einfach" nur schließen oder verkaufen, müssten wir die Mitarbeiter entlassen, abfinden und eine Entschädigung an die Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder (VBL) zahlen. Diese Summe dürfte nach ersten Berechnungen mehrere Millionen erreichen. Allein die VBL-Zahlungen würden etwa 4 Mill. Euro betragen! Wir würden also Schulden machen, um Mitarbeiter zu entlassen und ihnen ihre Einkommensgrundlage und Motivation nehmen! Auf die Verantwortung für die Bewohner und deren Verbleib will ich an dieser Stelle gar nicht eingehen.

Keine Kommune hat mal eben 10 Mill. Euro in der Portokasse. Unsere Gesamtschule beispielsweise, haben wir in einem ähnlichen Rahmen "auf Pump" gebaut und das war anerkanntermaßen eine gute Entscheidung. Die Frage ist doch vielmehr, was wir an materiellem und Gesellschaftlichem Gegenwert schaffen. Und bitteschön: Wer das als reine Last empfindet, der denkt zu kurz. Es sind diese MitarbeiterInnen, die unsere Eltern und Großeltern pflegen und die damit einen wichtigen Dienst für uns alle leisten. Diese Mitarbeiter haben sich ihre Tarifverträge nicht ausgesucht. Sie sind auch keine Frage von Missmanagement einer Einrichtung, sondern historisch gewachsen. Dass neue Mitarbeiter zu den marktüblichen Preisen eingestellt werden (müssen), um konkurrenzfähig sein zu können, ist nicht der Kommunalpolitik anzulasten. Wer hier den Ernst der Lage begreift, wer seinen Job in einem gesicherten Umfeld behalten möchte, der ist vielleicht auch bereit, in Teilen auf Lohnzuwächse zu verzichten. Nicht mehr und nicht weniger. Dies alles auszuloten und endlich lösungsorientiert und sachlich zu diskutieren, ist unser Anliegen. Diesen Weg wollen wir mit möglichst vielen Menschen gemeinsam gehen, um zu tragfähigen Lösungen zu kommen. Gäbe es eine einfache Lösung, wäre sie schon vor Jahren gefunden und umgesetzt worden.
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3 Kommentare
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Sven Minge aus Geesthacht | 05.07.2012 | 19:50  
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Kathrin Wagner-Bockey aus Geesthacht | 11.07.2012 | 16:01  
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Sven Minge aus Geesthacht | 11.07.2012 | 16:23  
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