Niedrige Temperaturen erhöhen das Herzinfarkt-Risiko

Starke Kälte belastet das Herz. Experten raten Herzpatienten daher zu erhöhter Vorsicht. (Foto: © Pexels / Pixabay.com / CC0/ TRD Gesundheit)
(TRD/MP) Der Winter ist für Menschen mit Herzproblemen die gefährlichste Jahreszeit. Laut einer über 16 Jahre laufenden Langzeitstudie mit mehr als 280.000 Probanden steigt das Risiko für einen Herzinfarkt bei niedrigen Temperaturen deutlich an. Unklar ist noch, ob dies auf veränderte Reaktionen des Körpers oder Unterschiede im Verhalten der Menschen zurückzuführen ist, doch der Kausalzusammenhang gilt als gesichert.“Es gibt saisonale Unterschiede bei der Herzinfarkt-Häufigkeit, mit niedrigeren Raten im Sommer und höheren im Winter“, berichtet Studien-Erstautor Dr. Moman A. Mohammad, vom Skane Universitätskrankenhaus im schwedischen Lund. Untersucht wurden neben dem Zusammenhang mit der Temperatur außerdem weitere Einflussfaktoren wie die Anzahl der Sonnenstunden, die Niederschlagsmenge und der Luftdruck. Das Ergebnis: Fällt die Durchschnittstemperatur unter 0 Grad Celsius gibt es täglich vier Herzinfarkte mehr als bei 10 Grad.

Laut der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie ist das eigentlich auch nicht überraschend, denn „der Körper reagiert auf Kälte mit einem Zusammenziehen der oberflächlichen Blutgefäße“. Das wiederum führe zu einer verminderten Wärmeleitfähigkeit der Haut und in der Folge zu erhöhtem arteriellem Blutdruck. Weitere Reaktionen sind zum Beispiel Zittern, ein erhöhter Puls und erhöhte Körpertemperaturen. Zudem steigt das Risiko auch bei höherer Windgeschwindigkeit, einer geringen Anzahl von Sonnenstunden und bei hoher Luftfeuchtigkeit. „Die meisten gesunden Menschen haben kein Problem mit diesen Mechanismen. Aber bei Menschen mit atherosklerotischen Veränderungen in den Koronararterien kann das einen Herzinfarkt auslösen,“ so Dr. Mohammad.

Aber auch andere Faktoren – allerdings ebenfalls durch niedrige Temperaturen ausgelöst – spielen eine Rolle. So sind Infektionen der oberen Luftwege und Grippe bekannte Risikofaktoren für einen Herzinfarkt und kommen in der kalten Periode häufiger vor. Außerdem bewegen sich die Menschen dann weniger und essen anders – der erhöhte Konsum von Fett und Zucker in der Weihnachtszeit sind ein einleuchtendes Beispiel.
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