Zusammenführung von Kater und Kitten

  Eine Katze und ganz besonders einen Kater alleine zu halten kommt für viele Katzenbesitzer nicht mehr Frage. Spätestens, wenn der mit einem halben Jahr einen Spielgefährten braucht, ist ein Familienzuwachs notwendig. Ebenso wie bei mir. Durch komplizierte Verhältnisse wurde es nach zwei Jahren einen Spielgefährten für meinen Kater ins Haus zu holen. Jedoch ist eine Zusammenführung zwischen Kater und Kitten nicht immer einfach. Denn dabei muss auf einiges geachtet werden.

Die Voraussetzungen sind oft kompliziert


Bevor es zu einer Zusammenführung kommt, ist es wichtig, dass sich Katzenbesitzer
genaue Gedanken über die Charaktere ihrer Katze machen. Ist die Katze sehr aktiv und turnt gerne rum, dann benötigt sie ebenso einen aktiven Partner. Ist die Katze jedoch sehr ruhig und entspannt, so sollten Sie sich um eine verschmuste und ruhige Zweitkatze kümmern. Ganz nach dem Motto „Gleich und Gleich gesellt sich gern“ wählen Sie den neuen Spielkameraden für ihre Katze aus. In meinem Fall war es ebenfalls eine sehr aktive Katze, die zu meinem aktiven Kater passt. Des Weiteren habe ich mich darum gekümmert, dass mein Kater kastriert wird, um das eine Revierverhalten zu besänftigen. Denn die Katze ist für meinen Kater noch sehr jung gewesen, weswegen es zu starken Auseinandersetzungen gekommen wäre. Dem zufolge ist es wichtig, dass der Altersunterschied nicht allzu groß ist. Denn ein ausgewachsener Kater, der zuvor keinerlei Kontakt mit gleichaltrigen Katzen hatte, kann seine eigene Kraft gegenüber dem Kitten nicht einschätzen. Die Folge: Es kann zu starken Verletzungen oder Mobbing der kleinen Katze führen. Da mein Katzenbaby von Anfang an sehr frech war, musste ich mir in dem Fall keine Sorgen machen. Da war es eher andersrum, dass ich mir Sorgen um meinen Kater machen musste.

Übrigens, die Rasse spielt in diesem Fall keine Rolle. Denn Ausnahmen sind die Regel. Während mein Kater ein Europäischer Kurzhaar Kater ist, ist die Kleine eine norwegische Waldkatze ist, die eigentlich sehr ruhig sind. Nicht in meinem Fall, denn beide Katzen sind äußerst frech und aktiv.

Die ersten Schritte


Sobald Sie nun die perfekt passende Katze für Ihre Katze gefunden haben, geht es nun an die ersten Schritte der Zusammenführung. Als Tipp empfehle ich einen Pheromon Zerstäuber aus dem Fachmarkt. Durch die künstlich hergestellten Pheromone, die eine Katze so oder so zu Verständigung ausschüttet, beruhigt sich die Katze um ein vielfaches. Wichtig dabei ist, dass der Zerstäuber dort angebracht wird, wo sich die Katze am meisten aufhält.

Nachdem Sie nun mit dem Kitten ins Haus fallen, wird die erste Reaktion Ihres Katers ein lautes Knurren, Fauchen und Buckeln sein – das ist aber vollkommen normal. Denn stellen Sie sich mal vor Sie sitzen bequem auf ihrem Sofa und plötzlich steht jemand bei Ihnen in der Wohnung und sagt „Ich wohne jetzt hier“. Genauso geht es Ihrem Kater, der natürlich das Kitten zunächst nicht akzeptiert. Nächtliche Auseinandersetzungen sind da keine Frage der Zeit, sondern einfach nur zu beobachten.

Die Nächte bei mir waren zwar sehr ruhig, jedoch war der Kater sehr neugierig und eifersüchtig auf das Kitten. Wo es mich schon zum nächsten Punkt führt: Bevorzugen Sie Ihren Kater und nicht das Kitten. Auch wenn das Kitten supersüß ist und Sie mit Kulleraugen anschaut, sie sollten in den ersten Wochen den Kater bevorzugen. Denn dieser ist tierisch eifersüchtig und will, dass er die volle Aufmerksamkeit bekommt. Bekommt er diese nicht, kann es im schlimmsten Fall zu einem Hungerstreik oder schlimmen Auseinandersetzungen mit dem Kitten kommen.

Die ersten Tage sollten Sie die Zusammenführung Ihrer Katze nur passiv beobachten. Die beiden Katzen müssen sich von Anfang an selber kennenlernen. Ein starkes Raufen und Runterdrücken der Katze oder eventuell sogar dem Kater, ist völlig normal. Denn in diesem Fall wird die Rangordnung festgestellt. Erst, wenn das Kitten versucht sich zu befreien, ihm es nach einer Minute nicht gelingt und der Kater sehr wild wird, müssen Sie angreifen. In meinem Fall haben sich meine Katzen gegenseitig unterdrückt. Die Rangordnung ist für mich bis heute nicht geklärt, was aber nicht schlimm ist. Große Auseinandersetzungen gab es bis jetzt keine, außer ein lautes Knurren und Fauchen, war alles im grünen Bereich.

Sollte Ihre Zusammenführung von Anfang an schief gehen, dann kümmern Sie sich um einen Zweitraum, wo das Kitten alles hat, was es braucht. So haben beide Katzen erst mal ihre verdiente Ruhe und können sich durch die Tür ein wenig kennenlernen. Erst wenn der Kater minutenlang an der Tür steht und anfängt die Tür zu kratzen, können Sie es mit einer erneuten Zusammenführung versuchen.

Mit Geduld an die Sache ran gehen


Bei jeder Zusammenführung benötigen Sie viel Geduld, bis die beiden Katzen aneinander akzeptieren. Frühestens nach drei Wochen wird es ruhiger und die Beiden verstehen sich gut. Dass sie miteinander kuscheln, davon können Sie noch lange nicht ausgehen. Meine Katzen kennen sich nun zwei Monate, wobei sie ab und an kuscheln. Jedoch hält dies nur für paar Minuten an, da der Große die Kleine noch nicht ganz in sein Herz schließen will. Aber wenn es darum geht, Frauchen mitten in der Nacht wach zu halten und um vier Uhr in der Früh nach Futter zu betteln, da halten die Beiden wie dick und dünn zusammen.

Haben Sie also viel Geduld mit Ihren Katzen und lassen Sie sich nicht aus der Bahn werfen. Wenn es mal nicht klappt, dann versuchen Sie es zu einem späteren Zeitpunkt erneut. Wichtig ist, seien Sie die Ruhe in Person und gehen Sie die Sache locker an.

Viel Glück!
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