Was macht man eigentlich bei den Pfadfindern?

Magie des Feuers - und gleichzeitig Wärmequelle für kalte Tage und Nächte oder einfach nur der Gemütlichkeitsfaktor
 
Hohe Tatra (Slowakei) - Unendliche Weiten und Fernweh
Glinde: Pfadfinderhaus | Wenn Leute mich fragen, was ich in meiner Freizeit mache, dann erzähle ich, dass ich bei den Pfadfindern bin. „Bei den Pfadfindern?“ „Die gibt es noch?“ Oder „Was macht man denn bei den Pfadfindern, ist das nicht was für Kinder?“ Das sind oft Reaktionen, die man bekommt, wenn ich von meinem Hobby erzähle.

Viele haben die Klischees im Kopf oder kennen nur den Fähnlein Fieselschweif, dem Tick, Trick und Track angehören. Pfadfinderarbeit ist jedoch weit mehr. Zum einen sind die Pfadfinder seit über 100 Jahren auf der ganzen Welt vertreten und damit die größte Jugendorganisation der Welt, zum anderen ist es mehr als „jeden Tag eine gute Tat“.

Die Pfadfinderarbeit ist so vielseitig, dass man hier nicht alles aufführen kann, selbst wenn man es wollte. Die Kleinsten sind bei uns die Wölflinge im Alter von sieben bis Elf Jahren. Grundlage für die Arbeit in dieser Stufe ist das Dschungelbuch von Rudyard Kipling. In dieser Altersstufe lernen die Kinder anhand der Literaturvorlage das Leben in einer Gruppe.
Mit Elf bis 12 Jahren wechselt man dann in die Pfadfinderstufe. In kleinen Gruppen, in so genannten Sippen, entdecken und erfahren sie Elemente der Pfadfinderarbeit. Dazu gehören zum Beispiel Feuer machen, der richtige Umgang mit Beil und Säge und das Leben mit den einfachsten Mitteln. Das ist inzwischen für viele Kinder nicht mehr vorstellbar, ein Leben ohne Fernseher, Computer, Handy oder mp3-Player. Dass es funktioniert und man auch ein Wochenende ohne Strom auskommen kann, erfahren die Kinder und Jugendliche oft erst bei den Pfadfindern.
An vielen Wochenenden und im Sommer geht es auf Fahrt und/oder Lager. Nur mit dem Rucksack und dem Nötigsten geht es zu Fuß oder mit der Bahn in unentdeckte Gebiete der Republik oder sogar ins Ausland. Aber auch große gemeinsame Lager mit Pfadfindern aus anderen Regionen sind pfadfindertypische Aktivitäten. Auf diesen Lagern treten sie oft auch im Wettstreit gegeneinander an: Wer kann die Morsezeichen am schnellsten entschlüsseln, wer kennt sich in der Pflanzenwelt aus und welche Gruppe kann am besten zusammen arbeiten.

Im Alter von 16, 17, 18 Jahren wechseln die Jungen und Mädchen in die Roverstufe. Hier gibt es in der Regel keinen Leiter mehr, sondern die Gruppe organisiert sich selbst. Sie arbeitet ein eigenes Programm aus und die Ziele für Fahrten haben weitere Entfernungen als in der Pfadfinderstufe. Einige in diesem Alter übernehmen auch schon erste Führungsverantwortung für eine Wölflings- oder Pfadfindergruppe. Die Pfadfinderarbeit ist eine gute Möglichkeit für junge Menschen soziale Kompetenzen einzuüben und Verantwortung für andere und jüngere Menschen zu übernehmen.

Aber auch über dieser Altersstufe hinaus gibt es genügend Aufgaben und Möglichkeiten sich bei den Pfadfindern zu verwirklichen. Viele, die in diesem Alter noch dabei sind, organisieren große Lager für Kinder und Jugendliche und stehen den jüngeren Gruppenleitern mit Rat und Tat zur Seite.

Es gibt ein Sprichwort, das da lautet: „Einmal Pfadfinder, immer Pfadfinder oder man ist nie einer gewesen“ impliziert genau das, was viele ältere Pfadfinder empfinden. Über viele Jahre entstehen Freundschaften und Netzwerke, die kaum in einer anderen Disziplin zu finden sind. In Deutschland gibt es zahlreiche regionale Altpfadfindergilden, die sich regelmäßig treffen, um in der Gruppe gemeinsam am Lagerfeuer zu singen, zu spielen und Spaß zu haben. Natürlich dürfen gemeinsame Unternehmungen und Reisen nicht fehlen. Aber aufgrund des teilweise fortgeschrittenen Alters geht es um weiten gemütlicher zu als bei den Jüngeren.

Was noch alles Pfadfinder das ganze Jahr über treiben, können Sie weiterhin hier bei den Leserreportern der Bergedorfer Zeitung lesen und verfolgen. Sie dürfen gespannt sein, denn Pfadfinder sein ist mehr als den richtigen „Pfad finden“.
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