Das Arbeitszeugnis - was wirklich in dem löblichen Schreiben steht

Arbeitszeugnis Geheimcodes

Viele Arbeitnehmer stellen sich immer wieder die Frage, warum denn ihre Bewerbungen auf eine neue Arbeitsstelle einfach nicht fruchten wollen und weshalb ständig nur Absagen kommen. Dabei haben sie doch alle benötigten Informationen in der mühevoll zusammengestellten Bewerbungsmappe eingereicht, der Lebenslauf ist lückenlos und vollständig, es sind keine langen Zeiten der Arbeitslosigkeit dabei und das Arbeitszeugnis, das der letzte Arbeitgeber, der das Arbeitsverhältnis plötzlich wegen der schlechten Wirtschaftslage gekündigt hatte, klingt doch auch echt prima.



Selbst der eigene Kenntnis- und Ausbildungsstand entspricht voll und ganz der Stellenbeschreibung, weshalb man dafür doch eigentlich prädestiniert gewesen wäre. Was kann dann also der Grund sein, dass es immer nur Absagen hagelt und man einfach keine neue Anstellung findet?

Es ist nicht alles Gold, was glänzt


Wenn vermeintlich alles stimmt, sollte man sich einmal seine Arbeitszeugnisse etwas genauer vornehmen - insbesondere das des letzten Arbeitgebers. Denn meist liegt genau hier der Hund begraben. Nur weil das Arbeitszeugnis durchweg positiv klingt, muss es nämlich nicht auch wirklich so gemeint sein. Schließlich hat der Gesetzgeber verfügt, dass ein Arbeitszeugnis dem Arbeitnehmer niemals schaden darf. Deshalb wird bei der Formulierung eines Arbeitszeugnisses „durch die Blume“ gesprochen.

Jedes Arbeitszeugnis - und sei die Leistung des Arbeitnehmers noch so miserabel gewesen - muss also durchweg positiv ausformuliert sein. So klingt ein Satz wie etwa „er hat die ihm übertragenen Aufgaben mit großem Fleiß und Interesse ausgeführt“ klingt zwar erst mal ganz gut. Schließlich sagt er ja eigentlich aus, man war immer „fleißig“ und „interessiert“. Tatsächlich entspricht dieser Satz jedoch der Schulnote 5. Aber der Satz „er hat unseren Erwartungen entsprochen“ wird doch bestimmt sehr gut zu werten sein, schließlich hat der Arbeitgeber ja auf Bewerbung und Vorstellungsgespräch hin sich für eine Einstellung entschieden. Doch weit gefehlt. Tatsächlich bedeutet dies so viel wie „Wir haben zwar gewusst, dass er nichts taugt, wollten ihm aber dennoch eine Chance geben“, weitere Details dazu hier.

Vor allem solche Formulierungen wie zum Beispiel „im Wesentlichen“, „stets bemüht“, „war bestrebt“ oder „zu unserer Zufriedenheit“ sollte man beachten. Denn sie stehen normalerweise nie für etwas Gutes, sondern sagen eher so etwas aus wie „Er war stets bemüht, aber hat doch versagt“ oder „Wir waren zwar zufrieden, aber Begeisterung sieht anders aus.“. Auch so etwas wie „solides Basiswissen“ mag zwar vorteilhaft klingen, da dies ja bescheinigt, dass man über das nötige Wissen verfügt. Doch in Wirklichkeit bedeutet es so viel wie „… aber mehr war nicht zu erwarten!“.

Weitere Infos auf http://www.stern.de/wirtschaft/job/arbeitslosigkeit/arbeitszeugnis--was-hinter-den-formulierungen-wirklich-steckt-3669786.html
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