Tipps rund um ein frisches, sattes Gartengrün

Sonnabendmorgen, Freizeit, raus auf die Terrasse. Die Sonne lacht, die Vögel zwitschern - und der Rasenmäher des Nachbarn knurrt. Da ist so manchem der Einstieg in ein Super-Sommer-Sonnenwetter-Wochenende vermiest und er fragt sich: "Darf der das?" und "Ist das Mähen jetzt überhaupt gut für den Rasen?".

Zunächst: Der Nachbar darf. Nur Sonn- und Feiertags müssen lärmende Gartengeräte ruhen, sowie werktags zwischen 20 und 7 Uhr. Und die Nachbarn freut es zudem, wenn die Mittagsruhe zwischen 13 und 15 Uhr auch eine bleibt. Doch war es ratsam, Sonnabendmorgen, mit Beginn der großen Hitze des Tages, das Gras zu kürzen?

"Bei sehr hohen Temperaturen und brennender Sonne ist Rasenmähen nicht ratsam", sagt John Langley, der Fernsehgärtner "mit dem grünen Daumen", der sich auch maßgeblich um die Internationale Gartenschau (IGS) 2013 in Wilhelmsburg kümmert. Der Grund: Der Boden trocknet zu schnell aus, ebenso die Schnittstellen. Langleys Tipp: Lieber abends den Rasen mähen. Ähnliches gilt für das Bewässern. "Gießen und beregnen hat sich bewährt am späten Nachmittag oder Abend", und kurioserweise "am besten wenn es regnet!", sagt Langley. Dann nämlich kann das Wasser tatsächlich bis in die Graswurzeln vordringen. Morgens verdunstet an heißen Tagen zu viel Wasser, bevor es in den Wurzelbereich vorgedrungen ist.

Rasenflächen tun gut: 250 Quadratmeter Rasen erzeugen so viel Sauerstoff, wie vier Menschen am Tag verbrauchen. Um auch bei großer Hitze einen schönen Rasen zu erhalten, genügt es nach Ansicht des Experten, den Rasen einmal in der Woche zu stutzen. Derzeit könne auch einmal ausgesetzt werden, weil das Gras kaum wachse. "Nichts ist schlechter für eine gesunde Rasennarbe als unregelmäßige Schnitte, bei denen zu hoher Rasen zu tief geschnitten wird." Zweidrittel der Blattmasse sollten bei jedem Schnitt übrig bleiben, ein normaler Hausrasen kann drei bis fünf Zentimeter hoch gemäht werden. "Je höher, desto mehr Fotosynthese ist möglich, und das Wachstum der Wurzeln wird positiv beeinflusst, sie wachsen tiefer in den Boden", sagt Langley. Das Schnittgut kann nach dem Rasenmähen sogar liegen gelassen werden. Gleichmäßig verteilt, fällt es zwischen die Narbe, wird rasch abgebaut und gibt dem Boden Nährstoffe zurück.

Dann entfällt vielleicht auch die Frage nach der Düngung, wenngleich diese Nährstoffzugabe in unseren Breiten das gesamte Jahr über möglich ist. Der erste Wachstumsschub des Rasens und damit die Gelegenheit für eine besonders wirksame Düngung ist jetzt gerade vorbei; die zweite Düngergabe kann etwa Ende Juni erfolgen, die letzte im August.

Hat das satte Grün im Garten dennoch Schaden genommen nach zu viel Sonne und Trockenheit, dann hilft natürlich frische Rasensaat. Dabei hat Qualität ihren Preis: "Saat ist nicht gleich Saat", sagt Langley, "Billigangebote beinhalten fast ausschließlich einfache Grasarten." Oftmals sind in Billigmischungen landwirtschaftliche Futtergräser enthalten, deren Wirkung schnell verpufft. Rasenmischungen dürfen nur aus diesen Gräserarten bestehen:

Deutsches Weidelgras

(Lolium perenne): grob, belastbar und raschwüchsig;

Wiesenrispe

(Poa pratensis): dicht, strapazierfähig und dunkelgrün;

Rotschwingel

(Festuca rubra ssp.): fein anspruchslos, langsamwüchsig und tiefschnittverträglich; ergänzt durch

Straußgras

(Agrostis ssp.): dicht, fein, weich, wasserliebend;

Schafschwingel

(Festuca ovina): lockerhorstig, anspruchslos und pflegeleicht.
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