Lauenburg/Elbe - Oberstadt – Unterstadt. Zwei Welten?

lauenburg: stadt | Die Stadtväter haben erkannt, dass sich etwas tun muss, um Lauenburg/Elbe wieder zu einer attraktiven Stadt werden zu lassen. Attraktiv für Bewohner und Besucher.

Die Geschichte zeigt, dass zuerst die Unterstadt, die Altstadt, da war. Daraus hat sich die Oberstadt, die gesamte Stadt entwickelt. Zwei Welten, die sich nun ganz unterschiedlich entwickeln und irgendwann zueinander finden sollten.

In den 60er, 70er Jahren blieb die Oberstadt in ihrer Entwicklung stehen. Man baute, was damals modern war. Die Siedlungen im Norden der Stadt sind heute durchaus denkmalschützenswert, weil sie den Baustil dieser Jahre widerspiegeln. Ob sie schön sind ist eine Frage des Geschmacks. Auf jeden Fall sind sie Zeitgeschichte.

Fehlplanungen entlang der B5 machen sich erst heute bemerkbar. Leerstehende Ladengeschäfte, denen die fußläufigen Kunden und Parkplätze fehlen, rentieren sich nicht. Eine Fußgängerzone ohne attraktive Ladengeschäfte stirbt aus.

Es muss sich etwas tun. Das Rathaus, die Stadtverwaltung, zieht in das fast leerstehende Gebäude der Kreisparkasse und hinterlässt das historische Schlossgebäude einem neuen Nutzer. Ein Hochzeitshotel? Oder doch besser ein Askanier-Burger-King? Die Stadtplanungen sind nicht immer sinnvoll und nachvollziehbar.

Ein Wellness-Hotel im Fürstengarten holt Kaufkraft nach Lauenburg. Den Hotelgästen sollte allerdings auch Gelegenheit geben werden, ihre Kaufkraft in Lauenburg auszuleben. Gäste eines solchen Hotels sind keine potentiellen Kunden für die Billig-Läden in der tristen Fußgängerzone. Und sämtliche Döner-Buden als Lauenburger Gastronomie anzupreisen sind auch kein Grund, sich hier besonders wohl zu fühlen.

Ein neuer, größerer Edeka-Markt, eine neuere, schönere Marktgalerie machen nur Sinn, wenn die Kundschaft entsprechende Kaufkraft hat. Von Hamburg wegen der billigen Mieten hier ausgelagerte Hartz-4-Empfänger bringen das nicht mit.

In der Oberstadt gibt es noch wesentlich mehr Aufgaben, die gelöst werden müssen. Dagegen ist die Unterstadt relativ problemlos.

Hochwasserschutz, Poller, Verkehrsregelung.

Bevor eine Lösung zum Hochwasserschutz der Lauenburger Altstadt gefunden und umgesetzt wird, werden wohl noch Jahre vergehen. Das ist nicht nur eine Angelegenheit der Stadt, sondern bedarf auch der Unterstützung durch das Land. Es bleibt die Frage, wie die betroffenen Anwohner mit den nächsten Überflutungen umgehen können, bevor ein Hochwasserschutz umgesetzt wird.

Die Poller, eine nicht enden wollende Geschichte. Nachdem der AAL (Arbeitskreis Altstadt e.V.) sich zehn Jahre lang um eine Verkehrsberuhigung in der Elbstraße bemüht hat, hat der Stadtrat demokratisch beschlossen, einen Teil der Elbstraße zu Gunsten von Anwohnern und Besuchern durch Poller zu sperren.

Dass sich der Einbau dieser Poller seit nun mehr neun Monaten verzögert, hat unterschiedliche Gründe, die nicht unbedingt der Stadt anzulasten sind.

Anwohner werden durch eine Chipkarte nun Zufahrt zu ihren Häusern erhalten, ohne gegen irgendwelche Verkehrsregeln zu verstoßen. Es bleibt zu hoffen, dass das ortsansässige Taxiunternehmen keine pauschale Durchfahrterlaubnis erhält, weil deren Hochgeschwindigkeitsdurchfahrten zwecks Abkürzung in die Innenstadt trotz verkehrsberuhigter Zone eine erhebliche Störung der Anwohner darstellen.

Ansonsten wäre es schön, die gesamte Lauenburger Altstadt südlich der B5 und westlich der B209 zur verkehrsberuhigten Zone zu erklären. Das spart viele Verkehrsschilder, macht die Lauenburger Altstadt schöner, bedarf allerdings anfangs einer besseren Verkehrsüberwachung.

Es gibt einiges zu tun in Lauenburg/Elbe. Manchmal sind es die kleinen Dinge, die etwas verbessern, die nichts oder wenig kosten und viel bewirken.
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