Wir brausen durch die Altstadt, solange es noch geht

Feierabend. Stau auf der Elbbrücke. Tempo 30. Wer nach Lauenburg will, möchte sich nicht auch noch den Stau bis zur B5 antun. Also links ab und trotz verbotener Einfahrt schnell mal durch die Elbstraße nach Hause fahren. Rund 500 Fahrzeuge machen das jeden Tag. Ein völlig unkontrolliertes Verkehrsverbot. Die Gasse ist für diesen Verkehr zwar ziemlich ungeeignet, aber die Passanten werden schon zur Seite springen, wenn man schnell genug fährt.

Die Anwohner kennen die Regeln, gegen die sie verstoßen. Besucher der Altstadt erkennen diese Regeln Dank schlechter Beschilderung erst gar nicht. Und so fährt man in der Elbstraße munter hin und her. Und das natürlich möglichst schnell, damit man dieses holperige Kopfsteinpflaster bald hinter sich hat.

Schnell mal die Abkürzung fahren und viel parken ist die Devise. Man kann die Stadtväter bedauern, die viel Geld ausgeben, weil sie ein paar Schilder zum Parken oder Nichtparken aufstellen. Das Nichtbeachten dieser Schilder hat keinerlei Konsequenzen.

Das gilt nicht nur für die Elbstraße. Der „Graben“ ist zum Glück eine Sackgasse. Da halten sich die Raser in Grenzen und sind bekannt. „Hohler Weg“ ist eine Rennstrecke in die Oberstadt. Da sind Tempo-30 und spielende Kinder völlig uninteressant.

Wer einen bei der Polizei kennt, hat ohnehin nichts zu befürchten. Da gehen beim Knöllchenschreiben plötzlich die Formulare aus, wenn die Autos von zwei Gastronomiebetrieben ständig falsch parken oder mit 70 km/h durch die Tempo-30-Zone fahren. Die Betreiber dieser Lokale scheinen noch nicht erkannt zu haben, dass sie sich und den Besuchern der Altstadt schaden.

Wenn ein Appell an die Betreiber der Gaststätten auf mangelnde Einsicht stößt, dann meidet man sie eben und empfiehlt sie auch nicht weiter.

Es schaut keiner hin, wenn die Taxen am Wochenende die verkehrsberuhigenden Poller runter, aber nicht wieder rauf machen und somit den Falschfahrern freie Bahn gewähren.

Da muss die Stadt eine Regelung finden und durchsetzen.

Anwohner, die sich an die Regeln halten und Besucher der Altstadt sind hoffnungslos einem Verkehr ausgesetzt, für den die Elbstraße nicht geeignet ist.

Es gibt viele Überlegungen, wie man den Verkehr in der Altstadt regeln kann. Der Arbeitskreis Altstadt Lauenburg e.V. (AAL) hat vor 10 Jahren ein Konzept vorgelegt, das jetzt wieder diskutiert wird.

Dieses Konzept gewährt den Anwohnern eine freie Zufahrt zu ihren Häusern, unterbindet aber den Durchgangsverkehr und die Falschparker, die das Erscheinungsbild der Lauenburger Altstadt trüben.

Es ist an der Zeit, dass die Stadt den ruhenden Verkehr und die Polizei den fließenden Verkehr in der Elbstraße besser überwachen, damit Anwohner und Besucher wieder mehr Freude an der Lauenburger Altstadt haben.

Die Lauenburger Altstadt ist zu schön, um sie von rücksichtslosen Autofahrern kaputt machen zu lassen.
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2 Kommentare
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Marina Schmidt aus Lauenburg | 16.08.2012 | 23:45  
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Marina Schmidt aus Lauenburg | 16.08.2012 | 23:49  
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