ADS, die unerkannte Gefahr

Kinder und auch Erwachsene mit AD(H)S, der Hyperaktivität, fallen auf. Sie sind laut, unruhig, schnelllebig, impulsiv und nicht zu bändigen. Betroffene mit AD(H)S bleiben nicht unerkannt. Bei ihnen besteht vielmehr die Gefahr, dass sie als AD(H)S diagnostiziert werden, und es nicht sind. ADS, die Aufmerksamkeitsstörung ohne Hyperaktivität ist hingegen die unerkannte Gefahr.

Kinder und Erwachsene mit ADS fallen nicht auf. Sie sind leise, machen kaum Quatsch, springen nicht über Tische und Bänke, unterbrechen nicht ungefragt ein Gespräch und fallen nicht durch Lautstärke und Untriebigkeit auf. AD(H)S posaunen ihre Gefühle und Wutausbrüche in die Welt, ADS zerfleischt sich innerlich.

Eine These besagt, dass Mädchen öfter am ADS Typus leiden als Jungen, die ADS Häufigkeit an sich aber nicht weniger ist, als die auffällige AD(H)S Häufigkeit. Und genau hier steckt das Problem und die Gefährlichkeit – ADS fällt nicht auf und wird viel zu oft nicht erkannt.

Die Gefahr einer nicht erkannten ADS ist nicht weniger schwerwiegend wie das nicht erkennen einer AD(H)S und kann zu schwerwiegenden psychischen Schwierigkeiten führen, die sich im Erwachsenenalter noch negativer auswirken können, wie in der Kinder – und Jugendzeit.

Typische ADS Symptome können sein:

- mangelndes Selbstwertgefühl
- zu langsam
- zu Unkonzentriert
- Ängstlichkeit
- Aufmerksamkeitsstörung
- hypersensibel
- keine Erfolge in der Schule
- Mobbingopfer
- depressiv
- unzureichende Problemlösestrategien
- Essstörungen
- dicht am Wasser gebaut
- schnell aus der Fassung zu bringen

Da die Symptome vielfältig sein können, ist dies nur eine kleine Auswahl an möglichen Auffälligkeiten.

Kinder, und gerade Mädchen mit ADS, entwickeln kein positives Selbstbild von sich und leiden meist ein Leben lang an Selbstzweifeln. Sie können sich nicht wehren und sind nachweislich begehrte Mobbingopfer. Da sie viele negative Erfahrungen machen und über eine „falsche Sichtweise“ verfügen, d. h sie sehen prinzipiell mehr schwarz als weiß und mehr böse als gut, verschlechtert dies noch die Entwicklung eines stabilen Selbstbewusstseins.

Sie sind darüber hinaus stark auf die Bestätigung von außen angewiesen, da sie sich selber nicht viel zutrauen. Dies kann dazu führen, dass sie der Anerkennung von außen förmlich „hinterher rennen“ und dies im Erwachsenenalter bis zum sogenannten „Helfersyndrom“ steigert kann. Doch dieses „Helfersyndrom“ bringt ihnen meist nicht die Anerkennung, die sie sich erhoffen, sondern das Gegenteil ist der Fall.

Wird eine ADS frühzeitig erkannt, können individuelle Hilfen erfolgen und diese Kinder können lernen, sich selber wert zu schätzen und ein optimistisches Selbstbewusstsein zu entwickeln. Auch für die schulischen Leistungen ist eine frühzeitige Erkennung und Begleitung wichtig, da die Betroffenen sonst häufig eine „ 5er Laufbahn“ hinlegen, obwohl dies nicht im Entferntesten ihrem IQ entspricht.

Doch selbst im Erwachsenenalter kann den Betroffenen mit einem individuellen Coaching, abgestimmt auf die jeweiligen Bedürfnisse oder einer therapeutischen Begleitung geholfen werden.

AD(H)S Coaching für Erwachsene
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