Hochsensibilität

AD(H)S und Hochsensibilität haben viele Gemeinsamkeiten, die nicht selten als ADS/ADHS diagnostiziert werden.

Eine amerikanische Psychologieprofessorin beschäftigte sich seit Anfang der 90er Jahre verstärkt mit der Hochsensibilität von Menschen. Sie prägte den Begriff „Hochsensibilität“, der bis zu diesem Zeitpunkt weder gebräuchlich noch bekannt war.

Bis zu diesem Zeitpunkt galten und gelten diese Kinder – und Erwachsene auch heute noch, als „überempfindlich“, „sonderbar“, „ schlecht umgänglich“ oder „ wunderlich“. Diese „Charakterzüge“ äußerten sich z. B in

- schnellem genervt sein
- emotional unausgeglichen
- nehmen Kritik persönlich
- Haben ein feines Gespür für Situationen, Befindlichkeiten undSorgen anderer
- Kreativität
- mit Stress nicht klar kommen können
- beharren auf eine absolute Routine
- nicht warten können
- schwieriger Sozialkontakt
- Unruhe
- Schlafschwierigkeiten
- Rückzug oder Aggression aufgrund zu vieler Reize
- schnelle Stimmungsschwankungen

Die „Symptome“ der Hochsensibilität sind genauso vielfältig und individuell, wie der jeweilige Mensch selber.

Der Grund dieser Hochsensibilität ist bis heute nicht wirklich geklärt. Dennoch geht die Wissenschaft von einer genetischen Disposition aus. Hochsensibilität ist ein veranlagungsbedingtes Persönlichkeitsmerkmal, welches ca. 15 – 20 % der Menschheit betrifft. Allerdings ist die Dunkelziffer in diesem Fall extrem hoch, da Hochsensibilität wie bereits erwähnt, keine Krankheit ist und diese Gabe somit nicht immer bekannt wird.

Die „Symptome“ der Hochsensibilität gleichen oftmals in erhöhtem Maße denen der AD(H)S, was wiederum zu einer häufigen Fehldiagnose führt. Bei beiden Veranlagungen, ADS/ADHS und Hochsensibilität gelangen Reize ungefiltert in das Gehirn und führt zu einer Reizüberflutung. Sie haben ein empfindliches Nervensystem und nehmen Feinheiten der Umwelt, die Launen und Befindlichkeiten ihrer Mitmenschen und Situationen in Bruchstücken von Sekunden war, wodurch sie „Dauerüberlastet“ sind.

Ihr besonders leicht erregbares Nervensystem und die mangelhafte Reizfilterung können gerade bei Kindern zu aggressiven und wütenden Ausbrüchen führen – wie auch bei den Kindern mit AD(H)S. Beide Gruppen haben mit Aufmerksamkeits – und Konzentrationsschwierigkeiten zu kämpfen, was zu Problemen im Schulalltag führt. Nicht wenige Hochsensible fallen durch das schulische Raster.

Fazit: AD(H)S und Hochsensibilität haben viele Gemeinsamkeiten, die es individuell zu beurteilen gilt. Beide benötigen eine liebevolle Führung und die Akzeptanz ihrer eigenen Persönlichkeitsmerkmale. Wichtig für die Betroffenen und auch die Familien ist ein bewusster ressourcenorientierter Umgang, der z. B über ein Achtsamkeitstraining erreicht werden kann. Ein Coaching ist z. B in den Bereichen Selbstmanagement, Sozialkompetenz aber auch Rückzug und Entspannung angezeigt.
Es gibt bislang keinen Test, der definitiv eine Hochsensibilität nachweisen könnte, allenfalls Anhaltspunkte. Dennoch sind sich viele Experten einig, dass beide Phänomene zu viele Ähnlichkeiten aufweisen, um zufällig zu sein.
ADS – also ohne Hyperaktivität – entspricht sehr stark in den Eigenschaften der Hochsensibilität. ADHS – mit Hyperaktivität – der Bezeichnung HSS (“High Sensation Seekers”), also Hochsensibilität gepaart mit einem eher extravertierten und quirlig-lebendigen Wesen.
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