Eine neue Mahatma-Gandhi-Brücke

Die Brücke zur Elbphilharmonie
Hamburg: Elbphilharmonie | Geht man zum Baumwall Richtung Elbphilharmonie, dann kommt man bald an eine Baustelle. Zuvor hatte ich des Öfteren beobachtet, wie die Brücke hochgeklappt wurde, damit Schiffe in das Hafenbecken einfahren konnten. Nun war sie weg. Zur Elbphilharmoniebaustelle musste man deshalb nun einen großen Umweg laufen.
Ein Schild wies auf den Neubau hin.

Vom Büro aus habe ich einen guten Blick auf die Baustelle.
Zuerst kamen die Kaputtmacher, und wir dachten erst, die Elbphilharmonie würde wieder abgerissen. Nein, an ihr wird noch gebaut. 800 Millionen Euro haben sie da doch schon verbraten. Was kostet nun noch die neue Brücke? Und der U-Bahnhof? Wie schön, wenn man zuschauen kann, wo unsere Steuergelder hinfließen.

Bestimmt war die Brücke marode, reichte nicht mehr für die Elbphilharmonie, und so war der Neubau unumgänglich. Touristen trifft man hier zuhauf. Denen muss Hamburg ja auch etwas bieten.

Vom Büro aus kann man nicht nur sehr gut hinsehen, man kann auch sehr gut hinhören. Nachdem der Krach vom Abriss durch war, begann der Neubau.
In der Mitte des Hafenbeckens wurden Spundwände eingerammt. Heute geht das nicht mehr mit einer Dampframme, die ihren langsamen Rhythmus hämmert. Die Stahlteile werden mit höherer Frequenz in das Flussbett hineinvibriert. Das geht durch und durch, und man möchte nur noch aus dem Büro weglaufen.
Zum Glück dauerte dieser Vorgang nur ein paar Wochen.

Die Bauarbeiten gingen weiter ihren Gang, und es kehrte wieder etwas mehr Ruhe ein.

Eines Tages dann kamen die neuen riesigen Brückenteile.

Ein ziemlich gewaltiger Schwimmkran hievte die Teile an ihre neue Position.
Die winzigen Bauarbeiter mussten dabei Millimeterarbeit leisten. Nicht einfach, zumal ein ziemlich starker Wind blies und das Brückenteil schwingen ließ.

Der Name Mahatma-Ghandi Brücke ist gar nicht schlecht gewählt. Der weise indische Revolutionär stand für eine friedliche Revolution, und in unserem Büro arbeiten auch einige Inder. Wenn sie hinunter schauen, dann können sie an ihre Heimat denken.
Ein so großes Stück Brücke präzise einzupassen, ist schon eine Herausforderung. Ich wundere mich immer, dass es meistens klappt. Am Flughafen hatten sie sich mal um einen halben Meter oder so vermessen, aber sonst hört man selten von solchen Pannen.

Inzwischen haben die Arbeiter es geschafft, und die nächste Aufgabe wird vermutlich sein, die Brücke klappbar zu machen, damit die historischen Schiffe aus dem Hafenbecken passieren können.

Nun wird der Blick erst mal nicht mehr so viel zu bieten haben.
Wäre auch schön, wenn sie mal die Elbphilharmonie fertig kriegen würden. Ob wir das wohl noch erleben werden?
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