Identitätsdiebstahl und Urheberrechtsmissbrauch – der Fall Willi Kemmer ruft Miss Marple wieder auf den Plan

Miss Marple auf der Jagd nach Willi Kemmer
Das Internet eröffnet viele Möglichkeiten. Man kann ganz einfach Informationen nachschlagen, die man früher mühsam in Büchern zusammensuchen musste. Man kann heute seine Bankgeschäfte online abwickeln und selbst manche Behördengänge lassen sich mit dem Computer und auch mobil von überall aus bequem erledigen. Beliebt sind auch sogenannte soziale Netzwerke, in denen man sich präsentieren und Kontakte pflegen kann.

Das eröffnet aber auch Datendieben und anderen unangenehmen Zeitgenossen neue Möglichkeiten. So auch Willi Kemmer. Ob der wirklich so heißt oder es sich um einen Decknamen handelt, kann ich nicht sagen. Tatsache aber ist, dass dieser Troll sich Bilder und Informationen von Internetnutzern kopiert und damit Profile unter deren und falschen Namen in sozialen Netzwerken anlegt. Zwar ist das strafbar, weil es sich um Identitätsdiebstahl und Urheberrechtsverletzungen handelt, aber die Aufklärung von Straftaten im Internet steckt noch in den Kinderschuhen und ist schwierig.

Auch mein Profil in Google+ wurde von diesem "Willi Kemmer" kopiert. Er ist bereits bekannt dafür, dass er permanent andere Nutzer von Google+ mobbt, und häufig völlig niveaulos und sexistisch beleidigt. Was treibt einen Menschen zu solchen Taten?

Als mich jemand auf diesen Identitätsdiebstahl aufmerksam machte, habe ich umgehend mein Profil in Google+ gelöscht, die Kompromittierung an Google gemeldet und Strafanzeige bei der Polizei erstattet. Google hat auch innerhalb weniger Stunden reagiert. Willi Kemmer fand sich allerdings wohl oberschlau und hat Fotos von mir und anderen mir bekannten Personen unter meinem Namen gespeichert und nur einen Buchstaben weggelassen. Gerne werden auch Buchstaben vertauscht oder durch Sonderzeichen ersetzt. Ein i mit Strich statt des Punktes z. B. fällt kaum jemandem auf, und so werden Internetnutzer leicht in Fallen gelockt und mit gefälschten Informationen irregeleitet.

So geht der Fall also in die nächste Runde. Wieder an Google melden, wieder die Polizei informieren und abwarten, was passiert.

Wie legt man solchen Tätern das Handwerk?

Man könnte sich komplett aus dem Internet zurückziehen. Aber das ist in der heutigen Zeit ungefähr so, als wenn man wieder in eine Steinzeithöhle zieht ohne Strom und Kontakt zur Außenwelt. Es ist mit großen Einschränkungen verbunden und sicher nicht der Königsweg.

Es geht um Informationen. Wahrscheinlich ist es am besten, über solche Vorfälle klar zu informieren. Das könnte zwar auch Trittbrettfahrer auf den Plan rufen, aber auch die werden natürlich leichter enttarnt, wenn die Machenschaften solcher Trolle an die Öffentlichkeit gebracht werden. Wer gewarnt ist, fällt weniger leicht auf solche Tricks herein und wird hoffentlich gefälschte Informationen eher erkennen.

Die Welt der Fake News ist vielfältig und bizarr. Nur wenn wir Fälle wie diesen konsequent verfolgen, öffentlich machen und der Strafverfolgung melden, kann diesen Verbrechern das Handwerk gelegt werden. Nicht zögern, nicht abwarten, bis ein großer Schaden eingetreten ist, sondern sofort reagieren und Maßnahmen ergreifen, dann haben wir eine Chance, auch morgen noch in einem Rechtsstaat zu leben und nicht vom mehr oder minder organisierten Verbrechen überrannt zu werden.

Heute kopieren sie nur Bilder, aber morgen kaufen sie vielleicht wieder mit unseren Daten teuer ein und bringen uns in Misskredit, Erklärungsnot und finanzielle Probleme.

Weitere Betrügereien unter: Totenshopping und Miss Marple jagt den Betrüger ihrer Eltern
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