An Bóthar im Blue Note in Buchholz 18.04.2015

An Bóthar mit Königin, von links nach rechts: Sieglinde, Stoni, Charlene Wolff, Christiane Seebach (Christall), Kantina Kasino
 
Ankündigung Konzert im Blue Note

Irish Folk vom Feinsten

Aus dem eher dorfartigen Buchholz i. d. Nordheide ist über die Jahrzehnte hinweg eine moderne Stadt geworden. Auch wenn die ICEs meist nur hindurch rasen, ist es ein wichtiger Knotenpunkt für Pendler. Neben einem großen Einkaufszentrum gibt es da natürlich auch ein kulturelles Angebot.

Das Blue Note ist eine Kneipe, in der Musik gemacht werden kann.
Am 18.04.2015 gastierte dort die 4-köpfige Irish Folk Band An Bóthar.

An Bóthar, wer ist das?

An Bóthar ist Gälisch und bedeutet der Weg. Auf den Weg gebracht hat die Band Stoni, den wir weiter unten noch vorstellen.

Zuerst wäre da Sieglinde, auch als Harfenengel bezeichnet. Mit Harfe und Gesang gibt sie der Musik die irische Würze. Außer Christall leben die Musiker von der Musik, und damit das funktioniert, spielen sie gleich in mehreren Bands und geben auch Musikunterricht. Heutzutage ist es schwer bis unmöglich, als Musiker von seiner Musik zu leben.

Kürzlich erst ist Sieglinde mit String Trash beim Moo-ah-Festival in Corby bei Birmingham aufgetreten.

Dass jemand Mathematiker und Informatiker ist und doch so leidenschaftlich Musik macht wie Stoni, hat mich ehrlich überrascht. Musik ist für mich sehr gefühlvoll, und Mathematik vollkommen rational. Wer beides beherrscht, muss in meinen Augen schon voller Talent stecken.

Kantina Kasino ist die Percussionistin der Band. Nun ist das keine alte Apfelsinenkiste, auf der sie trommelt. Es ist ein salonfähiges Instrument namens Cajon (das j wird wie ch in Dach ausgesprochen). Es gibt durchaus verschiedene Töne von sich und hat eine eingebaute Snare, die es zum vollwertigen Schlaginstrument macht.

Zu irischer Folklore gehört Gesang, und den haben An Bóthar sehr gut drauf. Besonders schön klingen die mehrstimmigen Lieder. Dass alle Spaß an ihrer Musik haben, ist wohl kaum zu übersehen.

Irische Musik kennt auch viele Trinklieder, Whiskey in the Jar z. B. Nicht nur Schottland ist für dieses Getränk berühmt, sondern auch Irland, wobei der irische Whiskey mit ey geschrieben wird, der schottische nur mit ohne e.
Viele Songs nehmen auch Bezug auf die Landschaft, On the road to Dublin City z. B. oder Down by the Sally Gardens. Irland ist eine grüne Insel, und am St. Patrick's Day kleidet man sich grün. Das erklärt die grünen Hüte.
Ein weiteres typisch irisches Getränk ist das Guinness. Es ist ein starkes dunkles Bier. Der Hersteller hat auch das Guinness Buch der Rekorde erfunden.

Christiane Seebach, auch bekannt als Christall, spielt bei An Bóthar Whistles und Dudelsack, singt und trommelt.

Schon im Mutterleib hat sie Schlagzeug geübt und auf der Nabelschnur Dudelsack gespielt.

Es gibt kaum ein Instrument, das sie nicht schon gespielt hat – von einer Stradivari vielleicht abgesehen. Ihre Wohnung ist voller interessanter Instrumente, und bei An Bóthar spielt sie alle Arten von Flöten und Dudelsack. Um es noch komplizierter zu machen, spielt sie auch Dudelsack und singt dazu. Das ist eine Herausforderung, die schwer zu meistern ist, denn während man den Dudelsack aufbläst, kann man nicht gleichzeitig singen, aber man kann auch nur Dudelsack spielen, solange Luft darin ist.

Christall ist ein echtes Unikum. Wenn sie nicht einschlafen kann, löst sie hochkomplexe mathematische Formeln, ist Sprachpädagogin, Studienrätin und weiß der Geier, was noch alles.

Mit der Band Calamus hat sie mit mittelalterlicher Musik große Bekanntheit erlangt, hat eine eigene CD unter dem Titel H2O2 auf dem Markt, auf der sie als Singer Songwriterin glänzt und sie bringt auch großartige Comedy-Programme auf die Bühne.

Wir beide sind Charlene Wolff, die Königin der Texte aus Hamburg vom TextLabor Bergedorf, wo ich Christall kennen- und schätzen gelernt habe und meine Tochter Jenny. Wir durften als Groupies dabei sein.

Ich habe den Abend königlich genossen, Sie auch?
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