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Kohlanschnitt 19.09.2017 auf Hof Timm, Friedrichskook, Altfelder Weg
 
Kohlanschnitt 19.09.2017 auf Hof Timm, Friedrichskook, Altfelder Weg Kohllosseum Wesselburen Das Kohlbaby Merle
Friedrichskoog: Altfelder Hofladen | Dithmarschen gilt als das größte zusammenhängende Anbaugebiet für Kohl. Jährlich werden dort etwa 80 Millionen (80.000.000) Köpfe Kohl geerntet, umgerechnet auf jeden Einwohner Deutschlands also ein Kopf Kohl. In Zeiten vielfältiger Ernährungstrends will man wissen, woher das Essen auf dem Teller kommt. In Dithmarschen wird gerade mehrere Tage lang gefeiert. Den Auftakt macht der Kohlansschnitt, der dieses Jahr auf dem Hof Timm in Friedrichskoog stattfand und vom Fernsehen verfolgt wurde.

Die beiden Kohlregentinnen Silke und Angelina hatten auch unsere Hamburger Königin Charlene Wolff zu diesem Fest eingeladen.

In Dithmarschen, das liegt nördlich der Elbmündung an der Nordsee, war man nie gut zu sprechen auf die Obrigkeit. Man war stolz, ein freies Bauernland zu sein und hatte Regenten – und so noch heute die Kohlregentinnen.

Zum Kohlanschnitt hatten sich Massen von Besuchern eingefunden. Das Fernsehen war dabei, und mit dem Trecker ging es dann auf das Wetter dieses nassen Sommers auf den durchgeweichten Kohlacker. Minister, Abgeordnete, Bürgermeister, der Vertreter des Bauernverbandes und natürlich der Landwirt selber leiteten den Kohlanschnitt mit Reden ein. Die royalen Hoheiten, die Dithmarscher Kohlregentinnen wie die Hohenlockstedter Pellkartoffelprinzessin, die Rapsblütenprinzessin aus Fehmarn wie auch die Königin der Texte aus Hamburg-Bergedorf gaben dem Ritual ein bisschen Glamour.

Dann legten die Offiziellen selber Hand an. Ein spezielles Messer wurde überreicht, und damit wurden die ersten Kohlköpfe losgeschnitten.

Die Kohlregentin Silke hat erst vor 2 Monaten ein Baby bekommen, und das ist nun das Kohlbaby und hat eine eigene Schärpe. Wenn das kein gutes Omen ist…!

Rund um den Kohl gibt es in der ganzen Region viele Veranstaltungen. Dazu gehören viele Orte. In Friedrichskoog wurden schon allerlei regionale Produkte auf einem Landmarkt angeboten. Kohlpfanne und Kohlrouladen gab es natürlich auch zu essen. Auch das Kohlbrot soll sehr gut schmecken.

In Heide, Marne, Friedrichskoog, Wesselburen, Büsum und weiteren Orten finden Landmärkte oder Stadtfeste statt. In Wesselburen gibt es das KOHLosseum, eine ehemalige Sauerkrautfabrik, in der die ausgefallensten Dinge rund um den Kohl präsentiert und verkauft werden.

Wie wäre es z. B. mit Schafsmilchseife mit Kohl? Keine Angst, die riecht nicht nach Kohl. Oder Kohlmarmelade? Der Hexer – so wird er genannt – macht die ausgefallensten Marmeladen. Ob nun in der Farbe von Viagra, mit Whiskey oder mit je einer Zutat, die mit den Buchstaben aus WESSELBUREN beginnt… er hext sie alle zusammen, und davon, dass sich Marmelade mit rotem Spitzkohl sehr gut essen lässt, konnte ich mich selber überzeugen. Ganz fruchtig und gar nicht kohllastig.

Im KOHLosseum kann man auch den Krautpapst (so benannt vom NDR) Bernhard von Oberg persönlich kennenlernen. Man sagt, er wisse alles über Kohl. Stellen Sie ihn doch mal auf die Probe!

Am Samstag wird die Königin der Texte nochmal in Marne bei den Kohltagen zu Besuch sein.

Auf den Feldern Dithmarschens werden derzeit Weißkohl und Rotkohl eingefahren. Rosenkohl habe ich auch gesehen. Die anderen Kohlsorten sind nicht so lange haltbar oder reifen zu anderen Jahreszeiten. Blumenkohl ist viel früher im Jahr reif, Grünkohl später, wenn die ersten Fröste kommen. Chinakohl ist hier nicht so viel zu sehen, weil er schneller verbraucht werden muss.

So gibt es also einiges zu lernen, was uns Stadtkindern nicht bekannt ist. Es lohnt sich, einen Ausflug ins Land der Kohltage zu machen. Und wenn man schon mal da ist, kann man ja auch einen Abstecher an die Nordsee unternehmen. Da ist es ja auch zu jeder Jahreszeit schön.
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1 Kommentar
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Charlene Wolff aus Lohbrügge | 29.09.2017 | 11:15  
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