Bergedorfer Königin Charlene Wolff zu Gast beim Schützenumzug in Rossla (Südharz)

Königin der Texte Charlene Wolff aus Hamburg-Bergedorf beim Schützenumzug in Rossla (Südharz)
 
Viele Menschen beim Umzug, eine Schützenkönigin im Vordergrund
Südharz: Rossla | Welcher Stadtmensch kennt das noch, Schützenfest? Schützen? Sind das nicht die, die so gerne mit Gewehren hantieren? Das ist sicher nicht die ganze Wahrheit. "Schützenvereine" kommt nicht von "Schießen", sondern stammt von "Schützen" ab, und Schutz wünschen wir uns doch alle. Das erfährt man allerdings auch nur, wenn man sich darauf einlässt und sich ein wenig mehr damit beschäftigt.

Nebst anderen Hoheiten war auch die Bergerdorfer Königin der Texte Charlene Wolff angereist und durfte bei dem etwa eineinhalbstündigen Umzug durch die alte Stadt Rossla mitgehen. Rossla ist älter als Bergedorf und feiert bald sein 1040jähriges Bestehen. Umso erstaunlicher, dass es hier bei uns so gut wie unbekannt ist. Das liegt zum Teil sicher auch daran, dass es in Sachsen-Anhalt liegt und lange Zeit zur DDR gehört hat.

Auf dem Weg durch die Stadt hielt der Umzug immer wieder an Stationen, wo es kleine Überraschungen gab. Mal waren es Fettbemme (Schmalzbrote) und Bier, Sekt, Schnaps oder Met (Honigwein), die das Ereignis zu einem feucht-fröhlichen Erlebnis machten. Musik gehörte natürlich auch dazu, und hier ging es noch traditionell zu; ein Orchester machte sie noch mit der Hand mit Trommeln und Schalmeien.

Und so gab es gute Stimmung und nette Gespräche. In Orten wie Rossla, wo praktisch um 18 Uhr die Bürgersteige hochgeklappt werden und nichts mehr los ist (auch kein TextLabor wie in Bergedorf), bieten Vereine die einzige Möglichkeit für soziale Kontakte. Deshalb gibt es auch eine ganze Reihe von Vereinen, und eben auch einen Schützenverein.

Zu einem Fest wie diesem waren natürlich auch Schützenvereine von nah und fern angereist. Sie leben vom Engagement des Einzelnen und klagen über Nachwuchssorgen. Traditionelles gilt oft als verstaubt, oder die jüngeren Leute haben andere Interessen oder wollen sich nicht engagieren. Manchmal muss so ein Verein sogar liquidiert werden. Dann fallen die für viel Geld errichteten Anlagen wie Schießstand oder Vereinsheim an die Gemeinde, die die Kosten zu Erhaltung gar nicht tragen kann. In den östlichen Bundesländern verschärft sich die Situation dadurch, dass viele aus Mangel an Arbeitsplätzen abgewandert sind.

Das Wetter hatte ein Einsehen mit den Feiernden. Mit Regen begann es und wurde dann richtig sonnig warm. Da steigt die Stimmung. Es war schön anzusehen, dass die Menschen Wert auf gepflegtes Äußeres gelegt haben (die Vereinskleidung gehört dazu) und auch Pferdekutschen noch dazu gehörten. Die sieht man ja in der Großstadt so gut wie nie mehr, obwohl sie jahrhundertelang unser übliches Verkehrsmittel waren.

Von Schießen war beim Schützenfest nur wenig zu sehen. Das hatte zum größten Teil bereits vorher stattgefunden, und nun wurden Urkunden und Medaillen vergeben. Aber es gab noch das Vogelschießen. Keine Angst, geschossen wird dabei nicht auf lebendige Tiere, sondern auf ein Ziel, das extra zu diesem Zweck aufgestellt wurde und einen Urvogel symbolisiert.

Und so war es ein gelungenes Fest, und wenn jemand Ihnen von Rossla erzählt oder vom Schützenverein, dann wissen Sie jetzt ein wenig mehr darüber.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.