Chinesischer Garten Weißensee, Thüringen

Der Ort Weißensee in Thüringen
 
China Garten
Weißensee: Chinesischer Garten Weißensee |

Partnerstadt Shanghai

Hamburg hat Shanghai als Partnerstadt. Bei uns gibt es einen chinesischen Pavillon im Botanischen Garten in Klein Flottbek und einen Nachbau des berühmten Shanghaier Teehauses beim Völkerkunde Museum. Ungezählte China Restaurants gibt es über die Stadt verteilt.

Und in der Provinz?

Viele Deutsche sind von asiatischen Kulturen fasziniert. Ob sie nun Yoga machen oder Schattenboxen, sich chinesische Schriftzeichen tätowieren lassen oder mit dem Wok kochen und einen Bhudda im Zimmer stehen haben…

So auch ein wohlhabender Bewohner von Weißensee. Weißensee ist eine kleine Stadt in Thüringen, genau gesagt im Landkreis Sömmerda, also in der Nähe von Erfurt. Er hat am Hang des Weißensees einen chinesischen Garten anlegen lassen. Dafür hat er extra Chinesen kommen lassen, die die gepflegte Anlage aufgebaut haben. Und er hat die Anlage für alle geöffnet.

China hat eine Gartenkultur, die sich von der japanischen unterscheidet. Typisch japanisch sind Steinlaternen, Trockengärten aus geharktem Kies, und japanische Gebäude haben auch einen etwas anderen Stil als chinesische. Im japanischen Garten von Bad Langensalza dominiert das Grün, hier in Weißensee eher die chinesischen Bauwerke. Beide Gärten verwenden auch Wasser als Gestaltungselement, aber während es im chinesischen Garten ein Teich ist, über den eine Zickzackbrücke führt, ist das Wasser im japanischen Garten immer in Bewegung. Die Zickzackbrücken haben ihren Ursprung im chinesischen Aberglauben. Danach können Geister nämlich nur geradeaus gehen, nicht aber um die Ecke. Aus dem gleichen Grunde steht vor den Eingangstüren historischer Bauten immer eine Mauer, um die man herum gehen muss.

Japaner wie Chinesen verwenden in ihrer Gartenkultur Felsen als Gestaltungselement, und doch auf unterschiedliche Weise. Da es zu aufwändig geworden wäre, Felsbrocken von weit her herbeizuschaffen, hat man hier Kompromisse gemacht.

Sehr schön sind aber die Bauten. Sie sind typisch chinesisch, haben geschwungene Dächer mit glasierten Ziegeln und sind liebevoll aus Holz gezimmert.

Im Hochzeitspavillon finden tatsächlich Hochzeiten statt, z. B. die von Christopher Ernst, dem Thüringer Meisterflorist, über den ich kürzlich berichtet habe. Im chinesischen Garten von Weißensee kann man echte Traumhochzeiten feiern, und das haben die beiden vor 2 Jahren als erste ausprobiert. Jetzt kann ich mir nur in meiner Fantasie ausmalen, wie es gewesen sein muss.

Die alte chinesische Kultur der Vor-Mao-Zeit war von Symbolen und Aberglauben geprägt. So soll diese Affenfamilie Glück bringen.

Etwas seltsam muten die Tonkrieger an, die hier in Originalgröße als Nachbauten der Tonkrieger von Xian stehen. In China sollen sie das Grab des Kaisers Qin Xi Huang Di bewachen. Es ist eine riesige Armee aus Tonfiguren, die Über-Lebensgroß und alle individuell verschieden sind. Obwohl die Nachbildungen sicher sehr wertvoll sind, erkenne ich hier ihren Zusammenhang nicht. Vielleicht ist es so, wie es Touristen oft passiert: sie finden einen Gegenstand, z. B. ein Gefäß, das sie toll finden und kaufen, nicht wissend, dass es eine Urne ist.

Im chinesischen Garten von Weißensee gibt es auch eine Treppe wie in chinesischen Kaiserpalästen üblich: rechts und links ein Aufgang und dazwischen ein Steinrelief. Die Kaiser wurden auf Sänften getragen und schwebten dabei über dem Relief, das die Würde und Macht des Kaisers symbolisieren soll. Heute darf die Königin der Texte mal dort posieren.
Eine gewundene Brücke führt zu einem Pavillon, der malerisch im Weißensee liegt.

Fazit: ein interessanter Garten und ein schönes Ausflugsziel. Am gegenüberliegenden Ufer des Sees liegt der "kleine Cowboy", ein Geheimtipp für Kaffee und Kuchen, eine Erfrischung oder eine kleine Mahlzeit.

Eure Königin der Texte Charlene aus Bergedorf
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