Das Stonehenge für Arme

Das steinzeitliche Ringheiligtum von Pömmelte
Pömmelte: Ringheiligtum Pömmelte | Wer sich mit Asterix und Obelix beschäftigt hat, der kennt Hinkelsteine und hat sicher auch schon von Stonehenge gehört, dem berühmten und mysteriösen Steinkreis in Südengland. Riesige Steine sind zu einem imposanten Kreis aufgestellt, der viele Rätsel aufgibt. Man geht davon aus, dass die Steine nach genauen Himmelsbeobachtungen ausgerichtet sind und es sich um eine sakrale Anlage handelt. Über die genauen Hintergründe kann man wohl nur spekulieren. Welche Rituale mögen hier in der Steinzeit stattgefunden haben und welchem Zweck mag die Anlage gedient haben?

Man findet auf der gesamten Insel wie auch in Irland zahlreiche Bauwerke aus der Steinzeit. Newgrange ist ein ähnlich imposantes Bauwerk, das man restauriert hat. Viele andere Zeugen der Steinzeit sind deutlich kleiner.

Neben den steinernen Bauten gab es aber auch Anlagen aus Holz. Sehr bekannt ist Woodhenge, das etwa um 2.340 vor Christus erbaut sein soll, also sogar älter als Stonehenge ist.

Warum in die Ferne schweifen, wenn es auch in Deutschland beeindruckende Bauten zu entdecken gibt? Ungefähr gleichzeitig mit Stonehenge entstand das Rondell von Pömmelte bei Magdeburg. Archäologische Funde zeigten eine große Anlage, die rekonstruiert werden konnte. Rondelle wurden ab etwa 5.000 v. Chr. in Mitteleuropa gebaut, waren weithin sichtbar und erlaubten systemische Himmelsbeobachtungen, dienten aber offenbar auch für Feste, Rituale, Versammlungen und Handel. In einigen fanden auch Bestattungen statt.

Das Ringheiligtum Pömmelte mit einem Durchmesser von 115 m bestand aus Holzpfosten, Kreisgraben und Erdwall. Um 2.050 v. Chr. wurde die Anlage abgebaut und in einer Zeremonie dem Erdboden gleichgemacht.

Von einer Aussichtsplattform kann man die Anlage von oben einsehen, was einem eine sehr interessante Perspektive eröffnet.

Beeindruckend ist aber auch, die Atmosphäre im Inneren des Ringheiligtums auf sich wirken zu lassen. Und dann kann man seiner Fantasie freien Lauf lassen, denn viele Geheimnisse der Steinzeit werden wahrscheinlich nie endgültig gelöst und lassen viel Raum für Vermutungen.
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