Der Kyffhäuser

Mit der Kutsche zum Denkmal hochzufahren, macht durchaus Sinn, besonders, wenn es so schwül ist
 
Kyffhäuser - ein Monumentalbau
Kyffhäuserland: Kyffhäuser |

Kyffhäuser? Ist das ein Bier?

Wenn ich so frage, wird es wohl kein Bier sein. Kyffhäuser ist vielmehr eine Region in Thüringen, zu der das Autokennzeichen KYF und diverse Orte gehören.

Was ist an Kyffhäuser so besonders?

Die Region Kyffhäuser wird überragt vom Kyffhäuser-Denkmal, das man weithin sieht. Nahe der Stadt Bad Frankenhausen steigt ein Berg auf. Ein Fernsehturm steht gar nicht so weit ab vom Kyffhäuser-Denkmal. Aber er ist bei weitem nicht so beeindruckend wie das Denkmal, das erst vor wenigen Tagen nach einer langen Restaurierung wieder geöffnet hat.

Auf dem 457 m hohen Burgberg bei Bad Frankenhausen thront das zweitgrößte Nationaldenkmal Deutschlands. Die ehemalige Reichsburg Kyffhausen ist eine monumentale Festung mit ziemlich beeindruckenden Mauern. Darüber hinaus erhebt sich das imposante Kaiser Wilhelm I. Denkmal. Archaisch anmutende Fratzen ragen aus dem Stein. Auf einem erstaunlich lebendigen Bronzerelief am Turm prescht Kaiser Wilhelm I. hoch zu Ross in Über-Lebensgröße herab. Darstellungen von Kaiser Barbarossa mit wallendem Bart blicken die Besucher gebieterisch an. Die Burganlage geht auf Friedrich I. Barbarossa zurück, und die Sage ist hier noch lebendig. Wenn es schwül ist, bietet sich an, vom Parkplatz mit der Pferdekutsche bis zum Denkmal hinauf zu fahren.

Der Ausblick von oben belohnt die Besucher für alle Strapazen. Man schaut auf eine weite Ebene hinunter, hat bei klarem Wetter einen sehr weiten Blick. Heranziehende Wetterfronten kann man lange vorher deutlich erkennen.

Der Brunnen ist mit 176 m der tiefste Burgbrunnen der Welt. An einem Automaten kann man Barbarossas Gallensteine kaufen. Lässt man sie in den Brunnen fallen, dann spricht der Brunnengeist oder spritzt mit Brunnenwasser. Ein sehr nette Idee, die einen sehr überraschen kann. Es dauert deutlich lange, bis ein Stein von oben bis ins Wasser fällt. Man kann ihn dabei verfolgen. Beeindruckend.

Der Aufstieg auf das 81 m hohe Monument im Innern erfolgt über eine steinerne Wendeltreppe. Teilweise gibt es zudem eine metallene Wendeltreppe, die man aber bei Gewitter meiden sollte. Überhaupt sollte man bei Gewitter das Monument verlassen, da es blitzgefährdet ist. Von oben schaut man hinunter auf die Burganlage mit dem Barbarossaturm, einer mittelalterlichen Verteidigungsanlage.

Kaum sind wir oben angekommen, zieht eine Gewitterfront auf. Wir sehen sie herannahmen.

Dann schüttet es auch schon wie aus Eimern. Da ziehen wir uns besser wieder nach unten zurück. In der Ferne grummelt es schon. Das Donnergrollen braucht eine Weile zu uns.

Als der Regen nachlässt, machen wir uns wieder auf den Fußweg zum Parkplatz.

An den kapitalen Mauern der Unterburg entlang steigen wir hinab.


Ein grüner Teich lockt die Gründelslochfee an. Er ist mit Algen überwuchert und liegt märchenhaft im Dunkel des Waldes. Ein Ort der Mythen und Sagen. Man fühlt sich in die Zeit des Barbarossa, des König Rotbart, wie er auch genannt wurde, zurückversetzt. Wenn jetzt ein paar Recken auf Pferden heranpreschen würden…

Der Sage nach ist Barbarossa nicht gestorben sondern verzaubert in der Barbarossa Höhle eingesperrt. Der Sage nach sitzt er dort auf seinem Thron, sein wallender roter Bart ist durch den Tisch gewachsen, und erst wenn um den Kyffhäuser Berg keine Raben mehr fliegen, wird er in die Welt zurück kommen und Frieden und Eintracht bringen.

Von der Unterwelt des Kyffhäuser erzähle ich dann nächstes Mal.

Eure Königin der Texte aus Bergedorf
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