Die Barbarossahöhle

Kaiser Friedrich I. Barbarossa schaut grimmig vom Kyffhäuser Denkmal
 
Zugang zur Barbarossahöhle durch einen in den Fels gehauenen Stollen
Kyffhäuserland: Barbarossahöhle |

Grimmig schaut Kaiser Barbarossa vom Kyffhäuser Denkmal.

Sein wallender roter Bart hat ihm den Namen "König Rotbart" eingetragen.

Der Sage nach wurde er verzaubert und ist gar nicht tot. Man sagt, er sei in die Barbarossa Höhle verbannt, wo er auf seinem Thron sitzt, sein Bart sei durch den Tisch gewachsen, und er würde dort weiterschlafen, bis um den Kyffhäuser Berg keine Raben mehr kreisen. Einmal im Jahr steigt sein Diener hinauf und sieht nach. Kreisen dann keine Raben mehr, dann wird er erwachen und wird der Welt für immer Frieden und Eintracht bringen. Vielleicht sollten wir die Raben abschießen?

Eine außergewöhnliche Höhle

Höhlen gibt es viele. Bekannt sind Tropfsteinhöhlen. Die Barbarossa Höhle ist eine sogenannte Anhydrid Höhle, eine Trockenhöhle. Keine Tropfsteine also. 5 Jahre lang gruben Bergleute einen Stollen in den Berg auf der Suche nach wertvollen Erzen. Was sie 1865 entdeckten, haute sie aus den Socken. Nur erwies sich, dass Bergbau hier nicht lohnte.

Sie erkannten aber, dass sich die Höhle als Touristenattraktion nutzen ließ, und so bauten sie den Stollen aus, dass er auch bequem zu begehen war, mauerten ihn aus und führten dann Touristen durch die Kyffhäuser Unterwelt.
Heute ist die 15000 m² große Höhle mit elektrischem Licht ausgeleuchtet. Das Naturschauspiel wird dadurch viel deutlicher sichtbar als damals, als es nur alle 100 m eine Tranfunzel gab.

Die Königin der Texte war also sozusagen im Kaiserpalast bei Kaiser Friedrich I. Barbarossa.

Die Höhle ist eine "Trockenhöhle". Aber es gibt glasklare Seen mit extrem kalkhaltigem Wasser darin.

Wieso dann Trockenhöhle?

Das Gestein besteht aus sogenanntem Anhydrid. Das ist eine Gipsart, die die besondere Eigenschaft hat, dass sie Wasser aufnehmen kann. Dabei dehnt sich das Anhydrid aus und bildet über Jahrhunderte hinweg dann Gipslappen, die von der Decke herunter hängen.

Werden sie zu schwer, dann brechen sie mit glatten Bruchkanten herunter.

Einige Teile der Höhle sind daher schon nicht mehr begehbar. Man muss aber keine Angst haben, denn es ist etwa 10 Jahre vorher zu erkennen, wo ein Teil der Decke abbrechen wird, und wo es gefährlich ist, wird rechtzeitig abgesperrt.

Mit Licht und Reflektionen im Wasser ist die Höhle absolut beeindruckend. Die Führerin leuchtet mit ihrer Taschenlampe besonders interessante Gesteinsformationen an (bläulich auf den Fotos). Es gibt einige schöne Alabasteraugen. Das sind weiße rundliche Gesteinsaugen. Alabaster ist eine Form von Marmor, die besonders im Mittelmeerraum gerne verbaut wurde.

Die herabhängenden Gipslappen wirken wie die Tücher in einer Gerberei.

Hier ein schönes Alabasterauge.

Alabaster ist durchscheinend.

Eine andere Form von Gips ist sogar durchsichtig wie Glas und wurde auch als solches verwendet. Dummerweise war es wasserlöslich und daher nicht sehr haltbar für Kirchenfenster. Man nennt es Marienglas und hat damit früher Reliquien geschützt.

Teile der Höhle sind einsturzgefährdet.

Auf dem Bild sieht man die sauberen Abbruchkanten und 2 freigelegte weiße Alabasteraugen. Die Höhle steht unter Naturschutz, und so wird auch kein Alabaster abgebaut.

Sage

Als Touristenmagnet hat sie natürlich auch eine Sage, die immer wieder erzählt wird.

Kaiser Barbarossa soll in der Höhle schlafen. Angeblich sitzend auf diesem Thron, wie ich es hier demonstriere. Sein Bart soll durch den Tisch gewachsen sein. Als wir dort waren, hatte er sich allerdings weiter hinten zum Schlafen hingelegt.

Wir kommen zum Ausgang, den man in den Fels gesprengt hat, damit mehr Besucher durch die Höhle geführt werden können. Es wird feuchter.
In einer Nische schwebt Nebel, ein untrügliches Zeichen, dass es draußen regnet oder gerade geregnet hat.

Die Kamera ist beschlagen. Charleneund Nadinesind heil wieder aus der Unterwelt heraus gekommen.
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