Justav, jib Jas, in Jommern jibts jrüne Jurken!

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Gurkensekt
Gommern: Gurkenmarkt |

Gurken

Dass Gommernalljährlich seinen Gurkenmarkt veranstaltet, geht auf obigen Spruch zurück. Ohne das große Engagement einiger Weniger würde das schöne Event heute nicht mehr existieren. Das gilt in gleicher Weise für Veranstaltungen vielerorts, ob es nun ganze Vereine, Stadtfeste oder andere kulturelle Errungenschaften sind. Viel zu oft hängen sie an einer einzigen oder einigen wenigen Personen, die sich voll einbringen. Fallen diese weg, dann ist der Fortbestand gefährdet.

Das habe ich schon oft gehört. Der Vorsitzende des Schützenvereins legt sein Amt nieder, und der Verein wird liquidiert. Die Gemeinde "erbt" das Vereinsheim, das nun nicht mehr gebraucht wird und muss die laufenden Kosten tragen, ohne dass es einen Nutzen dafür gäbe. Ein viele Jahre lang gehegtes Stadtfest stirbt, weil Nachwuchs fehlt, der sich engagiert. Die Tradition einer Stadthoheit, die den Ort bekannt gemacht hat, bricht weg, weil sich niemand findet, der sie fortführen will. Hoheiten werden ins Amt gewählt, die sich nicht auf den Weg machen, ihren Ort bekannt zu machen… Die Liste der Beispiele ließe sich noch lange fortsetzen. Manchmal sind es riesige und tolle und erfolgreiche Feste, die plötzlich aufhören. Einfach so.

Gommern hat noch seinen Gurkenmarkt, und ich durfte 2016 zum ersten Mal dabei sein. Was ist das "Gurkenmarkt", Gommern, nicht weit von Magdeburg entfernt, eine Stadt an der Elbe(!) ist doch eigentlich nicht als Anbaugebiet von Gurken bekannt!
Einmal im Jahr feiert es sein Stadtfest. Die Gurkenkönigin lädt ein, und auf dem Marktplatz wird kräftig gefeiert.

Da gibt es Gurkensuppe und Gurkensekt, Rockmusik am Rathaus, Auftritte verschiedener Künstler, einen Gurkenschälwettbewerb, bei dem unsere Bergedorfer Königin unter den ersten landete, allerlei Stände und Essen, gute Stimmung und einen Bürgermeister, der hervorragend moderieren kann…

Da schälen die Gasthoheiten um die Wette, und das Publikum freut sich.

Aus "Einheitsgemeinde" ließ sich vortrefflich "Einheizgemeinde" machen, und das war auch das Motto des Tages, in Gommern mal so richtig einheizen!

Angeleitet von zwei Starköchen und dem Bürgermeister Jens Hünerbein wurden Gurken mit Hühnerbein gekocht und an die Besucher verteilt, die begeistert waren. Immer wieder machte der Bürgermeister auch wieder Späße mit seinem sehr originellen Namen.

Charlene Wolff ließ er einen Ausschnitt aus ihrer Kurzgeschichte "die zerbrochene Vase" vorlesen, und auch aus dem für die Köche bereitgestellten Portwein machte er eine Show. Wenn alle unsere Politiker so cool wären, wie er, dann würde Politik wieder Spaß machen.

Am Ende des Tages sollte eine neue Gurkenkönigin gekrönt werden. Eigentlich schade, denn die amtierende Königin Bella machte ihren Job sehr gut, und ihre Familie stand engagiert hinter ihr. Die Spannung stieg. Wer würde das Amt fortführen?

Aber dann löste sich die Spannung und Bella trat im neuen grünen Kleid für ein weiteres Jahr das Amt als Gommeraner Gurkenkönigin an. Publikum und Gasthoheiten waren begeistert, denn das Engagement von Bella, ihrer Mutter und allen, die sich für Gommern eingesetzt haben, war vorbildlich und soll es auch bleiben.

Mein Eindruck vom Gurkenmarkt in Gommern ist jedenfalls großartig, und ich freue mich, dass hier die Tradition fortgeführt wird.

Es war mein erster Besuch in Gommern, aber sicher nicht mein letzter.

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