Lady Salsa

Wilde Rhythmen, farbenfrohe Tänze... Lady Salsa ist mitreißend
Hamburg: St. Pauli Theater | Eine Bekannte von mir war kürzlich auf Cuba und hat davon sehr geschwärmt. Das kommunistische Land öffnet sich dem Westen, und noch ist vieles ursprünglich und dank langer Ausgrenzung noch sehr typisch. Wenn erst die Handelsbeschränkungen fallen und die amerikanischen Touristen wie Heuschrecken das Land überschwemmen, wird sich viele ändern; sicher nicht alles zum Guten.
Da Benzin auf Cuba fast unerschwinglich teuer war, gab es kaum Autos, die nicht Taxis waren. Mangels chemischer Dünger und Pestizide war man gezwungen, die Landwirtschaft rein biologisch zu bewirtschaften. So ist Cuba zwar ein armes Land geblieben, aber auch eines, in dem man fast ausschließlich mit Bio versorgt wird. Es hatte also auch seine guten Seiten…

Blicken wir in die Vergangenheit zurück. Als die Spanier sich Cuba einverleibten brachten sie den Bewohnern der Karibikinsel das spanische Temperament und auch den Flamenco. Mit den schwarz-afrikanischen Sklaven kamen afrikanische Riten und Rhythmen auf die Insel.

Man lebte lange Zeit hauptsächlich vom Zucker. Zuckerrohr war über Jahrhunderte die einzige Quelle, aus der man ihn gewinnen konnte. Das Zuckermonopol fiel erst durch die aus der Not geborene Erfindung der Zuckergewinnung aus Rüben.

Cubanische Zigarren galten als die besten der Welt und ein weiteres wichtiges Produkt war der Rum, der aus dem Zuckerrohr gewonnen wurde und ja auch heute noch nicht seine Bedeutung verloren hat.

99% der Bevölkerung waren arm, entweder Sklaven oder arme Landarbeiter. Unterdrückt wurden sie von den 1% Reichen, die sich gerne in Clubs vergnügten, wo schöne Mädchen und flotte junge Männer Revuen mit mitreißender Salsa Musik darboten. In den 50er Jahren boomte diese Szene, und bekannte reiche Amerikaner kamen extra nach Cuba, z. B. Marilyn Monroe oder Frank Sinatra. In dieser Zeit spielt die grandiose Revue, die derzeit noch bis 12. Juli im St. Pauli Theater zu sehen ist.

Erzählt wird die Geschichte von Lady Salsa, die in dieser Szene aufgeblüht ist und heute als 79jährige immer noch ihr Publikum begeistert, auch wenn ihre Karriere eigentlich mit der Revolution ein abruptes Ende gefunden hatte.
Um die Geschichte darzustellen, gibt es zwei Darstellerinnen, die heutige Lady Salsa und die junge Sängerin, die die einzelnen Stationen ihrer Karriere auf die Bühne bringt.

Gezeigt werden mit über 30 Darstellern die Entstehung der Rumba, des Mambo, Cha Cha und Salsa. Bilder aus der Vergangenheit werden heraufbeschworen und Elemente des Buena Vista Social Club energiegeladen und farbenfroh umgesetzt. Das Publikum tobt bei dem unglaublichen Percussion Solo und tanzt hingerissen mit den Salsa-Tänzerinnen und ich schmelze dahin bei der Jazzinterpretation des Beatles-Hits "Come Together", das die junge Lady Salsa auf nie dagewesene Weise singt. Es geht mir voll unter die Haut, und hätte sie mir jetzt die CD angeboten, hätte ich sie ihr sofort aus der Hand gerissen.

Lady Salsa läuft noch ein paar Tage. Wer lateinamerikanische Musik und karibische Gefühle mag, sollte sich diese mitreißende Show auf keinen Fall entgehen lassen.

Natürlich darf man im Theater nicht fotografieren, und so ist mein Foto auch nicht dort entstanden.
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