Lavendel

Lavendelkönigin 2016-2017 Katharina mit 2 Lavendelprinzessinen
 
Die Bergedorfer Königin Charlene Wolff probiert mal das Bratwurstzepter des Thüringer Bratwurstkönigs
Bad Blankenburg: Bad Blankenburg |

Lavendelfest in Bad Blankenburg

„Lavendel? In Thüringen? Das gibt’s doch gar nicht!“ sagte mir eine Bekannte, die vor langer Zeit von dort weggezogen war. „Doch“, sagte ich, „ich bin zum Lavendelfest eingeladen.“



Schon seit der Zeit der Römer wurde in Thüringen Wein angebaut. Der war zumindest in Bad Blankenburg ziemlich staubtrocken, wie mir die Einheimischen berichteten. Dann gab es eine Reblausplage, und damit war es mit dem Wein vorbei. Da man gute Kontakte nach Frankreich hatte, probierte man es mit Lavendel aus, und der wuchs gut in der Region, und so gibt es noch heute Lavendel in Bad Blankenburg und das alljährliche Lavendelfest. Eine Lavendelkönigin gibt es auch und viele kleine Lavendelprinzessinnen.

2017 gab es einen weiteren Grund zum Feiern. Die Stadt wurde nämlich 750 Jahre alt. Das Alter von Städten macht man an alten Urkunden fest, und da kommt es auch mal vor, dass man nachträglich die eine oder andere Urkunde als unrelevant bewertet oder sich in Archiven noch ältere Zeugnisse finden. Deshalb kommt es vor, dass Städte ihre Stadtjubiläen mehrmals feiern können. Aber das nur am Rande.

Wenn die Hamburger Königin schon eine Anreise von 6 Stunden oder mehr hat, dann lohnt sich die Fahrt mehr, wenn man sie mit einem Besuch an anderen Orten verbindet. Da gibt es das Thüringer Meer, eine Reihe von großen Stauseen in wunderschöner Landschaft, Schlösser und Burgen wie die Burg Ranis, die Saaleschleife bei Ziegenrück oder Saalfeld mit der Feengrotte, zu der wir es diesmal wieder nicht geschafft haben.
Man muss nicht unbedingt um die halbe Welt fliegen. Auch in Deutschland gibt es schöne und interessante Landschaften und nette Menschen. Und es gibt auch Gegenden mit erschwinglichen Preisen.

Bad Blankenburg liegt in der Umgebung von Saalfeld in der Gegend von Thüringer Wald und Thüringer Schiefergebirge. Zum großen Umzug waren mehr als 36 Hoheiten eingeladen. Für unsere Hamburger Königin der Texte, Charlene Wolff, war es der erste Besuch in der Lavendelstadt.

Selbst in der Ferne lernt man manchmal Leute kennen, von denen sich im Gespräch herausstellt, dass man entfernt miteinander verwandt ist. Erstaunlich! Nach dem Empfang beim Vereinshaus des Bad Blankenburger Karnevalsvereins stellte sich der Zug auf.

Vereine und Gruppen waren von nah und fern gekommen und formierten sich. Dann zog man durch die Straßen der Stadt. In den geöffneten Fenstern schauten Menschen zu und freuten sich, wenn wir zurück winkten. Die Straßen waren gesäumt von Schaulustigen, und wer clever war, hatte sich eine Sitzgelegenheit mitgebracht, denn der Zug war recht lang und bewegte sich auch lange Zeit durch viele Straßen der Stadt. Das Wetter war warm und blieb auch trocken, was ja für den diesjährigen Sommer durchaus erwähnenswert ist.

Nach gut eineinhalb Stunden erreichte der Umzug die neue Stadthalle, wo es schon von Menschen wimmelte.

Auf der Lavendelbühne fand dann die offizielle Eröffnung des Lavendelfestes statt. Reden der Bürgermeister des Ortes und der Partnerstädte, die Vorstellung der Hoheiten und die Abkrönung der Lavendelkönigin folgten. Dann gab es ein buntes Programm mit Tanzgruppen und Trommlern, die für die meisten Besucher leider gar nicht zu sehen waren, weil es so voll war.

Der Höhepunkt war die Krönung der neuen Lavendelkönigin, die Bad Blankenburg für ein Jahr repräsentieren wird.

Am Abend Sang Linda Feller Schlager.

Ein schönes Fest. Offensichtlich waren viel mehr Besucher gekommen, als man eingeplant hatte, denn bereits am Nachmittag gingen Essen und Kaffee aus (abgesehen von Thüringer Bratwurst).

Wenn ich nun abends im Bett liege, ziehen sanfte, beruhigende Lavendelwolken aus dem Duftkissen über meinen Kopf. Dann träume ich hoffentlich was Schönes.
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