Manga-Comic-Convention Leipzig 2015

Manga-Comic-Convention
 
Ihre Hoheit Königin der Texte Charlene Wolff auf der Leipziger Buchmesse
Leipzig: Messe Leipzig | Alljährlich im Frühjahr findet in Leipzig die große Buchmesse statt. Seit ein paar Jahren ist sie kombiniert mit der Manga Comic Convention. Ich habe mich da mal ein wenig umgesehen.

Mangas

Mangas sind japanische Comics, die einen ganz eigenen Stil haben. Besondere Betonung wird auf Ausdruck gelegt, und so haben die Figuren meist besonders große auffällige Augen. Mangas gibt es schon recht lange. Sie haben sich schnell auch nach China ausgebreitet und seit ein paar Jahren eine große Anhängerschaft unter Jugendlichen in Europa gefunden. Vielleicht hat es mit der zunehmenden Zahl an Übersetzungen zu tun, vielleicht auch an den Filmen, die immer populärer geworden sind. Ein sehr schönes Beispiel für Mangas findet sich in Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Mangaka#/media/File:Work_in_Progress.JPG
Mittlerweile hat zumindest eine Deutsche sich in Japan einen Namen als Manga-Zeichnerin gemacht. Im Fernsehen wurde von ihr berichtet. Man nennt die Zeichner und Zeichnerinnen "Mangaka".

Mangas, Anime, Cosplay

Im Manga-Stil gezeichnete Bilder bzw. Bildgeschichten (Comics) nennt man Mangas. Oft werden sie zu Animationsfilmen verarbeitet. Die nennen sich dann Anime. Im Internet gibt es eine Vielzahl von Serien, die teils in Japanisch, teils in Englisch, manchmal mit Untertiteln, und manchmal auch in Deutsch zu finden sind. Die Manga-Begeisterten haben angefangen, Szenen aus den Anime-Filmen oder Manga-Heften nachzuspielen und es auf die Bühne gebracht. Das nennt sich dann "Cosplay".

Auf der Büchermesse erwartet man Bücher, Autoren und Verlage. Illustratoren gehören natürlich auch dazu, und wenn man damit nicht bewandert ist, vergisst man Comics. Comics werden auch in großer Zahl konsumiert. Früher waren es vielleicht mehr Mickey Mouse und ähnliches, aber spätestens mit Asterix und Obelix gab es auch Comics, die auch Erwachsene ansprechen.

Heute liegen Mangas voll im Trend. Und so war die Halle 1 auf der Leipziger Buchmesse diesem Genre gewidmet.

Convention

Manche Interessengruppen veranstalten sogenannte "Conventions". Die Science-Fiction Gemeinde trifft sich zur Fed-Con in Düsseldorf, kleidet sich wie ihre Lieblingshelden, und es ist ein großes Ereignis.

Unter den Manga-Fans gibt es eben auch so eine Bewegung, und die Büchermesse ist dafür ein wunderbarer Ort. Man kann dort allerlei Dinge kaufen, die helfen, eine echte Manga-Figur zu werden.

An den verschiedenfarbigen Haaren sieht man schon, dass Mangas mit viel Fantasie entworfen werden. Sie sind eher expressionistisch als an der Realität orientiert. Mangas sind auch keine einfachen Comics. Sie werden mit viel Geschick und Detailverliebtheit gezeichnet. Entsprechend anspruchsvoll sind die Fans, die gerne mal eine Mangafigur sein wollen. Hier können sie es, können das tollste Outfit prämieren und im Rampenlicht stehen. Für die Fotografin in mir ein Paradies! Sie scheuen weder Mühe noch Geld. Vielleicht ist es das Bedürfnis, im Rampenlicht als Held zu glänzen, vielleicht der Spaß an der Verkleidung, auf jeden Fall laufen auf der Manga Comic Convention jede Menge durchgestylte Mangas herum.
Genau wie im Comic haben manche Mangas farbige Augen. Dafür gibt es extra gefärbte Kontaktlinsen zu kaufen.

Zwischen den Mangas fällt eine Königin der Texte trotzdem noch auf, denn sie hat Autogrammkarten statt Manga-Waffen. Aber man fühlt sich gegenseitig zu einander hingezogen. So verwunderlich es vielleicht scheinen mag, die Mangas vertreten noch so etwas wie Ehre und Würde, die in unserer Gesellschaft immer weniger Gewicht haben. Als Königin stehe ich natürlich auch für diese Tugenden ein, und da freue ich mich, dass es junge Leute gibt, die aus ganz anderen Gründen wieder zu den alten Tugenden zurückfinden.

In der Literatur ist oft von leuchtenden Augen die Rede. Hier sieht man sie.
Manche Outfits sind extrem aufwändig. So z. B. die großen Flügel, die sich auch noch bewegen lassen. Aber auch die fantasievollen Waffen der bei den Krieger.

Viele der Manga-Geschichten bzw. Anime Filme gehen um Samurais und Kämpfer mit Superkräften. Der Fantasie sind wohl keine Grenzen gesetzt. Das führt aber auch zu weniger guten Nebeneffekten:
An den Kleidchen erkennt man es schon, bei einer Vielzahl von Manga-Fans wird es offensichtlich: diese Outfits kann man nur mit Magersucht tragen. Die Manga-Zeichnungen sind oft erotisch und kurvenbetont. So verwundert es nicht, wenn jemand, der sich so einem Idealbild verschrieben hat, ebenso eine dünne Taille haben will. Ich würde es als die dunkle Seite des Manga-Kults bezeichnen. Zum Glück eifern nicht alle jungen Mädchen diesem Bohnenstangen-Ideal nach. Es ist auch nicht so, dass man keine fülligen Mangas kennt.

Die Haarfarben sind auch typisch aus den Mangazeichnungen. Der gelbliche Farbton kommt zustande, wenn sich Japaner die schwarzen Haare bleichen. Die sind nämlich nicht so leicht blond zu kriegen und erscheinen eher gelb bis grün oder gar orange. Wir erinnern uns, die Asiaten haben normalerweise schwarze bzw. ganz dunkelbraune Haare. Wir finden das sehr schön, aber manche wollen das gerne verändern und färben sich tatsächlich die Haare. Nicht nur im Manga.

Für die Manga-Fans spielt es auch keine Rolle, wenn sie frieren müssen, Hauptsache, ihr Outfit stimmt.

Manche Manga-Mädchen sind total auf süß getrimmt. Große kleine niedliche unschuldige Mädchen mit Kuscheltieren. Auch die kommen im Manga vor, nicht nur harte Kämpfer. Ich finde das niedlich.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass mich diese Mangas schwer beeindruckt haben. Sollte ich eines Tages nicht mehr Königin sein, vielleicht gehe ich dann auch als Manga hin. Auch wenn ich abspecken sollte, zur Magersucht werde ich es nicht treiben. Letztlich geht es doch nur um den Spaß und die Fantasie, die mehr möglich macht als im alltäglichen Leben.
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