Spargel aus Hohenseeden - immer eine Klasse besser

Spargelfest in Hohenseeden 2017
1997 feierte Hohenseeden zum ersten Mal das Spargelfest. Man hatte viele polnische Saisonarbeiter und wollte sich damit bei ihnen bedanken. Die erste Spargelprinzessin war folglich auch eine Polin, und das kam sehr gut an. Die Spargelernte ist mit viel Handarbeit verbunden, für die sich kaum Deutsche finden lassen. Da wir Spargel lieben, müssen wir sehr froh sein, dass die überwiegend polnischen Saisonkräfte diese Arbeit machen. Dabei steht Deutschland durchaus im Wettbewerb mit den europäischen Nachbarländern.

Die Orte Hohenseeden und Parchen – im Raum Magdeburg – haben eine Agrargenossenschaft, die aus der LPG der DDR entstanden ist. Während der Spargelernte, die in diesem Jahr schon Anfang April beginnen konnte, sind viele zusätzliche Arbeitskräfte nötig. Diese müssen auch verpflegt und untergebracht werden. Oft ist der Bruttoverdienst ausschlaggebend, wohin Arbeitskräfte gehen. Mancherorts werden Unterkunft und Essen kostenlos zur Verfügung gestellt, anderenorts müssen sie vom Verdienst bezahlt werden, und so kann der Nettoverdienst bei höherem Brutto dennoch niedriger liegen.

Die heutigen Spargelköniginnen sind inzwischen ausschließlich Deutsche, denn ihre Aufgabe ist, die Spargel aus Hohenseeden bekannt zu machen, als Marke zu etablieren und zu werben, dass sie immer eine Klasse besser sind. Dazu müssen sie viel durch Deutschland reisen und entsprechend gut Deutsch sprechen.
Das Spargelfest zieht jedes Jahr eine Menge Menschen an. Gekrönt wird das Fest von der Anwesenheit etlicher Königinnen und Prinzessinnen von nah und fern. Hamburg war vertreten durch die Königin der Texte Charlene Wolff. Bei der Eröffnung des Spargelfestes werden Brieftauben freigelassen.

Bei einer Fahrt mit dem Kremser kann man über die Ländereien schaukeln und zur Spargelaufbereitungshalle fahren. Dort werden die Kisten mit frisch gestochenem Spargel von den Feldern angeliefert, gewaschen, sortiert, auf einheitliche Länge geschnitten und immer wieder gekühlt. Bei 4°C halten sie sich am besten, und ich frage mich, warum Spargel im Supermarkt nicht weiter gekühlt werden. Die Spargelkönigin sagt, das ist nicht nötig, weil der Spargel dort innerhalb von 2-3 Stunden verkauft wird.

Der Besuch der Hoheiten ist für die polnischen Saisonarbeiter eine Wertschätzung, die gerne angenommen wird.

Beim Spargelfest gibt es ein buntes Programm. Tanzaufführungen, ein Chor, der Kindergarten und Musik und natürlich das Spargelessen finden in der Betriebskantine statt. Draußen gibt es Stände und Hubschrauberflüge. Für die Arbeiter sind abends Musik und Tanz angesagt, und ein Feuerwerk gibt es auch.
Beim Spargelwettschälen machte unsere Hamburger Königin übrigens den 2. Platz.
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