Stars aus dem TextLabor Bergedorf im Theater Club

Letzte Details werden besprochen
 
Akrobatik vom Feinsten - Duo Jabót
Hamburg: BiB | Ich treffe mich mit unserem Comedien Niels Romeikat am Bahnhof Bergedorf. Es wimmelt nur so von Fußballfans mit blauen Schals. In der S-Bahn stehen wir gedrängt wie die Sardinen. Unser Ziel: Der Theaterclub, der sich auch "DIE Open-Stage in Altona" nennt, Niels wird dort auftreten.

An der Holstenstraße fallen wir aus unserer Sardinenbüchse wieder raus und gehen vorbei an der Neuen Flora, wo gerade Aladdin gespielt wird, zum BiB (Bühne im Bürgertreff). Dort herrscht schon geschäftige Hektik. Der Soundcheck ist in vollem Gange. Eine große Bühne mit einem roten Samtvorhang erwartet uns. Ein schöner Raum für solche Veranstaltungen.

Die letzten Details werden durchgesprochen.

Der Vorhang schließt sich, es ist noch etwas Zeit bis zum Auftritt. Man unterhält sich. Niels läuft aufgeregt hin und her. Auch das gehört dazu. Den wenigsten ist es vergönnt, völlig entspannt auf die Bühne zu gehen und ihre Nummer durchzuziehen. Von vielen großen Stars hört man, dass sie fast sterben vor Lampenfieber.

Inzwischen füllt auch Publikum die Sitzreihen. Jan Jahn, der diese Bühne leitet, eröffnet den Abend mit Gesang und Gitarre und mit ganz viel Schwung. Er ist riesig und mitreißend. Der Theaterclub versteht sich als Bühne für Nachwuchskünstler, die hier eine Gelegenheit haben, ihr Können zu zeigen, dafür aber keine Gage bekommen.

Nachwuchskünstler gibt es gar viele, und teilweise richtig gut. Nur ist es heutzutage sehr schwierig, davon zu leben, und so bleibt die Kunst oft ein Hobby, obwohl das Niveau sehr hoch ist. Kunst kommt von "Können", aber es sagt leider nichts darüber aus, ob man davon seinen Lebensunterhalt bestreiten kann. Das ist oft nicht der Fall und war auch schon früher so. Man denke an berühmte Künstler, die inzwischen tot sind.

Der Nachwuchs kann sich wirklich sehen lassen. Der Abend zeigt: es lohnt sich, das anzuschauen!

Das Programm ist sehr bunt zusammengewürfelt. Da gibt es z. B. den Musiker Thomas Haufe, der den Abend mit melancholischen Liedern auf der Gitarre beginnt. Seine raue Stimme klingt ein bisschen wie Rod Steward, nur sonorer. Richtig Schwung bringt dann Feli, die auch immer wieder das TextLabor Bergedorf gerockt hat. Zwischen den Bühnenauftritten spielt sie vor dem Vorhang mal auf Gitarre, mal Akkordeon und begeistert das Publikum mit ihrem Charme und ihren humorvollen Liedern. Sie ist so menschlich, und schaut man in Facebook, hat man das Gefühl, sie tritt jeden Tag auf irgendeiner Bühne auf und gewinnt irgendwelche Wettbewerbe.

Souverän zieht Niels seine Comedy-Nummer ab. Er berichtet vom Aufräumwahn seiner Frau, die neben mir im Publikum sitzt. Sie nimmt es gelassen, schließlich kennt sie die Geschichte schon aus dem TextLabor, aber Niels hat sie wieder etwas abgewandelt. Das Publikum mag es. Der Beifall ist der Lohn der Künstler, und so kann Niels heute wieder ganz zufrieden sein.

Mit Akrobatik beeindruckt uns das Duo Jabót. Sie führen eine fantasievolle Nummer von Feuer und Wasser auf, die wirklich beeindruckend ist.

Niels ist so begeistert, dass er das auch gerne können würde. Das dürfte aber schwierig werden und tägliches Training bedeuten.

Da gerade die Nachricht durch die Medien ging, dass der Musiker Prince gestorben ist, spielen Feli und Jan spontan seinen Song Purple Rain. Das Publikum singt mit, und der Beifall ist groß.

Viel Beifall und viele Lacher bekommt auch das Clowntheater Mandragon für ihre Erfindung der Superrolle.

Die wirre Gedankenwelt eines Beamten bringt uns Martin Schörle mit einer satirischen Lesung nahe. Ein Beamter der im Italienurlaub nicht loslassen kann und die seltsamen Unterschiede zwischen Männern und Frauen beschreibt er auf grandiose Weise.

Das acapella Quintett Mamaclasta setzt auf alles noch einen drauf und begeistert mit Gesangsnummern, die unter die Haut gehen.

Nach einem sehr gelungenen Abend bei der Kleinkunstbühne machen wir uns wieder auf den Heimweg. Wieder quetschen wir uns zwischen die Fußballfans. Sie scheinen müde und gesittet. Ihr HSV gewonnen. Die S-Bahn platzt förmlich.

Niels Romeikat ist am nächsten TextLabor-Abend am 4. Mai 2016 wieder zu sehen.

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