Uetersen in voller Pracht

Hoheiten bei Rosen Tantau
 
Rosen in voller Pracht zum Verkauf
Uetersen: Rosarium | Wenn die Rosen in voller Blüte stehen, dann ist es besonders schön in Uetersen.

Dann feiert Uetersen, das ja von Hamburg sehr gut zu erreichen ist, sein alljährliches Rosenfest. Menschen von überall kommen ins Rosarium und genießen die Blütenpracht, genießen die Köstlichkeiten, die angeboten werden, machen eine Führung mit und lernen allerhand über die edlen Blumen oder strömen durch die Läden am verkaufsoffenen Sonntag.

Die Bergedorfer Königin der Texte Charlene Wolff war extra von Thüringen aus angereist, wo sie ihre Heimatstadt am Tag zuvor bei der 725-Jahr-Feier vertreten hatte. Und so kam sie in letzter Sekunde mit ihrem viel beachteten goldenen Kleid auf die Bühne, um sich dem zahlreichen Publikum vorzustellen.

Königin der Texte, was heißt das? Sie vertritt die offene Lesebühne TextLabor Bergedorf, welches sie leitet und moderiert, sie schreibt Artikel über die Orte, die sie besucht und Geschichten, wie auch ganze Romane. Deutschlandweit ist sie schon ziemlich bekannt. Gerade am 01.07.2016 hat sie mit ihrem Moderationspartner Niels Romeikat und der Musikerin Feli eine humorvolle Lesung im Alameng abgehalten. Vielleicht liest sie ja demnächst in Uetersen...

Auf das Wetter ist ja nicht mehr so recht Verlass. Letztes Jahr waren es beim Rosenfest 36°C im Schatten, dieses Jahr versuchte der Platzregen den Rosen den Garaus zu machen. Aber die Züchter haben dagegen angearbeitet und sogenannte "harte" Sorten gezüchtet, die den Unbilden unseres Klimas gewachsen sind. Der Trend geht hin zu stabilen Rosen, die auch viel mehr Blüten haben als die alten Sorten und nicht so viel gespritzt werden müssen.

In der Gegend um Uetersen ist der Boden lehmhaltig, wie ihn die Rosen lieben. Was ich gelernt habe ist, dass die Rosen, die wir heutzutage kaufen, veredelte Rosen sind. Von Rosen, die so sind, wie man sie haben will und durch Selektion in kleiner Stückzahl herangezüchtet hat, werden die sogenannten Augen abgeschnitten, deren Holz entfernt und das Grüne in die Stämme wilder Rosensorten hineinoperiert. Das Veredeln wird von Spezialkräften gemacht, die 3 Jahre brauchen, bis sie es richtig können, 2.500-3.000 Rosen pro Tag veredeln können und damit richtig gutes Geld verdienen. Da die Arbeit im Bücken ausgeführt wird, geht sie sehr auf die Beinmuskeln, und man kann sie nur einige Jahre machen.

Wildrosen werden als Basis verwendet, da diese erheblich stabiler gegen Kälte und Schädlinge sind als die hochgezüchteten Arten, die man darauf aufpfropft. Man kann die gleichen Augen auf Wildrosenstöcke aufpfropfen, die am Boden stehen, wie auch auf höher stämmige. Für Stammrosen zieht man Stämme aus Wildrosen heran, die man auf 1,40-1,50m Höhe wachsen lässt, indem man sie an Pfählen anbindet und sämtliche dünnen Triebe immer wieder entfernt.

Um eine neue Sorte Rosen zu züchten, pflanzt man ca. 300.000 Rosen an. Der Züchter entfernt alle unerwünschten Ergebnisse, bis am Ende vielleicht 8 Rosen nachbleiben, die den gewünschten Eigenschaften genügen. Diese werden dann auf die oben erklärte Weise vermehrt. Es folgen ausgiebige Tests an vielen verschiedenen Standorten in Deutschland, um festzustellen, ob sie den unterschiedlichen klimatischen und anderen Bedingungen entsprechen. Nur wenn eine Sorte diesen Kriterien standhält, bekommt sie das Siegel "ADR" Rose. Es ist also sehr teuer, eine neue Sorte Rosen zu züchten. Hat sie das Siegel bekommen und ist im Register eingetragen, wird sie in Masse vermehrt und weltweit exportiert, was dann die Kosten wieder reinbringt.

Einer der großen Rosenhöfe in Uetersen ist Tantau. Wir besuchten ihn. Zu den Zuchthallen, die man nur in Hygienekleidung unter Aufsicht betreten darf und den Freilandgebieten gehört auch eine Verkaufshalle mit den schönsten Rosen, die man sich wünschen kann.

Bei Tantau arbeiten etwa. 20 kaufmännische und 80 Kräfte im Außenbereich. Rosen leben in Symbiose mit Nematoden, kleinen Lebewesen im Erdreich. Jungen Setzlingen würden diese schaden. Wenn man eine Rose hinpflanzen möchte, wo schon eine war, muss man entweder einige Jahre warten oder den Boden 50 bis 70 cm tief austauschen. Bei Tantau werden Felder nach der Aufzucht mit den Landwirten getauscht, so dass der Boden sich wieder erholen kann. Diese Form der Wechselbewirtschaftung gab es schon im Mittelalter.

Das Rosarium von Uetersen kostet keinen Eintritt, hat sehr viele verschiedene Rosen zu bieten, von denen eigentlich immer welche blühen. Kostenlose Führungen gibt es den ganzen Sommer über. Neben Rosen stehen im Rosarium auch sehr schöne und teils exotische Bäume. Der Besucht lohnt sich.

Zum Rosenfest am 1. Juliwochenende (nächstes Jahr schon mal vormerken!) ist im Park besonders viel los. Auf der Bühne spielt Musik, Hoheiten aus Nah und Fern sind eingeladen, gutes Essen - für gutes Wetter kann leider keiner garantieren, aber notfalls gibt es ja Sonnencreme und Regenschirme... Mal eine Königin persönlich kennenlernen, eine Autogrammkarte erhaschen oder ein Foto in hoheitlicher Begleitung - beim Rosenfest ist das möglich. Dieses Jahr gab es sogar eine Feuershow von Ritter Reiner aus Jaroslaw und seiner Maid Martha. Sehr möglich, dass sie nächstes Jahr wieder dabei sind. Dann wird es einfacher, die flambierten Vanillerosen herzustellen.

(Ich hoffe, Sie verstehen Humor)
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